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Neuer Vorstand ist die Chance auf einen Neuanfang

Üstra und Regiobus Neuer Vorstand ist die Chance auf einen Neuanfang

Der Aufsichtsrat der Üstra hat am Freitag Volkhardt Klöppner zum neuen Vorstandschef der Üstra ernannt. Die bisherigen Vorstände André Neiß und Wilhelm Lindenberg wurden entlassen. Das ist endlich eine Chance auf einen Neuanfang, findet HAZ-Lokalchef Heiko Randermann.

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Neue Vorstände bei der Uestra und Regiobus: Volkhard Klöppner, Denise Hain, Ulf-Birger Franz.

Quelle: Dröse

Hannover.  Hannovers Üstra duldet keine Regelverstöße. Penibler als die Nahverkehrsbetreiber in anderen Städten kontrollieren die Hannoveraner ihre Busse und Bahnen auf Schwarzfahrer. Wer sich nicht an die Regeln hält und versucht, sich eine Gratis-Fahrt zu erschummeln, der fliegt raus. In der eigenen Vorstandsetage hat es mit dieser Penibilität etwas länger gedauert, aber nun wurden auch dort die Konsequenzen aus dem Verstoß gegen die Anti-Korruptionsregeln des Vergaberechts gezogen: Wie bereits seit Wochen erwartet, müssen zwei Vorstände gehen. Drei Neue kommen. 

Für  die Üstra ist das eine sehr gute Nachricht, denn sie hat nun die Chance auf einen Neuanfang. Die alte Doppelspitze musste alles im Konsens entscheiden, die Dreierspitze macht strittige Entscheidungen zumindest möglich – und eröffnet sich damit die Möglichkeit, altbekannte Fahrwege auch mal zu verlassen. Dass die altehrwürdige Üstra nun einen Innovationschef hat, weist in die richtige Richtung, denn die Mobilität von städtischen Räumen wird gerade neu erfunden. 

Diese Mobilität endet nicht an den Stadtgrenzen, sondern es geht immer auch darum, wie das Umland angebunden ist. Es macht eigentlich keinen Sinn, diese Aufgabe auf zwei Unternehmen zu verteilen, so wie man auch nicht für jeden Stadtteil einen eigenen Verkehrsbetrieb braucht. Zumal die Bus- und Bahnlinien von Üstra und Regiobus ohnehin tief in das jeweils andere Gebiet hineinragen: So fahren Regiobusse zum Steintor und zum Bahnhof, die Bahnen der Üstra weit ins hannoversche Umland. 

Eine kurzfristige Fusion der beiden Nahverkehrsbetriebe ist sicherlich nicht möglich. Doch sollte man die Neuaufstellung der beiden Führungsspitzen nun nicht zum Anlass nehmen, diese Idee ganz ad acta zu legen. Langfristig könnte sie gelingen, als Richtmarke sollte sie weiter gedacht werden. Denn wenn die Unternehmen auch nicht verschmelzen – enger zusammenrücken müssen sie in jedem Fall. 

Es ist eine immense Aufgabe, vor der die beiden Verkehrsbetriebe jetzt stehen. Dass sie Erfolg haben und gut aufgestellt sind, liegt nicht nur im Interesse der Menschen, die täglich Bahn und Bus fahren – es liegt auch im Interesse aller Auto- und Radfahrer. In einer Großstadt und ihrer Umgebung kann Mobilität nur dann gut laufen, wenn der öffentliche Nahverkehr gut funktioniert und für einen erheblichen Teil der Pendler und Privatleute die erste Wahl als Verkehrsmittel ist. Der Neuanfang, den die beiden Unternehmen jetzt braucht, darf daher nicht nur in neuen Köpfen bestehen –sie müssen auch neu denken können. 

Von Heiko Randermann

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