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„Kontraproduktiv“

Messe und IHK kritisieren Bettensteuer


Die Deutsche Messe AG und die Industrie- und Handelskammer haben die geplante Bettensteuer für Hannover scharf kritisiert. Die Pläne seien kontraproduktiv für den Standort Hannover. Sie befürchten den Verlust der Touristen an umliegende Städte.
Foto: IHK, Messe und Hoteliers haben die geplante Bettensteuer für Hannover kritisiert.

IHK, Messe und Hoteliers haben die geplante Bettensteuer für Hannover kritisiert.

© dpa (Symbolfoto)

Hannover. Die Pläne der rot-grünen Rathauskoalition, eine Steuer auf Hotelbetten einzuführen, werden nicht nur beim Branchenverband Dehoga und bei Hannovers Hoteliers, sondern auch bei der Deutschen Messe AG und der Industrie- und Handelskammer (IHK) äußerst kritisch gesehen. Auch die CDU kritisiert die Grünen, die die Steuer erdacht haben. Diese wollten „einfach nicht verstehen, dass eine Bettensteuer der Stadt schadet“.

„Alles, was die Preise wieder in die Höhe treibt, ist kontraproduktiv“, sagt Messesprecher Hartwig von Saß. Bemühungen der vergangenen Jahre, gemeinsam mit dem Gastgewerbe die Hotelpreise zu den Messen im Rahmen zu halten, würden durch die politischen Ziele torpediert. Die IHK verurteilt die „Leichtfüßigkeit, mit der die rot-grüne Ratsmehrheit der Stadt Hannover trotz Steuereinnahmen auf Rekordniveau weitere Steuermehrbelastungen beschließt“, wie es der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christian Bebek ausdrückt.

„Wir waren zuletzt auf einer guten Linie, die bei Ausstellern und Messebesuchern positiv aufgenommen worden ist“, betont Messesprecher von Saß. Mit der 2009 gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga entwickelten Initiative „Selected Hotels“, an der mehr als 100 Häuser beteiligt sind, sollen faire Konditionen garantiert werden. Ziel war es, der Preistreiberei Einhalt zu gebieten. „Das hat sich bewährt, die Preise für hannoversche Hotels liegen jetzt bei den großen Messen bundesweit im unteren Drittel“, sagt von Saß. Sollte jedoch eine Hotelsteuer eingeführt werden, komme es unweigerlich wieder zu Preiserhöhungen.

Genauso sieht es Andreas Wienecke, Chef des Hotels Wienecke XI in Wülfel: „Gerade jetzt, wo die Zusammenarbeit zwischen der Hannover Marketing Gesellschaft und den Hoteliers erste Früchte trägt, würde sich eine Bettensteuer gegen den Tourismus richten.“ Hannover sei zudem keine Insel – die Hoteliers im Umland, die dann keine Bettensteuer zahlen müssten, würden eindeutig profitieren. Die Senkung der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe von 19 auf sieben Prozent vor zwei Jahren habe er nicht nur dazu genutzt, 750.000 Euro pro Jahr in die Modernisierung des Hotels zu stecken. Er habe auch drei neue Stellen im Bereich in Marketing und Service geschaffen, die Löhne angehoben und die Zimmerpreise um rund sechs Prozent gesenkt.

Dass Gäste ins Umland abwandern könnten, befürchtet auch Stephan Bode vom Dormero-Hotel. „Das würde nicht nur die Hoteliers, sondern auch den Standort Hannover schwächen.“ Wer nicht mehr in Hannover wohne, gehe auch nicht mehr in der Stadt aus. „Letztlich werden wir Kunden an angrenzende Städte verlieren, die keine Bettensteuer haben“, meint auch Johannes Hennigfeld, Direktor des Courtyard by Marriott am Maschsee. Er plädiert für eine bundeseinheitliche Steuerregelung.

Stefanie Kaune und Heike Schmidt

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