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Messe verspricht „dauerhafte“ Gewinne

Messegellschaft Messe verspricht „dauerhafte“ Gewinne

2016 rechnet das Unternehmen noch mit einem Verlust von 3,9 Millionen Euro – danach mit schwarzen Zahlen. Die Messegesellschaft will jedoch in den nächsten Jahren rund 70 Arbeitsplätze auf „sozialverträgliche“ Weise streichen - also ohne Entlassungen.

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Ein Jahr vor dem 70. Geburtstag der Hannover Messe sieht sich die Deutsche Messe AG nach etlichen Umbaujahren wieder auf Kurs.

Quelle: Rainer Jense

Hannover. Ein Jahr vor dem 70. Geburtstag der Hannover Messe sieht sich die Deutsche Messe AG nach etlichen Umbaujahren wieder auf Kurs. Lange Zeit hat das Unternehmen rote Zahlen geschrieben - doch damit soll nun Schluss sein: Vorstandschef Wolfram von Fritsch kündigte am Freitag an, dass der Messebetreiber in diesem Jahr zum letzten Mal einen Verlust ausweisen werde. Dieser falle mit 3,9 Millionen Euro vor Sondereinflüssen deutlich geringer aus als geplant. „Ab kommendem Jahr sind wir dauerhaft profitabel“, versprach von Fritsch. Die Messegesellschaft will jedoch in den nächsten Jahren rund 70 Arbeitsplätze auf „sozialverträgliche“ Weise streichen - also ohne Entlassungen.

Für das Unternehmen wäre das Erreichen eines Gewinns jedenfalls in den geraden Jahren ein großer Schritt nach vorn. Sie fallen wegen des unterschiedlichen Turnus einiger großer Messen stets schwächer aus als die ungeraden Jahre. Laut Fritsch hat es einen Gewinn in einem geraden Jahr seit dem Expo-Jahr 2000 nicht mehr gegeben. Im jüngsten Vergleichsjahr 2014 hatte das Minus noch fast 10 Millionen Euro betragen. 2012 waren es 18 Millionen Euro und 2010 beinahe 28 Millionen Euro. Der Umsatz ist dagegen in diesem Jahr mit 300 Millionen deutlich höher als 2014 mit 280 Millionen Euro.

Messe will in China investieren

Der Messechef sieht durch die Geschäftszahlen die Strategie bestätigt, die die Messe nach seinem Amtsantritt im Jahr 2008 entwickelt hat. Dazu gehören Kostensenkungen - aber auch teure Investitionen in das hannoversche Messegelände sowie die Auslandsexpansion. „Wir haben uns nicht nach oben gehungert“, betonte von Fritsch. Die Messe müsse investieren, um attraktiv zu bleiben. So sind für den Zeitraum von 2014 bis 2019 Investitionen von 150 Millionen Euro vorgesehen. Zuletzt wurde die Halle 19/20 für gut 50 Millionen Euro erneuert. Jetzt steht der Neubau der Halle 22/23 an, der ebenso viel Geld kosten dürfte. Die Modernisierung sei auch notwendig, weil sich die Anforderungen der Aussteller gewandelt hätten.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt der Deutschen Messe ist das Auslandsgeschäft. Hier hat das Unternehmen schon starke Standbeine vor allem in der Türkei und in China aufgebaut. Es ist aber auch in etlichen anderen Ländern von Indien bis Brasilien tätig und auf Expansionskurs. Gerade erst hat es Messen für Solar- und Windenergie in Nordamerika erworben. In Mexiko betreibt die Messegesellschaft neuerdings eine bedeutende Ausstellung für Holzbearbeitungsmaschinen. Der Auslandsanteil am Umsatz liege heute zwischen 17 und 25 Prozent, hieß es. Das Auslandsgeschäft habe sich seit 2009 verdoppelt.

Kerngeschäft der Hannoveraner sind nach wie vor große Investitionsgütermessen mit internationaler Ausstrahlung wie die Hannover Messe. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen bei kleineren Messen und neuen Themen sowie im „Event-Geschäft“. Dazu gehören etwa die Präsentation neuer Automodelle, Hausmessen oder Hauptversammlungen. Die Zahl der kleinen Messen ist von 2009 bis 2016 von 29 auf 45 gestiegen.

Die Messegesellschaft beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter, davon 200 im Ausland. Die Neuorganisation führt allerdings auch zu Jobverlusten. Die Führungsebene wurde schon ausgedünnt. Zudem sollen 70 Arbeitsplätze wegfallen. Ein kürzlich mit den Gewerkschaften abgeschlossener Beschäftigungssicherungsvertrag schließt jedoch Entlassungen bis 2024 aus. Dafür müssen die Beschäftigten unter anderem länger arbeiten als bisher.

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