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Aus der Stadt Messehalle wird Flüchtlingsunterkunft
Hannover Aus der Stadt Messehalle wird Flüchtlingsunterkunft
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00:20 09.08.2015
Von Andreas Schinkel
Auf dem Messegelände wird die Halle 21 als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet. Quelle: Deutsche Messe AG
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Hannover

Die Stadt Hannover richtet in den kommenden Tagen eine provisorische Massenunterkunft für Flüchtlinge in der Halle 21 des Messegeländes ein. Das sei nötig, heißt es vonseiten der Stadt, weil das Land Niedersachsen kommende Woche 300 Asylsuchende auf einmal nach Hannover schicken werde. „Wir sind der Deutschen Messe AG dankbar für die Unterstützung. Die Möglichkeit der temporären Nutzung der Halle 21 hilft uns sehr“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Die Halle steht als Unterkunft rund sechs Wochen zur Verfügung. Ende September soll sie wieder als Ausstellungsraum für die Freizeitmesse Infa genutzt werden.

Bereits am Mittwoch ziehen die ersten 100 Flüchtlinge ein

Am Montag baut die Feuerwehr Hannover in der Halle Zelte auf, um den Bewohnern ein wenig Privatsphäre zu geben. Tageslicht fällt in die Halle, vor dem Eingang befindet sich ein Grünstreifen, der als Außengelände dienen soll. Die Halle ist über einen separaten Zugang auf der Westseite zu erreichen. Der nächste Stadtbahnanschluss, die Haltestelle Messe Nord, ist nicht weit entfernt. Bereits am Mittwoch ziehen die ersten 100 Flüchtlinge ein. Es sind überwiegend junge Männer, die dort eine Bleibe finden. Die Versorgung mit Essen übernimmt voraussichtlich die Messe-Gastronomie, betrieben wird die Unterkunft vom Deutschen Roten Kreuz.

Die Stadt wird in der Halle Platz für bis zu 400 Flüchtlinge schaffen, um sich etwas Zeit bei der Suche nach weiteren Unterkünften zu verschaffen. Diese werden nötig sein, denn die Stadt erwartet, dass das Land die restliche Zuweisungsquote von 950 Flüchtlingen bis Ende September komplett ausschöpfen wird.

Das sagt die Messe: Die Messe betont, dass man jetzt gerne helfe, aber die Halle nach dem 28. September nicht mehr zur Verfügung stehe. „Bis zum Sommer 2016 sind alle Hallen für Ausstellungen verplant“, sagt Messesprecher Wolfgang Kossert. Die Mitarbeiter machten sich Gedanken, wie sie den Neuankömmlingen helfen könnten.

Das sagen Sozialarbeiter: 300 Menschen unter einem Dach, das sei schon eine Herausforderung, heißt es unter Sozialarbeitern. „Die Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich beschäftigt werden, etwa in Deutschkursen“, sagt eine erfahrene Sozialarbeiterin. Trotz der Zelte seien die Rückzugsräume arg begrenzt. Es sei erstaunlich, das es in solchen Unterkünften, etwa in Turnhallen, nicht viel mehr Streit gebe.

Das sagt die Ratspolitik: „Wenn die Messe jetzt hilft, ist das zu begrüßen“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Die Flüchtlinge wohnten zwar in Zelten, hätten aber ein festes Dach über dem Kopf. Ihre Kollegin von den Grünen, Freya Markowis, hält eine Messehalle als Unterkunft für eine „unschöne“ Lösung. „Turnhallen sind wenigstens kleiner“, sagt sie. Markowis hofft, dass künftig mehr Hauseigentümer Wohnraum anbieten. Die CDU begrüßt das Provisorium in der Messehalle. „Das entbindet die Stadt aber nicht von der Pflicht, weitere Unterkünfte zu suchen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

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