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Messerstecher zu acht Jahren Haft verurteilt

Versuchter Mord Messerstecher zu acht Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht hat am Dienstagmorgen einen 25-Jährigen zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er einen Arbeitskollegen lebensgefährlich verletzt hatte. Die Kammer geht davon aus, dass Mustafa S. den Bekannten töten wollte, weil er Schulden bei ihm hatte.

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Mustafa S. mit Verteidiger RA Benjamin Schmidt.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Was genau am Nachmittag, dem 16. März, in der Wohnung in Garbsen-Berenbostel passiert ist, lässt sich auch nach drei Verhandlungstagen und zahlreichen Zeugen nicht abschließend klären. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch machte in der Urteilsbegründung deutlich, dass das Gericht nur mutmaßt, S. habe wegen der Schuldenlast die Nerven verloren und auf Jacob R. eingestochen. Doch die Kammer sah es als erwiesen an, dass S. zuerst angegriffen hat und nicht umgekehrt und verurteilte ihn deshalb wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung. 

S. hatte R. in dessen Wohnung mit einem 17 Zentimeter langen japanischen Küchenmesser zweimal in den Nacken und einmal in den Bauch gestochen und den Kollegen damit lebensgefährlich verletzt. S. flüchtete nach der Tat, klingelte jedoch kurz darauf bei Nachbarn und stellte sich der Polizei.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, denn Mustafa S. hatte in einer schriftlichen Erklärung beschrieben, dass R. an jenem Nachmittag betrunken und übermäßig aggressiv gewesen sein soll. "Ich stech' dich ab", soll er gerufen und mit dem Messer auf S. losgegangen sein. Der sich in der Folge nur verteidigt haben will.

"Das glauben wir Ihnen nicht", sagte Richter Rosenbusch vor Gericht zu dem Angeklagten, der während der Urteilsbegründung den Kopf tief gesenkt hielt. Denn ein Motiv, warum R. seinen Freund hätte angreifen wollen, sei für das Gericht nicht erkennbar. "Umgekehrt aber wird ein Schuh daraus."

Zudem habe R. zahlreiche Verletzungen, unter anderem an den Händen, die laut einem Gutachter zweifelsfrei von Abwehrversuchen stammen. "Und Sie haben bei der Rangelei, die Sie als Notwehr beschreiben, keine einzige Verletzung erlitten", stellte Rosenbusch fest.

Das Schwurgericht verurteilte S. zudem, an Jacob R. 25.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. "Die Attacke hatte schließlich erhebliche Konsequenzen für Herrn R.", begründete Rosenbusch und äußerte die Vermutung, dass das Opfer zu den Narben wohl die rechte Hand nie wieder richtig schließen können wird.

Benjamin Schmidt, der Anwalt von Mustafa S. kündigte nach dem Schuldspruch an, das Urteil so nicht hinzunehmen. "Wir werden auf jeden Fall in Revision gehen."

Von Isabel Christian

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