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„Die Löwenbastion ist meine Leidenschaft“

Michael Lohmann im Interview „Die Löwenbastion ist meine Leidenschaft“

Halbzeitbilanz beim Maschseefest: Konzertveranstalter und Gastronom Michael Lohmann spricht im HAZ-Interview über Rechenspiele, Rummel, Rock und Routine.

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Michael Lohmann an der Löwenbastion.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Herr Lohmann, das Maschseefest hat Halbzeit. Wie fällt bei Ihnen als Chef an der Löwenbastion die Bilanz aus?

Es sieht bisher gut aus. Das erste Wochenende war sogar sehr gut. Und an den ersten zwei Tagen war es tatsächlich wie ein Fest an der See, wie es Urlauber von Sylt kennen: kalt, verregnet, mit Sturmböen. Für diejenigen, die trotzdem da waren, gilt: Nur die Harten komm’ in Garten.

Bei dem Wetter, das wir in den vergangenen Tagen haben, sagen Gastronomen: Da scheint die Sonne direkt ins Portemonnaie. Trifft das zu?

Falsche Frage. Bei so einem Fest kosten die Aufbauten, die Bühnen sehr viel Geld, und die Bands wollen ihre Gage.

Vielfach hört man die Meinung, ein Stand auf dem Maschseefest ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken.

Die Rechenaufgabe stellt sich anders. Dieses Jahr werden wir vielleicht wegen des Wetters zwei Verlusttage haben. Wenn sich die Vorhersage so bewahrheitet, werde ich am Ende ein Lächeln im Gesicht haben. Aber wir hatten vor ein paar Jahren auch schon mal ein Maschseefest mit zwei verregneten Wochenenden. In solchen Jahren mache ich Verlust. Manchmal werde ich deshalb gefragt, warum ich mich überhaupt darauf einlasse.

Wie viel Stress bedeutet für Sie dieses Fest, das, wenn das Wetter einigermaßen passt, in 19 Tagen bis zu zwei Millionen Besucher anlockt?

Das ist eine Frage der Selbstorganisation. In unserem Bereich ist Platz für vielleicht 5000 Besucher. Mit dem Durchlauf sind das dann 20 000, 25 000 pro Tag, an einem Sonntag auch mal 40 000. Ich bin jeden Tag hier. Mir macht das Spaß, die Löwenbastion ist meine Leidenschaft.

Wie ist die Stimmung in diesem Jahr bei den Gästen?

Ich finde sie sehr gut. Es hat sich ja ein bisschen verändert bei uns. Jetzt ist die Pyramide da, außerdem haben wir das Fest mit den Brauereien neu. Das Imbissangebot rund um die Löwenbastion passt. Die Leute kommen gern, auch wenn der Weg zu uns 200 Kilometer weit ist.

200 Kilometer?

Na ja, tatsächlich sind es vom Nordufer bis zu uns ungefähr 2,5 Kilometer. Zu Fuß ist das schon ein Stück.

Es gibt Buden vom Nordufer bis zum Funkhaus, dann an der Geibelbastion und noch einmal rund ums Pier 51. Finden Sie, die Lücken am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer sollten geschlossen werden, quasi für ununterbrochenes Feiern bis zum Südufer?

Nein, das muss nicht sein. Man kann so ein Fest auch überladen. Es muss ja nicht immer voll sein und ein Tresen am anderen. Es ist ein schönes Fest. Viele Besucher kommen von auswärts. Man muss das nicht noch weiter aufblasen. So regelt sich der Zustrom von allein.

Voll war’s am ersten Maschseefest-Freitag. Beim Johannes-Oerding-Konzert am Nordufer - das war neu - musste der Zugang vorübergehend geschlossen werden.

Ich finde, die haben das am Nordufer völlig richtig gemacht. Bei uns gibt es schon seit Jahren Absperrungen, an denen Mitarbeiter die Situation und den Zustrom im Blick haben. Vor unserer Bühne ist Platz für vielleicht 2500 Gäste. Wenn es voll ist, ist es voll. So wie etwa bei Lotto King Karl und Torfrock. Dafür muss das Publikum Verständnis haben.

Sie haben das Band- und Musikprogramm etwas aufgefrischt. Lotto King Karl, Torfrock und Sweety Glitter zum Abschluss, das sind Klassiker auf Ihrer Bühne. Aber wie kommen Sie an die New Model Army?

Ein Glückstreffer. Ein Freund kennt Leute von der Band und wusste, dass die nach dem Wacken-Open-Air einen Tag frei hatten. Wir haben angefragt, und sie sind uns bei der Gage entgegengekommen, weil das ohne Eintritt nicht anders geht. Die hatten richtig viel Spaß. Am Ende stehen die viel lieber auf der Bühne, als im Hotel herumzusitzen.

Außerdem ist die Spielvereinigung Linden Nord bei Ihnen auf der Bühne zu Gast. Die covert zwar auch „nur“ Schlager und DDR-Oldies, bringen aber eine gewisse Lindener Coolness an die Rock- und Oldie-Bastion.

Noch so ein Zufallstreffer. Ob das neue Coolness ist, weiß ich nicht, aber ich habe die gehört, und die sind klasse. Wir haben in der Vergangenheit außerdem immer wieder Neues probiert, auch Klassik und Comedy. Das hat aber beides nicht so funktioniert.

Das Maschseefest gibt es seit 30 Jahren. Zuletzt wurde sein Konzept kräftig modernisiert. Wie finden Sie die Entwicklung?

Ich bin seit 1995 dabei. Damals gab es an der Löwenbastion zwei Bierstände und eine Pommesbude. Für die positive Entwicklung haben viele Leute Impulse gegeben, zuletzt natürlich Hannovers Marketingchef Hans Nolte. Unterm Strich steht: Wenn’s das Maschseefest so noch nicht gäbe, müsste man es dringend erfinden.

Interview: Volker Wiedersheim

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