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„Mieten steigen viel stärker als Löhne“

Mietpreisspiegel „Mieten steigen viel stärker als Löhne“

Obwohl in Hannover inzwischen mehr als 1000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden und der Rat ein ehrgeiziges Förderprogramm für preiswerten Wohnraum aufgelegt hat, steigen die Mieten kräftig weiter an. Fragen und Antworten zum Thema.

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Viele Zahlen, klare Tendenz: Bei fast allen Wohnungstypen müssen Mieter laut neuem Mietspiegel mehr bezahlen als vor zwei Jahren. Foto: Meding

Hannover. Der Mittwoch vorgelegte neue Mietspiegel weist einen Anstieg von 5,6 Prozent für die letzten zwei Jahre aus, seit 2011 sind es sogar 11,8 Prozent. Hannovers Stadtverwaltung bemühte sich um Beruhigung: Im Großstädtevergleich habe Hannover zuletzt eine um etwa 1,50 Euro geringere Durchschnittsmiete aufgewiesen als andere Städte, der Preisanstieg sei völlig normal. Auch beim Mieterbund will Geschäftsführer Randolph Fries keine Panik schüren, warnt aber: „Früher hieß es immer, dass für Mieten ein Viertel des Monatsgehalts ausgegeben werden sollte, heute sind es oft bis zu 55 Prozent.“ Für viele Haushalte stelle der Mietanstieg eine deutliche Belastung dar, weil die „Mieten viel stärker als die Löhne steigen“.

Wie hoch sind jetzt die Mieten?

Die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete beträgt in Hannover jetzt 6,51 Euro (Kaltmiete pro Quadratmeter). Vor zwei Jahren waren es 6,17 Euro, 2011 dagegen noch 5,82 Euro. Die Wirklichkeit aber ist von Durchschnittswerten kaum abzubilden. Einige Beispiele: 70 Quadratmeter große Wohnungen aus den Kriegsjahren in normalen Lagen sind nur um einen Cent teurer geworden (5,80 Euro pro Quadratmeter), wohingegen 40 Quadratmeter große Wohnungen aus den Fünfzigerjahren in guten Lagen mit 57 Cent überdurchschnittlich viel teurer geworden sind (neu: 7,40 Euro). Am stärksten gestiegen ist der Durchschnittspreis für mittelgroße Neubauwohnungen in normalen Lagen (plus 93 Cent auf 7,70 Euro), gesunken hingegen der Preis für Kleinwohnungen aus den Siebzigerjahren in guten Lagen (minus 30 Cent auf 7,19 Euro). Der höchste Durchschnittswert wurde für gut 85 Quadratmeter große Neubauwohnungen ermittelt: 11,33 Euro bei bester Ausstattung und Lage.

Mietpreisspiegel 2017

Der Mietspiegel für Hannover kann  hier heruntergeladen werden.

Aber es gibt doch höhere Mieten?

Die Übersicht stellt Durchschnittsmieten dar. Bekannt ist, dass in Neubauten längst mehr als 14,50 Euro pro Quadratmeter genommen werden. Entsprechend muss es also auch viele preiswertere Wohnungen geben, sodass der jeweilige Durchschnittswert entsteht. Erfasst wurden nur Mieten, die sich in den letzten vier Jahren geändert haben: Durch Einzug oder Mietanpassungen.

Wofür ist der Mietspiegel da?

Die Region erstellt seit 2011 für alle 21 Kommunen Mietspiegel nach gesetzlich vorgeschriebenen Normen. Mit den Daten werden im Streitfall zwischen Mieter und Vermieter Vergleichsmieten festgelegt, auch Wohngeldzuschüsse berechnen sich danach. Vor allem kommt dem Spiegel mit Einführung der Mietpreisbremse eine Bedeutung zu, die ab heute in Hannover und Langenhagen gilt.

Wie liest man den Mietspiegel?

Zunächst einmal ist das im Internet erhältliche Dokument eine komplizierte Tabelle mit 54 Feldern, in denen für verschiedene Wohnungstypen die Durchschnitts-Mietpreise angegeben werden. Unterschieden wird nach vier Größentypen, sieben Baujahrestypen sowie „normaler“ und „guter“ Wohnlage. Um die Vergleichsmiete zu ermitteln, muss man in einem Straßenverzeichnis die Lagequalität nachschlagen und dann bis zu 27 Ausstattungskriterien überprüfen. So sieht man, ob die vom Vermieter geforderte Miete typisch ist oder nicht.

Wie wurden die Daten erhoben?

Im Stadtgebiet hat das Unternehmen Gewos 40 000 Mieter und knapp 12 000 Vermieter angeschrieben. 5125 haben geantwortet. Das reicht nach Angaben der Region, um fast für alle Wohnungstypen verlässliche Preisangaben zu ermitteln. Der Rat der Stadt muss dem Dokument aber noch zustimmen.

Wie funktioniert jetzt die Preisbremse?

Bei der Wiedervermietung von Wohnungen darf die neue Miete höchstens um 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind Wohnungen, die neu gebaut oder komplett modernisiert wurden oder schon vorher teurer waren. Wie der Mieter von der Höhe der Vormiete erfahren soll, ist allerdings völlig unklar. „Wir haben noch keine Erfahrung mit der Preisbremse“, sagt Mieterbundchef Fries. „Wir sind gespannt auf die ersten Beratungen.“ Haus & Grund, Wohnungswirtschaftsverband und der Maklerverband IVD-Nord warnen aber davor, dass die Bremse die Preise eher steigen lässt, weil aus Angst vor Regulierung weniger neu gebaut wird. In anderen Großstädten war der Trend zu Preiserhöhungen durch Einführung der Bremse nicht gestoppt worden.

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