Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Mieter dürfen drei Monate nicht duschen

Legionellen in Wettbergen Mieter dürfen drei Monate nicht duschen

In einer Wohnanlage in Wettbergen sind Legionellen in den Wasserleitungen entdeckt worden – allerdings erst, nachdem ein Bewohner schwer erkrankt ist. Die Hausverwaltung hat in Absprache mit der Gesundheitsbehörde ein dreimonatiges Duschverbot ausgesprochen.

Voriger Artikel
Das war der Morgen in Hannover am 4. Februar
Nächster Artikel
Göttinger Chaussee wird Einbahnstraße

In dieser Wohnanlage wurden Legionellen in den Wasserleitungen entdeckt.

Quelle: Rainer Surrey/M

Wettbergen. In den Häusern an der Bernardisstraße hat die Hausverwaltung bereits Anfang November in Absprache mit dem Gesundheitsamt ein Duschverbot ausgesprochen, um Infektionen zu verhindern. Nach drei Monaten dürfen die Mieter jetzt wieder ihre Duschen benutzen, da die aktuellen Messwerte unbedenklich sind. Dennoch stehen noch weitere Arbeiten an der Heißwasseranlage aus.

Mieter aus dem Gebäudekomplex mit insgesamt 129 Wohnungen hatten bereits seit Ende 2014 wiederholt darüber geklagt, dass die Warmwasserversorgung nur mangelhaft funktioniert. Die gefährlichen Bakterien kommen besonders in stehendem warmem Wasser vor, speziell wenn Leitungen längere Zeit nicht genutzt werden.

Der erkrankte Mieter, der auch unter verschiedenen chronischen Erkrankungen leidet, kam Ende Oktober 2015 mit Fieber und akuten Atemproblemen in ein Krankenhaus, wo er zweieinhalb Wochen auf der Intensivstation behandelt wurde. Die Klinik stellte bei dem Patienten eine schwere Form der Lungenentzündung fest, die sogenannte Legionärskrankheit, und meldete die Infektion an das Gesundheitsamt der Region. Die Behörde informierte sofort die Bautra Hausverwaltung, die den Gebäudekomplex seit Anfang 2014 für einen Investor betreut. Bei der ersten Probe stellte das Gesundheitsamt mehr als 10 000 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser fest – ein stark erhöhter Wert.

Die Hausverwaltung ließ seitdem neben anderen Schritten den Warmwasserspeicher austauschen. „Wir haben aber die Vorgabe gemacht, dass vorübergehend die hohe Temperatur von 74 Grad in den Leitungen gehalten wird, weil ein notwendiges Ventil noch nicht eingebaut ist“, erklärt Regionssprecherin Carmen Pförtner. Der erkrankte Mieter, der die Überprüfung der Wasseraufbereitung ausgelöst hat, habe sich seine Infektion allerdings nicht im Haus geholt. „Es gibt keine Übereinstimmung zwischen seinem Legionellentyp und dem Typ, der im Wasser gefunden wurde.“

Katharine Mainka, Tochter des Kranken, kritisiert aber, dass die Warmwasserprobleme längst hätten behoben werden müssen. Guido Krüger, Leiter der Bautra Hausverwaltung, betont, 2015 seien mehrfach Bauteile der Heizanlage ausgewechselt worden. „Leider ist der Legionellenbefall erst durch die Erkrankung bekannt geworden.“

Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserversorgung müssen diese mindestens alle drei Jahre auf Legionellen testen. „Bei umfangreichen Arbeiten an der Trinkwasserversorgung kann es aber auch zur Obhutspflicht gehören, vorzeitig auf Legionellenbefall zu testen“, sagt Jörn-Peter Jürgens, Vorstand des Interessenverbands Mieterschutz.

Bärbel Hilbig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Hanova zieht in Bürogebäude am Klagesmarkt

Jahrelang wurde um die Bebauung der historischen Marktfläche gestritten 
– jetzt ist das erste Gebäude nutzbar. Am Montag ziehen die Mitarbeiter der Wohnungsgesellschaft Hanova ein.