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Aus der Stadt Mieterin klagt gegen unangekündigte Kellerräumung
Hannover Aus der Stadt Mieterin klagt gegen unangekündigte Kellerräumung
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00:15 29.12.2016
Von Michael Zgoll
Keller geräumt: Mieterin fordert Schadensersatz. Quelle: Symbolbild (Archiv)
Hannover

Die Mieterin aus der Südstädter Meterstraße war schockiert: Jahrelang hatte sie in einem Teilbereich von sechs Quadratmetern im Trockenkeller ihres Hauses diverse persönliche Gegenstände gelagert, doch diese waren nun verschwunden. Die 33-Jährige erkundigte sich bei der Vermieterin, der Südstädter Kirchengemeinde, nach dem Verbleib ihrer Sachen und forderte Schadensersatz. Dort erinnerte man sich aber nur daran, leere Kartons und Gerümpel entsorgt zu haben. Daraufhin verklagte die Frau die Gemeinde auf Zahlung von 4040 Euro.

Ein Verhandlungstermin am Amtsgericht brachte jetzt ein wenig Licht ins Dunkel. Der Küster der benachbarten Paulusgemeinde ist im Mietshaus als Hausmeister tätig; wie er aussagte, habe er der Mieterin die Erlaubnis erteilt, im hausöffentlichen Trockenkeller Gegenstände zu lagern. Im Gegensatz zu vielen anderen Mietern stand der jungen Frau kein eigener Kellerraum zur Verfügung, ein solcher ist in ihrem Mietvertrag auch nicht aufgeführt.

Genauer Wert der Sammlung ist nicht klar

Warum die Kirchengemeinde den Trockenkeller zum Jahresende 2015 so unvermittelt ausräumen ließ, ist nicht so recht klar. Die Mieterin wurde nie in Kenntnis gesetzt, dass man ihre Sachen wegschaffen wolle.

Die 33-Jährige legte Gemeinde und Gericht eine ausführliche Liste vor, was ihr abhandengekommen ist. Einige Küchenschränke und ein Schreibtisch waren dabei, ein „Phonoschrank silber, Glas“, ein Ölgemälde „Hund und Katze“ sowie zwei Router. Auch Hartschalenkoffer, Hutablage und Hundekörbchen führte sie neben Kleidungs- und Erinnerungsstücken ins Feld, so weit wie möglich mit Wiederbeschaffungspreisen unterlegt. Etliche Dutzend Gegenstände mit einem Schätzwert von 4040 Euro kamen so zusammen. Aber auch der Vermieter-Anwalt hatte recherchiert. Er ermittelte einen Warenwert von 500 Euro, den die Gemeinde aber großzügig aufs Doppelte aufstocken würde.

Urteil folgt im Januar

Grundsätzlich, stellte Richter Albrecht von Bitter klar, muss ein Vermieter einen Mieter informieren, wenn er einen Keller räumen will. „Wenn er sich ohne Vorankündigung am Eigentum des Mieters vergreift, muss er nachweisen, was er entsorgt hat - etwa mittels einer Liste“. Allerdings sollten die vom Mieter behaupteten Verluste glaubhaft sein.

Auch von Bitter hatte gerechnet. Er kam auf belegbare Gegenstände im Wert von 2840 Euro, von denen aber teilweise nur der Zeitwert anrechenbar ist. Am 23. Januar will er sein Urteil verkünden. Was der Mieterin aber sicher niemand mehr erstatten wird, sind Fotoalben, Urlaubserinnerungen und andere persönliche Dokumente.

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