Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mieterin bleibt Vermieter 43 000 Euro schuldig
Hannover Aus der Stadt Mieterin bleibt Vermieter 43 000 Euro schuldig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 18.08.2016
Von Michael Zgoll
Schimmel in Villa in Anderten, hier: ein Sofa mit seltsamer Verfärbung. Quelle: privat
Anzeige
Hannover

Das Nässeproblem betraf vorwiegend den Keller, das sogenannte Fogging das erste Obergeschoss. Mehrere Gutachten wurden geschrieben, viele anwaltliche Briefe verschickt, beide Seiten sprachen Anfang 2016 Kündigungen aus. Schließlich lag das finanzielle Volumen, um das die Parteien wechselseitig stritten, bei 100 000 Euro.

Doch nun haben sich Vermieter und Mieterin am Amtsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Mit dem Kompromiss unter Federführung von Richterin Ingrid Sue-Horn nehmen beide Seiten von ihren exorbitanten Forderungen Abstand - und zahlen jeweils 2000 Euro an das Aegidius-Haus Auf der Bult, das schwerbehinderten Kindern und ihren Eltern zur Seite steht.

Die Villa in Anderten ist durchaus repräsentativ, bietet acht Zimmer, vier Bäder, zwei Küchen sowie Keller und Terrasse. Die Monatsmiete für das 250-Quadratmeter-Anwesen lag bei 2600 Euro, inklusive fixer Nebenkosten. Den Vertrag unterzeichneten der Vermieter - selbst Architekt - und die Mieterin - Chefin einer Immobilienfirma - im Juni 2008. Doch das friedliche Miteinander währte nicht lange. Vor allem bei Starkregen zeigte das 1938 erbaute und 1991 modernisierte Haus Schwächen, war schlichtweg nicht mehr dicht.

Und so begann ein endloses Hin und Her. Mal beklagte die Maklerin stehendes Wasser in Kellerraum oder Bad, mal waren Wände durchfeuchtet und lösten sich Farbe und Putz, ein andermal tropfte Wasser in einen Glasanbau. Lange Zeit versuchte der Hausbesitzer alles Menschenmögliche, um der Feuchtigkeit Herr zu werden. Er erneuerte Drainagen sowie Abdichtungen und stellte Trocknungsgeräte auf. Ein Blower-Door-Test sollte Undichtigkeiten an der Fassade aufzeigen, Wischtests die Beschaffenheit des Schwarzstaubs ergründen helfen. Auch ließ der Architekt den Maler kommen und neuen Teppichboden verlegen. Doch weil sich immer wieder schwarze Schmiere und Feuchtigkeit zeigten, platzte der Maklerin Mitte 2013 der Kragen: Sie minderte die Miete um 520 Euro.

Eines von mehreren Gutachten, die in den folgenden zweieinhalb Jahren erstellt wurden, machte als Ursache für den Schwarzstaub Ausdünstungen aus einer Trittschalldämmung, gepaart mit Fettsäuren aus Lebensmitteln und „menschlicher Aktivität“ aus. Ob die Feuchtigkeit im Keller noch tolerabel ist, war heftig umstritten, auch über die Unterschiede des Lüftens im Sommer und im Winter tauschten sich die Experten aus. Dann schaltete die Mieterin, die sich in der Villa auch mit ihren Büroräumen niedergelassen hatte, endgültig auf stur: Von Februar 2015 bis zu ihrem Auszug im April 2016 zahlte sie überhaupt keine Miete mehr.

Der Vermieter machte vor Gericht die Mietrückstände geltend, doch die Maklerin konterte mit einem Bündel eigener Forderungen. Das reichte von der Demontage und der Neuinstallation der Büromöbel aufgrund des erzwungenen Umzugs über Schadensersatz für Polstermöbel, Kissenbezüge und Raffrollos, die durch die schwarze Schmiere unbrauchbar geworden seien. Auch verwies die Geschäftsfrau auf mögliche Gesundheitsschäden.

Der Vergleichsbereitschaft förderlich war sicherlich, dass ein Gutachter als nächsten Schritt „Bauteilöffnungen“ empfohlen hatte. Mittels des Freilegens der Kellerwände könne man möglicherweise ergründen, woher die Feuchtigkeit stammt und wie sie nachhaltig fernzuhalten ist. Zudem versuchte Richterin Sue-Horn mit viel Ausdauer, die Kontrahenten zu einer Einigung zu bewegen - ohne dass jemand sein Gesicht verliert. Dass sich dann sowohl Vermieter wie auch Mieterin zur Zahlung von je 2000 Euro für einen guten Zweck bereiterklärten, so die Amtsrichterin, habe sie schon gewundert: „Aber letztlich waren beide Parteien auch froh, das Verfahren endlich abschließen zu können.“

Aus der Stadt Ehrenamtliche helfen beim Berufseinstieg - Region bietet Seminare für Job-Lotsen

Damit künftigen Arbeitnehmern der Einstieg in den neuen Job problemlos gelingt, braucht es Unterstützung. In der Region Hannover sollen ehrenamtliche Mentoren diese Aufgabe übernehmen. Den Freiwilligen werden jetzt Seminare angeboten, um den Jugendlichen bei Problemen helfen zu können.

Saskia Döhner 18.08.2016
Aus der Stadt Identifizierungshilfe bei Diebstahl - Polizei codiert kostenlos Fahrräder

Ist das Schloss geknackt und das Fahrrad ersteinmal gestohlen, wird es schwer den fahrbaren Untersatz zurückzubekommen. Helfen sollen dabei Aufkleber, die die Identifizierung erleichtern. Am heutigen Dienstag, sowie am 23. August vergibt die Polizei kostenlos die Aufkleber.

18.08.2016

Zusammen mit einem Unternehmensberater soll ein Psychater Gefälligkeitsgutachten erstellt haben. Das Betrugsverfahren gegen das Duo läuft schon seit mehreren Jahren - und wurde am Dienstag abgeschlossen. Die beiden kommen mit Geldstrafen davon.

Michael Zgoll 18.08.2016
Anzeige