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Marktkirche

Minister und Bischof werben in Hannover für Organspende


Mit einem Luftballon-Massenstart vor der Marktkirche in Hannover haben Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler am Sonnabend auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht.
Philipp Rösler und Aygül Özkan

Philipp Rösler und Aygül Özkan

© Michael Heck

Informationsstände vor der Kirche klärten über Details wie Transplantationen und Gesundheit auf. Experten und Patienten standen für Fragen und Gespräche Rede und Antwort. In Niedersachsen stieg die Zahl der Organspender in den ersten vier Monaten 2010 um gut 25 Prozent. „Diese positive Entwicklung gilt es fortzusetzen“, erklärte Özkan.

Der katholische Hildesheimer Bischof Norbert Trelle forderte bei einem ökumenischen Gottesdienst eine „breite Diskussion“ über das Thema. „Organspende ist Nächstenliebe“, sagte der Oberhirte am Samstag in der Marktkirche. „Die Auseinandersetzung mit der Organspende ist Christenpflicht“, sagte Trelle. Sie sei richtig, wichtig und lebenswichtig. Geleitet wurde der Gottesdienst vom evangelischen Bischof von Braunschweig, Friedrich Weber.

Jährlich sterben in Deutschland rund 1000 Menschen, die auf ein Spenderorgan gewartet hatten. Durchschnittlich fünf bis sechs Jahre Wartezeit muss ein Nierenpatient für eine Transplantation in Kauf nehmen. Wer zur Organspende bereit ist, kann in einem Organspendeausweis genau festlegen, was genau nach dem Tod entnommen werden darf.

Eine große Mehrheit der Bevölkerung stehe zwar der Organspende positiv gegenüber, sie dokumentiere ihre Bereitschaft jedoch nicht mit einem Ausweis, sagte Dirk Heuer, Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Niedersachsen. Nur mit dem Ausweis könne eine Spendenbereitschaft erklärt werden.

dpa

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  • @JC Organempfängerin – 07.06.10
    Haben Sie Kinder? Oder andere Menschen, die Sie lieben? Wie würde Ihre Meinung ausfallen, wenn z.B. Ihr Kind derart schwer erkrankt, dass es nur durch Organspende gerettet werden könnte?

    Als Teenager bin ich urplötzlich schwer erkrankt, meine Leber hörte auf zu arbeiten. Und dass nicht, weil ich ungesund gelebt, oder keinen Sport getrieben hätte. Eine bis dahin unerkannte Erbkrankheit hätte mir fast das Leben gekostet. Meine Lebenserwartung lag, wenn nicht schnell ein passendes Spenderorgan gekomen wäre, bei max. 14 Tagen. 24 Stunden nach Aufnahme auf die Warteliste hatte ich Glück. Meine Eltern sind keine vermögenden Leute und mein Leben habe ich nicht dem Geldbeutel oder einer privaten Krankenversicherung, sondern der Nächstenliebe eines Spenders oder dessen Angehörigen zu verdanken.

    Ich habe viel Leid gesehen. Patienten, für die die Hilfe zu spät kam. Einen Vater, der einen Teil seiner Leber für sein krankes Baby gespendet hat (und auch sein Leben gegeben hätte).

    Sie behaupten, sich mit dem Thema befasst zu haben, aber Ihre Quellen scheinen eher dem Boulevard als der seriösen Berichterstattung zu entstammen.
  • @TS JC – 06.06.10
    Ich habe mich aber im Gegensatz zu vielen in der Gesellschaft mit dem Thema befasst, anstatt partout dagegen zu sein. Menschlich und human zu entscheiden, ist eh nie möglich.

    Auch wenn ich nach meinem Tod meine Organe nicht mehr brauche, möchte ich verbrannt werden und auf der Grünen Wiese beerdigt werden. Mitglied der Kirche bin ich eh nicht.

    Dazu habe ich berechtigte Zweifel, das im medizinischen Bereich alles mit rechten Dingen zugeht. Wir haben schon eine Zwei - Klassenmedizin und wenn man das nötige Geld mitbringt ist leider vieles möglich.
  • Info TS – 06.06.10
    @ Yüksel: Danke für die Info.
  • Info TS – 06.06.10
    @ Yüksel: Danke für die Info-
  • Organspende Yüksel – 06.06.10
    Ein Muslim spendet aber nur ein Muslim, dass ist erlaubt.
  • Befürworter TS – 06.06.10
    Organspende sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Immerhin geht es ja dabei um die Organentnahme nach dem klinischen Tod.
    @ JC: Es ist aus meiner Sicht also schon sehr egoistisch von Ihnen. Sie brauchen Ihre Organe nach dem Tod eben nicht mehr und könnten damit anderen das Leben retten.
    Mit der Einstellung können Sie nur hoffen, dass Sie nicht mal in so eine Situation geraten und eine Organspende benötigen.
    Oder glauben Sie, dass Sportler nie ernsthaft krank werden?

    @ Ein lesender Arbeiter: Den Ausweis kann sich jeder auf http://www.organspende.de herunterladen.

    Und was Aygül Özkan angeht, hat eine zuverlässige Quelle verlauten lassen, dass für Muslime so etwas nicht in Frage käme, da sich eine Organspende, auch nach dem Tod, nicht mit dem muslimischen Glauben vereinbaren lasse.

    Warum macht die dann also Werbung dafür??? - Also liebe Aygül Özkan, erstmal selbst so einen Ausweis mitführen.
  • Das Organspende Nächstenliebe ... JC – 06.06.10
    ... ist mag sein, habe aber meine Probleme damit. Es sind meine Organe und werden sie auch bleiben, auch wenn ich unter der Erde bin!

    Ich habe keinen Organspenderausweis und werde mir so schnell auch keinen holen / besorgen. Ich brauche meine Organe selber, auch wenn ich z.B. mit einer Niere theoretisch leben könnte, habe ich sie nicht umsonst.

    Dazu lebe ich gesund und treibe Sport, mein Körper dankt es mir. Ich muss ja auch gucken, das ich Leistungsfähig bleibe und mein Lebensunterhalt verdiene. Da habe ich leider keinen Platz mehr für eine Organspende und Geschenke an meine Mitmenschen. irgendwann reicht es auch!

    Das ist kein Egoismus, sondern hat etwas damit zu tun, das ich nicht immer erst an andere denken kann und dann an mich. Blutspenden bei der MHH geht schon in Ordnung, aber nicht beim DRK. Das ist eher eine Mafia, als eine wohltätige Gesellschaft, schliesslich braucht der Vorstand / Chef ja auch seinen Dienstwagen. Und das kein Wagen der Mittelklasse, sondern ein Audi A8!
  • Organspender-Ausweis in HAZ abdrucken Ein lesender Arbeiter – 06.06.10
    Eine Anregung an die HAZ-Online- und Print-Medien: Veröffentlichen Sie doch bitte einen Organspende-Ausweis zum Ausschneiden oder Runterladen, dann hat ihn die/der Interessierte gleich zum Ausfüllen zur Hand.
    Ich glaube nämlich, dass mehr OrganspenderInnen erzielbar sind und es u.a. nur deshalb nicht tun, weil sie nicht eigens den Weg zu den Ausgabestellen der Ausweise machen.

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