Hannover. „Für Hannover ist die Erweiterung des Museums ganz besonders wichtig“, sagte Wanka. Mit dem Anbau würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Museum mit seinen Ausstellungen zur bildenden Kunst auch im europäischen Maßstab glänzen könne.
Wanka trifft an diesem Mittwoch mit Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) zusammen, um noch einmal Einzelheiten der Finanzierung und der Realisierung des Projekts durchzusprechen. Mit der Aufstockung der Landesmittel hilft die CDU/FDP-Landesregierung der rot-grün regierten Stadt Hannover aus einer schwierigen Lage. Die Pläne zur Erweiterung des Sprengel Museums waren ins Stocken geraten, weil die Stadt es versäumt hatte, den üblichen Index für steigende Baukosten wie Löhne oder Material in ihre Kalkulation einzubeziehen. Durch die Korrektur der Berechnungen werden die Kosten nun nicht mehr mit 25 Millionen Euro sondern mit 28,5 Millionen veranschlagt, wie Wanka bestätigte. Sie erwartet von der Stadt verbindliche Zusagen, dass dieser Kostenrahmen nun Gültigkeit hat. „Der Oberbürgermeister trägt die Verantwortung dafür, dass das alles klappt“, sagte die Ministerin.
Nach den bisherigen Planungen beteiligen sich Stadt und Land mit jeweils fünf Millionen Euro an den Kosten für den Anbau, weitere zehn Millionen Euro kommen aus EU-Fördermitteln, die das Land verwaltet. Fünf Millionen Euro sollen durch Sponsoren eingeworben werden. Erst kürzlich hatte die Stiftung Niedersachsen bekannt gegeben, dass sie den Anbau mit 500.000 Euro unterstützt.
Unklar ist nach wie vor, wie die Außenfassade des Erweiterungsbaus tatsächlich aussehen wird. Ein eigens eingesetztes Expertengremium, in dem auch Museumsdirektor Ulrich Krempel vertreten ist, will sich heute noch einmal intensiv mit dieser Frage befassen. Der ursprüngliche Entwurf des Züricher Büros Meili + Peter sah eine große, teils verspiegelte Fassade vor. Die Stadt favorisiert inzwischen aber eine Verkleidung aus Sichtbeton, was bei vielen Unterstützern des Museumsprojekts erhebliche Irritationen ausgelöst hat. „Was dort gegenüber dem Maschsee entsteht, muss ein Bau des 21. Jahrhunderts sein“, sagte Ministerin Wanka. „Das Gebäude sollte sich deutlich abheben von dem, was wir sonst haben“, forderte sie. Sie gehe davon aus, dass die Expertenjury eine „weise Entscheidung“ treffen werde.
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