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Mit Leibniz auf dem Segway

Serie „Ausprobiert“ Mit Leibniz auf dem Segway

In unserer Serie begeben sich HAZ-Mitarbeiter auf für sie neues Terrain – diesmal sind wir auf dem Segway dem großen Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz durch Hannover gefolgt.

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Rainer Künnecke verkörpert den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und führt auf einer Segway-Tour zu Hannovers Leibniz-Orten.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Ein bisschen bizarr sieht es schon aus, wenn Rainer Künnecke in barocker Tracht auf dem Segway fährt. Der Schauspieler verkörpert den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und führt uns auf einer anderthalbstündigen Tour zu Hannovers Leibniz-Orten. Künnecke geht in seiner Rolle voll auf. Es scheint, als wäre Seine Exzellenz per Zeitreise aus dem späten 17. Jahrhundert ins Hier und Jetzt befördert worden. Und genau das macht den Reiz der Rundfahrt aus.

Los geht die Tour - wie sollte es auch anders sein - vor der Leibniz Universität. Veranstalter Holger Wohllebe gibt unserer Gruppe von zwölf Teilnehmern eine kurze Einführung in die Bedienung des Segways. Dann dürfen wir auch schon aufsteigen und eine Testfahrt machen. Ich stehe zum ersten Mal auf einem jener Gefährte, auf denen sich entspannt im Stehen dahinrollen lässt - und bin überrascht, wie einfach die Bedienung ist. Bereits nach ein paar Minuten habe ich ein Gefühl dafür, wie ich mich bewegen muss, um loszufahren oder zu stoppen. Denn der Segway lässt sich nur über Gewichtsverlagerung steuern. Beim Nachvornebeugen beschleunigt er, beim Zurücklehnen bremst er. Auch das Lenken klappt auf Anhieb. Ich muss einfach nur das Gewicht ein wenig nach links verlagern und den Lenker etwas nach unten drücken, und schon fahre ich eine Kurve. Etwa zehn Minuten lang drehen die Tourteilnehmer vor der Uni ihre Übungsrunden. Dann fühlen sich alle sicher, und unsere Leibniz-Tour beginnt.

In barocker Tracht auf dem Segway: Rainer Künnecke verkörpert Gottfried Wilhelm Leibniz und führt auf einer anderthalbstündigen Tour zu Hannovers Leibniz-Orten.

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Seine Exzellenz fährt voraus. Durch den Georgengarten geht’s zum Leibniztempel. Dort halten wir zum ersten Mal an. „Ich bin ein Universalgenie. Deshalb hat man mir dieses Denkmal gebaut“, erklärt Leibniz. Das Publikum schmunzelt. „Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, um sie niederzuschreiben“, sagt Leibniz. Nebenbei erläutert er - in aller Bescheidenheit natürlich - seine geschichtliche Bedeutung: „Ich war ein Vordenker der Aufklärung und lieferte wichtige Erkenntnisse für die Mathematik.“

Die Fahrt geht weiter zum Seiteneingang des Großen Gartens, unserem nächsten Haltepunkt. „Die Fontäne dort ist von mir erdacht. Und den Segway gäbe es ohne mich übrigens auch nicht“, sagt Leibniz. Er spielt damit auf seine Erfindung des binären Zahlencodes an, der die Grundlage unserer heutigen Computertechnik ist - und die steckt auch im Segway.

Unsere Tour führt uns weiter durch den Georgengarten. Den Teilnehmern macht die Fahrt mit dem Segway sichtlich Freude. Ich teste kurz die Maximalgeschwindigkeit aus. Die liegt bei 20 Kilometern pro Stunde. „Weil sich die Segways so leicht steuern lassen, überschätzen sich viele jedoch sehr schnell“, warnt Wohllebe. Bisher sei es bei seinen Touren aber noch nie zu einem schweren Sturz gekommen. Ich will nicht der Erste sein, dem etwas passiert - und ein Segway kostet ja immerhin auch rund 9300 Euro. Deswegen drossele ich das Tempo wieder etwas.

Vom Georgengarten führt unser Weg in die Calenberger Neustadt. Nächster Tourstopp ist vor der Neustädter Kirche. „Diesen Ort besuche ich nur sehr ungern. Denn hier liege ich begraben“, sagt Leibniz. Das Publikum muss wieder schmunzeln.

Letzter Halt ist vor dem Leibnizhaus in der Altstadt. „Hier wohnte ich von 1698 bis zu meinem Tod im Jahr 1716“, sagt Leibniz. „Und was haben Sie jetzt mit den Keksen zu tun?“, fragt jemand aus dem Publikum. „Eigentlich gar nichts. Aber nach dem Bismarckhering, der Schillerlocke und den Mozartkugeln hat mich wohl jemand für würdig befunden, auch nach mir ein Produkt zu benennen“, sagt Leibniz.

Mein Fazit: Die Rechnung geht auf. Ein philosophierender Mathematiker + Segway = sehr viel Spaß!

Die nächste Leibniz-Segway-Tour findet am kommenden Sonnabend um 15 Uhr statt. Weitere Termine finden Sie im Internet unter www.6-way.de. Die komplette Rundfahrt dauert zweieinhalb Stunden und kostet pro Person 60 Euro. Sie ist auf 17 Plätze begrenzt.

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