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Kulturausschuss

Mit Schloss Herrenhausen in die „Museums-Bundesliga“

Von Andreas Schinkel

So einig waren sich die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses selten. In höchsten Tönen lobten Vertreter aller Fraktionen die Museumskonzeption für das künftige Schloss Herrenhausen.
Ein Modell des Schlosses.

Ein Modell des Schlosses.

© Michael Thomas (Archiv)

„Großartig, dass jetzt beide Flügel des Schlosses als Museum zur Verfügung stehen“, sagte Friedrich-Wilhelm Busse von der CDU. „Schön wäre noch ein Tunnel, der den West- mit dem Ostflügel verbindet“, meinte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Ob tatsächlich ein unterirdischer Gang gebaut wird, darauf wollte sich Kulturdezernentin Marlis Drevermann nicht festlegen.

„Der Garten ist so schön, dass es sich lohnt, beim Wechsel vom einen zum anderen Museumsteil nach draußen zu treten“, sagte Drevermann. In der Kostenaufstellung sei ein Tunnel jedenfalls nicht berücksichtigt. Stadt und Land investieren je eine Million Euro in das neue Museum, weitere 600. 000 Euro sollen über Sponsoren gedeckt werden. Über die Gestaltung der Innenräume der beiden Flügel entscheidet eine Kommission, die paritätisch mit Vertretern von Stadt und Land besetzt ist.

Die Ausschreibung wird aber erst im kommenden Jahr erfolgen. Fast 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden durch den von der Volkswagenstiftung finanzierten Bau im Großen Garten geschaffen. Im Ostflügel sollen Exponate zu Leibniz und seiner Zeit zu sehen sein, der Westflügel ist für die Welfengeschichte reserviert. „Mit der Ausstellung und deren Gestaltung wollen wir in die Bundesliga der Museen aufsteigen“, sagt Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums am Hohen Ufer, das im neuen Schloss eine Dependance errichtet.

Als Vorbild dient Schwark das Auswanderermuseum in Bremerhaven mit seinen interaktiven Exponaten. „Wir wollen das Denken von Leibniz sinnlich erfahrbar machen“, sagt der Ausstellungsmacher, etwa durch sogenannte Sinnes-Boxen, in denen Besucher Funktionsmodelle ausprobieren oder Experimente durchführen können. „Man könnte etwa eine begehbare Monade bauen“, sagt Schwark. In der Leibniz’schen Theorie sind diese Grundbausteine des Seins hermetisch abgeschlossen – „wir werden aber Fenster in unser Modell setzen“, sagt Schwark. Für die Kutschen, die zunächst auch im Schloss untergebracht werden sollten, sei seiner Ansicht nach kein Platz. „Das wirkt einfach nicht, wenn die große, goldene Prunkkutsche in einem relativ engen Raum steht“, sagt der Museumsdirektor.

Dennoch bleibt noch viel Platz für Preziosen, Porträts und Prunk. Das Land plant für 2014 im Westflügel eine Ausstellung zur Personalunion zwischen Hannover und dem britischen Königshaus – pünktlich zum Jubiläum der doppelten Krone, denn 1714 ist der hannoversche Kurfürst zugleich König von Großbritannien geworden. Da der Schlossbau aber bereits zwei Jahre zuvor, nämlich 2012, fertig sein soll, wird im Ostflügel vor der großen Welfenshow eine Interimsausstellung platziert. „Das könnten Exponate aus der Gartenbibliothek sein“, vermutet Schwark.

Und nach der großen Landesausstellung zur Personalunion wird der Westflügel weiterhin der Welfengeschichte gewidmet sein. Im Gegensatz zur Kulturdezernentin würde es Schwark begrüßen, wenn der unterirdische Verbindungsgang zwischen den Schlossflügeln doch noch gebaut wird. „Im dunklen Tunnel könnten wir nämlich manche der Handschriften von Leibniz dauerhaft zeigen“, argumentiert er. In den von Tageslicht erfüllen Ausstellungsräumen wären die empfindlichen Papiere nur für kurze Zeit zu sehen. Für eine Ausstellung über Leibniz sind die zum Weltkulturerbe erklärten Handschriften aber eigentlich ein Muss.

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  • @Prekärer L77 – 23.08.09
    welche CDU denn. Hannover wird von Linken regiert - schon gemerkt?
  • Na ja, LJA – 23.08.09
    das Gebäude als solches macht nicht viel her und in den bestehenden Hannoverschen Museen liegt vieles im Argen. Speziell im historischen Museum wirkt die Präsentation doch teilweise arg verstaubt und lustlos. Die Wegeführung ist kaum erkennbar und über die Qualität der Exponate kann man in einigen Fällen durchaus streiten. Wenn die neue Ausstellung auch von dieser Qualität sein sollte, dann dürfte es höchstens für einen Bundesliga-Abstiegsplatz langen.
  • Freiheit Prekärer – 22.08.09

    Es ist ja ein Zeichen dieser Epoche das wie vor 200 Jahren auch das Geld in die Villen der wenigen Reichen fließt. Die eigentlichen Wahrzeichen Hannover werden nicht wiederaufgebaut, obwohl einige Ensembles am Leine-Ufer zum Beispiel repräsentabler erscheinen könnten.

    Nein wie teure Kunstsammlung weniger wird durch den Neubau aufgewertet während die jetzige Kunstszenen sich in Agenturen als Praktikanten oder als Kellner abschuften darf.

    Kein Wunder das sich Parteien wie CDU und FDP am Wiederaufbau der alten Stände-Ordnung so erfreuen.

    Reichtum den Reichen!
  • Re: ??? – 22.08.09
    Die Meierei gehört auch zur Kultur Hannovers - egal wer sie besitzt.
    Und wenn dort nichts passiert, hat Hannover ein schönes Stück Kultur in Herrenhausen weniger.
    Oder liege ich da falsch ???
  • @??? CC – 22.08.09
    Was hat die Malerei mit Herrenhausen zu tun? Gar nichts! Sie ist in Privatbesitz, da muss sich der Eigentümer drum kümmern.
  • Da war doch was ? ??? – 21.08.09
    Die dem Verfall übergebene Meierei schon vergessen oder nur nicht daran gedacht ?

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