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Mit anderem Blick auf die Flüchtlingskrise

„Cameo-Kollektiv“ Mit anderem Blick auf die Flüchtlingskrise

Eine Gruppe hannoverscher Kreativer, das „Cameo-Kollektiv“, entwickelt ein interkulturelles Zeitungsprojekt in der Oststadt. Unter den Förderern sind Stadt, Land und Klosterkammer, unter den Kooperationspartnern die VHS oder das Netzwerk Kre/H/tiv.

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Haben das Projekt gegründet: Sebastian Cunitz (li.) und Julius Matuschik.

Quelle: Irving Villegas

Hannover. Wie kommt man in einer neuen Stadt an? Wie findet man Orte, an denen man sich wohlfühlt, Freunde? Als Tabea Künne für ihr Sonderpädagogik-Studium nach Hannover kommt, fühlt sie sich fremd - und braucht Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Jetzt sitzt die 24-Jährige in den Büroräumen des „Cameo Magazins #3“, eines neuen, interkulturellen Zeitungsprojekts in der Oststadt, und fertigt am Computer eine Stadtkarte mit „Kennenlern-Orten“ an: Die Dornröschenbrücke ist dabei, aber auch die Reihe „Dance the Tandem“ im Schauspielhaus, die Begegnungen zwischen Hannoveranern und Geflüchteten ermöglicht.

Saeed Maissara ist Flüchtling. Vor fünf Jahren kommt der 42-Jährige aus dem Sudan nach Hannover. „Ankommen“ hat für ihn mit existenziellen Fragen zu tun: Aufenthaltsgenehmigung, Deutsch lernen - und später: Wie finde ich Arbeit? Weil die Jobsuche Flüchtlinge vor große Probleme stellt, hat er einen Verein gegründet „Umbaja“ - und schreibt im Büro des „Cameo Magazins #3“ an einem Artikel darüber.

„Ankommen“ ist das Pilotprojekt übertitelt, für das beide, Künne und Maissara, arbeiten. Geschaffen wurde es vom „Cameo-Kollektiv“, 15 Kreativen, die sich für eine „bunte Gesellschaft“ einsetzen. Andere Bilder über das Thema Flucht als solche von Menschen im Elend, von übervollen Booten, habe man ursprünglich zeigen wollen, erzählt einer der Gründer, der hannoversche Fotojournalist Sebastian Cunitz. Um zu erfahren, welche Hoffnungen, Träume die Geflüchteten haben, besuchten Cunitz und Mitgründer Julius Matuschik jeweils drei Wochen lang eine Flüchtlingsunterkunft. Seit Ende 2013 präsentierten sie die dort entstandenen Fotos mit Briefen von Geflüchteten in Workshops, Vorträgen, Ausstellungen.

2015 - auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise - sei es nicht mehr so einfach gewesen, in den Unterkünften mit zu leben, sagt Cunitz. Also habe man nach einem neuen Ort für interkulturellen Austausch gesucht. Es entstand die Idee für das „Cameo“-Magazinprojekt. Seit September hat das Kollektiv ein Redaktionsbüro an der Steintorfeldstraße angemietet, bis Ende Juni 2017 soll das 92-seitige Magazin „Ankommen - ­Cameo Magazin #3“ publiziert und vertrieben werden. Zudem soll es eine Online-Plattform für Beiträge und Diskussionen geben. Rund 58 000 Euro an Drittmitteln haben die Magazinmacher für ihr Projekt aufgetrieben. Unter den Förderern sind Stadt, Land und Klosterkammer, unter den Kooperationspartnern die VHS oder das Netzwerk Kre/H/tiv. Eine erstaunlich hohe Anzahl von Autoren - rund 65 Fotografen, Journalisten, Lyriker, Maler, Grafiker aus mehr als 13 Ländern - engagieren sich für die Ausgabe. „Verständigt wird sich auf Englisch, prinzipiell kann jeder mitmachen“, sagt Cunitz.

Am Donnerstag, 24. November, von 19.30 Uhr an, spricht Hannah Suppa, stellvertretende HAZ-Chefredakteurin, im Redaktionsbüro des „Cameo“-Magazins, Steintorfeldstraße 3, über die HAZ im Medienwandel.

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