Hannover. Unter anderem werden Mitarbeiter die auf dem Maschinenhaus in 20 Metern Höhe gelegene Öffnung, aus der der Dampf in die Luft gepustet wird, mit zehn Meter hohen Planen umbauen. Darin sollen sich eventuell noch vorhandene Rostteilchen fangen. Der Termin für die nächste Rohrreinigung steht noch nicht fest, er wird entweder Ende dieser oder Anfang nächster Woche liegen.
Das Ausblasen fordern die Hersteller der neuen Dampfturbine, die in Linden eingebaut worden ist. Nach dem ersten Durchgang vor einer Woche hatten Anwohner in der Calenberger Neustadt zwei Tage später eine unliebsame Entdeckung gemacht. Rostpartikel waren auf ihren Autos gelandet, haben diese verunreinigt in einigen Fällen möglicherweise den Lack beschädigt. Den Stadtwerken liegen nach Angaben von Sprecher Carlo Kallen derzeit etwa zwei Dutzend entsprechende Beschwerden vor. „Wir bedauern das und werden bei berechtigten Ansprüchen Kulanz walten lassen“, verspricht Kallen. Dazu sollen Betroffene sich an die Gemeinschaft Kraftwerk Linden GmbH (GKL) am Ihmeplatz 2 wenden. „Gesundheitsschädlich für Menschen sind die Partikel aber keinesfalls“, stellt der Sprecher klar.
Die Stadtwerke waren nach eigener Auskunft von den Vorfällen überrascht worden. Die Rohre seien zuvor schon durch Spülungen gereinigt worden. Zu den Maßnahmen, die beim nächsten Ausblasen ergriffen werden, zählt neben den Schutzplanen auch eine verstärkte Einspritzkühlung. Will heißen: Der Dampf soll weniger heiß durch die Rohre jagen, was Volumen und Geschwindigkeit beim Austritt verringert. Davon erhoffen sich die Techniker nicht nur eine Lösung des Partikelproblems, sondern auch weniger Geräuschbelastungen für die Anwohner. Auch darüber hatte es Beschwerden gegeben.
Wenn die neue Turbine demnächst ihren Betrieb aufnimmt, ist nach zweijährigen Arbeiten die 155 Millionen Euro teure Modernisierung des Kraftwerks am Ihmeufer beendet. Mit dem Aggregat wird die Anlage leistungsstärker, verringert aber gleichzeitig ihren Kohlendioxidausstoß.
Bernd Haase
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