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Mitarbeiter öffnen Doppelkorn – auf eigene Faust

Bäckerei Mitarbeiter öffnen Doppelkorn – auf eigene Faust

Die Bäckerei Doppelkorn in der Limmerstraße hat am Mittwochmorgen wieder aufgemacht: Die Mitarbeiter haben in Eigenregie entschieden, Brote und Backwaren herzustellen und sie zu verkaufen. Das Schicksal des Unternehmens ist weiterhin unklar.

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Die Mitarbeiter von Doppelkorn haben das Stammhaus an der Limmerstraße auf eigene Faust wieder geöffnet.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Bei einem Unternehmen beschäftigt zu sein bedeutet im Grundsatz, dass ein Arbeitgeber Leute beschäftigt. Bei der Bio-Bäckerei Doppelkorn ist das seit ein paar Wochen nicht mehr so, weil sich Geschäftsführer Manuel Pietrusky aus dem Staub gemacht hat. Also beschäftigen sich Angestellte selbst und erledigen ihren Job. 

Die Filiale auf der Limmerstraße hat trotz der Probleme geöffnet.

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Donnerstag ist bereits der zweite Tag, an dem Mitarbeiter die zentrale Doppelkorn-Filiale an der Limmerstraße auf eigene Faust öffnen wollen. Nachts wird gebacken, mit Mehl, das die Getreide-Anbieter-Gemeinschaft Wendhausen liefert. Bezahlt haben es die Mitarbeiter. Tagsüber wird verkauft, im Laden und draußen im Café.

 Ein „Solidaritätstopf“ sammelt Spenden von Kunden. Unklar ist, wie lange das Geschäft offen bleibt. „Wir hangeln uns von Tag zu Tag“, sagt ein Mitarbeiter. Insgesamt seien rund 20 Angestellte beteiligt, die auf eigene Faust den Laden am Laufen halten. Einnahmen kommen auf ein Sperrkonto. Die Öffnung solle auch „ein Zeichen sein, dass wir für andere Werte stehen, als die schnelle Mark zu machen“.
  

Plakat im Schaufenster von Doppelkorn.

Die Bäckerei Doppelkorn ist pleite. Weil sich aber der Geschäftsführer Manuel Pietrusky, der die Bäckerei erst im April gekauft hatte, schon vor Wochen abgesetzt hat und der vermeintliche neue Besitzer, der frühere österreichische Viererbob-Olympiasieger Gerhard Haidacher, noch nicht im Handelsregister eingetragen ist, konnte auch niemand die Insolvenz beantragen. Deshalb bekommen die Mitarbeiter weder Lohn noch eine Lohnfortzahlung von einem Insolvenzverwalter. Sogar der Staatsanwalt ermittelt in der Angelegenheit.

Beim Amtsgericht Hannover ist auch am Mittwoch kein Insolvenzantrag gestellt worden. Erfahrungsgemäß sind es Sozialkassen, die wegen ausbleibender Beitragszahlungen von Arbeitgebern frühzeitig Interesse haben, mithilfe eines Insolvenzverwalters Ansprüche zu sichern. Bei Doppelkorn soll zudem das Finanzamt Forderungen an das Unternehmen erheben.  

gum/sbü

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