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Eskalation oder Lösung bei den Hebammen?

Henriettenstift Eskalation oder Lösung bei den Hebammen?

Der Krankenhausverbund Diakovere hat gemeinsam mit den Mitarbeitern Lösungen für die Personalprobleme in den Kreißsälen erarbeitet – allerdings nur für gut eine Woche. So lange gilt laut Verdi eine Übergangslösung. Einigt man sich bei Gesprächen Ende nächster Woche nicht auf eine langfristige Strategie, droht eine Eskalation des Streits.

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Für eine Woche ist eine Lösung im Streit zwischen Hebammen und Diakovere gefunden. Findet sich sich allerdings kein gemeinsames Zukunftskonzept, kann die Auseinandersetzung bald wieder entflammen.

Quelle: Steiner (Archiv)

Hannover. Dann „könnte die durchgehende Besetzung der Kreißsäle wieder gefährdet sein“, sagte Thilo Jahn, Gewerkschaftssekretär bei Verdi.

In dieser Woche hatten Geschäftsführung und Hebammen von Diakovere Gespräche geführt. Dabei vereinbarten sie laut Klinikums-Chefetage, den Tausch der kompletten Teams von Henrietten- und Friederikenstift „zu lockern“. Die Gewerkschaft Verdi verbreitete, alle Hebammen könnten nun selbst entscheiden, in welchem Haus sie arbeiten. Laut Verdi verabredeten die Parteien aber auch, Schwangere wieder an andere Kliniken zu verweisen, „sollte es zu einer akuten Überlastungssituation kommen“.

Zuletzt hatte die Diakovere-Geschäftsführung mit einer drastischen Maßnahme für Aufsehen gesorgt: Um den Betrieb im sogenannten Level-1-Krankenhaus Henriettenstiftung aufrecht erhalten zu können, sollte das Personal der Hochleistungs-Geburtsklinik mit dem des Friederikenstifts getauscht werden. Im „Henri“ hatten Hebammen lange über Unterbesetzung und zu viel Arbeit geklagt und sich zuletzt geweigert, kurzfristig einzuspringen, wenn sich Löcher im Dienstplan ergaben. In der Folge hatte die Klinik ihre Kreißsäle mehrfach abmelden müssen, weil sie nicht besetzt waren. „Der Haustausch wurde als absolut ungeeignet betrachtet“, schreibt Gewerkschaftssekretär Thilo Jahn nun. Er verschärfe die Situation vielmehr – das habe auch eine einwöchige Testphase ergeben.

Die Atmosphäre bei den Gesprächen zwischen Diakovere-Leitung und Hebammen beschreiben die beiden Parteien unterschiedlich. Während die Arbeitgeberseite von „konstruktiven Gesprächen“ spricht, berichtet Verdi von „massiven Unmutsäußerungen“ der Mitarbeiterinnen. Einige Hebammen hätten den Wunsch geäußert, aus ihrem Arbeitsvertrag auszusteigen.

Kurzfristig sollen beiden Häuser nun so besetzt werden, dass ihr Betrieb gewährleistet ist. Diakovere spricht von einem „neuen Teamverständnis“, durch das Dienstpläne „flexibel geregelt“ werden könnten. Dieses Verfahren gilt laut Geschäftsführung „bis auf Weiteres“ – laut Gewerkschaft allerdings nur bis Freitag kommender Woche. Dann würden sich alle Seiten zusammensetzen und über eine dauerhaft tragfähige Lösung sprechen. Derweil verspricht Diakovere, bereits zum 1. Oktober zusätzliche Hebammen einzustellen.

CDU-Regionschef Hendrik Hoppenstedt hatte angesichts der Diskussionen bei Diakovere in dieser Woche eine neue Geburtsstation im Regionsklinikum (KRH) angeregt, beispielsweise im Klinikum Siloah. KRH-Sprecher Bernhard Koch hält das derzeit für unrealistisch. „Das Land müsste eine solche neue Klinik erstmal genehmigen“, sagt er. Das jedoch habe die Schließung der Geburtsklinik im Nordstadtkrankenhaus nicht nur genehmigt, sondern sogar begrüßt. Mit den Problemen bei Diakovere habe diese Schließung nichts zu tun.

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