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Aus der Stadt Mitgliederschwund beunruhigt Hannovers Kirchen
Hannover Aus der Stadt Mitgliederschwund beunruhigt Hannovers Kirchen
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00:15 19.07.2016
Von Mathias Klein
Blick in die Marktkirche in Hannover. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Stadtsprecher Udo Möller rechnet damit, dass sich die Zahl auch in diesem Jahr bei einer ähnlichen Höhe einpendeln wird. Der Zehnjahresvergleich zeigt, wie stark der Schwund vor allem die Protestanten trifft. Ende 2005 hatte der evangelische Stadtkirchenverband (mit Garbsen und Seelze) noch 220 047 Mitglieder, Ende 2015 waren es nur noch 193 328. In der katholischen Kirche ist die Entwicklung deutlich weniger dramatisch, der Rückgang betrug etwa 4500 auf aktuell 153 500 Mitglieder.

Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann sagt, viele Menschen erlebten Kirche „leider nur noch als Organisation“. Zudem gebe es nicht mehr den Druck früherer Jahren, dass man zur Kirche gehören müsse: „Für einige Menschen ist es sogar schick, sich von der Kirche zu distanzieren.“ Heinemann vermutet zudem, dass ein Teil der AfD-Anhänger derzeit aus der Kirche austrete, denn von den Zielen der Partei grenze sich die Kirche deutlich ab.

Probst Martin Tenge von der katholischen Kirche sagt, die Zahlen beunruhigten ihn. Dabei gehe es ihm nicht um die fehlenden Einnahmen aus Kirchensteuern, sondern es werde deutlich, dass „die Plausibilität der Kirche stark gelitten“ habe. „Die inneneren Bindungen zu Kirche und Glauben sind verloren gegangen“, sagt Tenge. Entscheidend für die weitere Entwicklung sei jetzt die pastorale Arbeit vor Ort: „Unsere Mentalität ist zu wenig darauf ausgerichtet, auf die Menschen zuzugehen.“

Trotz der Gesamtmenge der Kirchenaustritte ist die Zahl der Katholiken in Hannover zuletzt leicht gestiegen. Grund dafür ist die Zuwanderung aus katholisch geprägten Ländern wie etwa Polen. Allerdings ändert auch das nichts daran, dass die Mitglieder von evangelischer und katholischer Kirche in Hannover auch zusammen seit einigen Jahren nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen. Dramatischer Höhepunkt der Austrittswelle war bisher das Jahr 2014. Anlass war außer der Unzufriedenheit mit der Kirche insbesondere die damals von den Banken verschickte Ankündigung, Kirchensteuern auf Kapitalerträge künftig direkt an den Staat abzuführen. Viele glaubten an eine Steuererhöhung, dabei ging es nur um eine Änderung des Einzugssverfahrens. 2014 hatten 3931 Frauen und Männer in Hannover die Kirchen verlassen. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 verzeichnete das hannoversche Standesamt 1966 Austritte. „Das ist schon ein bemerkenswerter Anstieg“, sagt Möller.

Auch bundes- und landesweit sind die Mitgliederzahlen der großen Kirchen erneut gesunken, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag mitteilten. Immerhin seien nicht mehr ganz so viele Kirchenglieder aus ihren Glaubensgemeinschaften ausgetreten wie zuvor. Wegen des demografischen Wandels - weniger Geburten- als Sterbefälle - allerdings sei die Gesamtzahl weiterhin rückläufig.

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