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Aus der Stadt Juniorermittler jagen Diamentdieb
Hannover Aus der Stadt Juniorermittler jagen Diamentdieb
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00:21 17.12.2015
Von Saskia Döhner
„Hier ist die Soko IPH, Kommissar Jost“: Die Kinder bei ihren Ermittlungen im Mitmach-Krimi. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Den Namen für ihre Sonderkommission finden die Juniorermittler schnell: Soko IPH soll sie heißen. Weitaus schwieriger gestaltet sich die Suche nach dem rosa Riesendiamanten „Kijana“ – ihre Aufgabe bei diesem Mitmach-Krimi. „Kijana“ war vor sechs Jahren gestohlen worden, den vermeintlichen Dieb hatte man damals verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, jetzt ist er wieder frei, aber der Edelstein bleibt verschwunden. Weil die Polizei Hannover hoffnungslos überlastet sei, müssten jetzt eben Kinder ran, sagt Kommissarin Agathe Rippchen (Sabine Köster-Wendel), als sie die jungen Detektive hinter dem Neuen Rathaus auf den Fall einschwört.

Die etwas andere Geburtstagsfeier: Mit Juniorermittlern auf der Jagd nach Diamantendieben

Konsequent siezt die Polizistin mit übergroßer Sonnenbrille und Einkaufs-trolley die Zehn- und Elfjährigen. „Ruhe bitte, meine Herren und die Dame“, ermahnt sie die Kinder, als diese zu laut werden, erläutert, wie man sich als Juniorermittler meldet („Auf keinen Fall mit ,Hallo, hier ist die Polizei‘“), Straßenkarten liest, mit Handschellen umgeht und Zeugen befragt („Immer sachlich bleiben, nicht beleidigend, wenn der Zeuge frech wird, dürfen Sie auch schon mal etwas schärfer im Ton werden“).

Nach der Einweisung sind die jungen Detektive auf sich gestellt. Eltern spielen bei diesem Mitmach-Straßenkrimi keine Rolle. Mit der Jagd nach dem Edelstein feiert Jost, Fünftklässler aus der Waldorfschule am Maschsee, an diesem Tag seinen elften Geburtstag. Im Jahr zuvor war er mit seinen Gästen im GOP. Auf den Mitmach-Krimi war Mutter Klaudia von Horn eher zufällig gekommen, als sie im Internet nach Ideen für Geburtstagsfeiern suchte. „Ich fand das für diese Altersklasse ideal, etwas Spannendes, bei dem man selbst mitmachen kann.“ Und die Geburtstagsgäste, sieben Jungen und ein Mädchen, sind mit Feuereifer bei der Sache, stecken die Köpfe zusammen, tuscheln, schleichen sich hinter dem aus der Haft entlassenen Dieb her, der jetzt als Kellner im Lorettas arbeitet und erst mal die Speisekarte auswendig lernen muss.
Laiendarsteller spielen Täter, Opfer und Zeugen. Die Fälle werden nicht nur in Hannover rund um den Maschsee, sondern auch in Hamburg, Braunschweig und Bremen aufgeführt. Entstanden ist die Krimi-Schnitzeljagd vor drei Jahren in Oldenburg. Hier hat das Team von Sabine Köster-Wendel, Mirko Marhenke und Heiko Sakel sogar drei Kriminalfälle im Repertoire. In Hannover wird gerade ein zweiter Fall, ein Entführungsdrama im Georgengarten, einstudiert. Mitmach-Krimis für Erwachsene gibt es schon länger. „Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die als Laiendarsteller bei uns mitspielen wollen“, sagt Sabine Köster-Wendel. Im echten Leben ist sie nicht Kommissarin, sondern Bürokauffrau. Sie hat die Kinderkrimis geschrieben. Fast jedes Wochenende ist sie als Ermittlerin Rippchen irgendwo in Norddeutschland im Einsatz. Für Neun- bis 13-Jährige seien die Fälle ideal, sagt sie: „Die Kinder sind richtig drin in der Geschichte, sie unterscheiden manchmal nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit.“
Auch wenn nicht jeder Wunsch der Juniorermittler in Erfüllung geht, sie sind mit Feuereifer bei der Sache. „Bekommen wir einen Polizeiwagen?“, fragt ein Junge. „Ich bin zu Fuß, Sie müssen auch zu Fuß ermitteln“, kontert Kommissarin Rippchen. Den Berufswunsch „Polizist“ haben Jost und seine Gäste nicht. Nur einer weiß schon genau, was er werden will: „Historiker“. Das ordentliche Melden am Telefon, „Hier ist die Soko IPH, Kommissar Jost“, klappt perfekt, und nach zweieinhalb Stunden sind auch der Riesendiamant gefunden und die Verbrecher festgenommen.
Die Junior-Krimis können unter www.straßenkrimi.de gebucht werden. Sie werden nur für Gruppen auf Anfrage veranstaltet. Für maximal zehn Kinder liegt der Festpreis für die zwei- bis dreistündige Tour bei 179 Euro.

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