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Aus der Stadt Mittagstisch für Schüler gefährdet
Hannover Aus der Stadt Mittagstisch für Schüler gefährdet
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08:42 06.08.2011
Von Andreas Schinkel
Bald wird weniger zu putzen sein: Die Großküche "Sonnenblume" in Wunstorf steht vor der Schließung. Quelle: Insa Catherine Hagemann
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Hannover

Rund 30 Schulen in Hannover und Umgebung bringt der Ausfall in die Bredouille, darunter so große Einrichtungen wie die Goetheschule, die Herschelschule und die IGS Stöcken. Ähnlich hoch ist die Zahl der Kindergärten, die ihr Mittagessen von „Sonnenblume“ beziehen, sodass insgesamt mehrere Tausend Kinder betroffen sind. Die Wunstorfer Großküche des Unternehmens beschäftigt 80 Mitarbeiter, die nun von Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Erst vor wenigen Tagen haben die Schulen und Kindergärten das Kündigungsschreiben des Caterers erhalten, gerade noch rechtzeitig, denn die Kündigungsfrist beträgt genau einen Monat. „Jetzt stehen wir vor einem Riesenproblem“, sagt Rolf Doelle, Leiter der IGS Stöcken. „Wie sollen wir in nicht einmal zwei Wochen bis zum Schulstart Ersatz finden?“

Beim Verein Altenzentrum, dem Träger des Caterers, bemüht man sich um Schadensbegrenzung. „Wir werden mit allen Schulen und Kindergärten sprechen und nach Lösungen suchen“, sagt Vereinsvorsitzende Monika Brüning. Jederzeit sei man dabei behilflich, einen anderen Caterer zu finden. Das jedoch gestaltet sich nicht so einfach. „Wir können nicht auf die Schnelle einen beliebigen Lieferanten unter Vertrag nehmen. Qualität, Service und Preis müssen sorgfältig geprüft werden“, sagt Doelle. Erschwerend komme bei der Gesamtschule Stöcken hinzu, dass die Mensa eigentlich nur aus einem leer geräumten Musiksaal besteht und nicht einmal über eigenes Geschirr verfügt. „Bisher brachte ‚Sonnenblume‘ immer das Geschirr mit“, sagt Doelle. Da eine neue Mensa erst entsteht, müsse sich ein Caterer finden, der den Tellerservice ebenfalls anbietet.

Die Lebenshilfe Hannover, Träger von vier Kindergärten, die von „Sonnenblume“ versorgt werden, gibt sich gelassen. Natürlich hätte man gern mehr Zeit für die Suche nach einem neuen Caterer gehabt, aber völlig unvorbereitet sei man auch nicht gewesen. „Es war abzusehen, dass bei ,Sonnenblume‘ etwas im Argen lag, deshalb haben wir uns schon nach Alternativen umgesehen“, sagt ein Lebenshilfe-Mitarbeiter. So sei das Essen in den vergangenen drei Monaten nicht immer pünktlich geliefert worden, auch habe die Qualität nachgelassen – zeitgleich mit steigenden Preisen. Das bestätigt Schulleiter Doelle. „Um Kosten zu sparen, zog der Caterer eine Mitarbeiterin bei der Essenausgabe ab“, sagt er. Die Lücke musste die Schule schließen.

Wie es zu der Pleite kommen konnte, sollen jetzt Wirtschaftsprüfer herausfinden. Allein in diesem Jahr hat das Unternehmen einen Verlust von bis zu 650 000 Euro hinnehmen müssen. Geschäftsführer Harald Brandes ist bereits entlassen.

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