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Herrenhäuser Gärten

Mittendrin im Frühling: In Herrenhausen beginnt die Saison

Von Juliane Kaune

Trotz der langen Frostperiode haben die Gärtner es geschafft, pünktlich zum Saisonstart den Frühling nach in die Herrenhäuser Gärten zu holen. In Herrenhausen grünt es allerorten – und die Große Fontäne sprudelt wieder.
Rein in die Rabatten: Herrenhausen-Chef Ronald Clark fühlt sich inmitten der Buchsbaumhecken sichtlich wohl – und hofft auf viele Gartenbesucher.

Rein in die Rabatten: Herrenhausen-Chef Ronald Clark fühlt sich inmitten der Buchsbaumhecken sichtlich wohl – und hofft auf viele Gartenbesucher.

© Thomas

Etwas unruhig wurde Ronald Clark schon, als die Temperaturen in der ersten Märzhälfte alles andere als frühlingshaft waren. Doch am Freitag konnte der Direktor der Herrenhäuser Gärten nun gut gelaunt die entscheidende Nachricht verkünden: Trotz der langen Frostperiode haben die Gärtner es geschafft, pünktlich zum Saisonstart den Frühling nach Herrenhausen zu holen. „Die Kollegen haben mit Hochdruck gearbeitet“, lobte Clark. Besucher können sich davon überzeugen: In den Beeten und Rabatten von Hannovers Touristenattraktion blüht es bereits unübersehbar. Und ab Sonntag sprudeln erstmals nach der Winterpause auch die Wasserspiele – dann wird die Große Fontäne wieder ihren kraftvollen Strahl in bis zu 80 Meter Höhe schießen.

Beim Probelauf am Freitag klappte das bestens. Ein wenig nachbessern müssen die Techniker andernorts: Weil die Becken der Sternfontänen im Großen Garten noch einige undichte Stellen haben, können diese erst zu Ostern in Betrieb gehen. Auch die Kleine Kaskade muss repariert werden, bevor sie wieder plätschert – bis Ende April sind Arbeiten am Treppenlauf und an der Balustrade vorgesehen. Letzte Ausbesserungen an den Wegen in den Barockanlagen und im Georgengarten, die während der Wintermonate nicht erledigt werden konnten, sollen nun bis zum Osterwochenende abgeschlossen sein.

Rund 1,5 Millionen Euro sind nach den Worten Clarks im vergangenen Jahr in die Sanierung und Erhaltung der Gärten geflossen. Die gleiche Summe ist für dieses Jahr eingeplant – unter anderem wird bis zum Sommeranfang das Wegesystem im Staudengrund des Berggartens erweitert und neu gegliedert. Einen Vorgeschmack auf eine weitere, ungleich kostspieligere Baustelle bekommen die Besucher schon jetzt: Weil die Vorarbeiten für den 20 Millionen Euro teuren Wiederaufbau des Schlosses im Ehrenhof begonnen haben, ist der bisherige Hauptzugang zum Großen Garten gesperrt. Das Kassenhäuschen befindet sich fortan am Arne-Jacobsen-Glasfoyer, die Besucher werden nun zunächst bis Ende April über den Blumengarten in die Barockanlagen geführt. Wenn ab Herbst die eigentlichen Bauarbeiten für das Schloss beginnen, soll dieser Zugang zur langfristigen Lösung werden. Bereits im vergangenen Herbst haben die Herrenhäuser Gärtner um die 80 000 Pflanzen und rund 60 000 Blumenzwiebeln unter die Erde gebracht. Und wenn das Wetter mitspielt, rechnet Clark damit, dass „beinahe täglich“ neue Frühlingsboten sprießen werden – von Narzissen, Tulpen und Hyazinthen bis zu Goldlack und Kaiserkronen.

Ostern mit Panoramasicht: Den besten Überblick über den Großen Garten gibt es am Ostersonntag, 4. April. Besucher können dann von 10 bis 16 Uhr die Barockbeete von einer 45 Meter hohen Steigeranlage aus bewundern; zwei Euro kostet das Vergnügen für Schwindelfreie. Zudem wird ein buntes Osterprogramm mit Aktionen und Führungen für Kinder und Erwachsene geboten.

Kostbarkeiten im Berggarten: Ende April warten im Schmuckhof botanische Raritäten auf Pflanzenfreunde. Erstmals werden dort niederländische Rembrandttulpen präsentiert, die durch ihre geflammten Blüten auffallen. Der Anbau dieser Züchtung, die ein Virus in sich trägt, ist in Deutschland streng verboten – in den Niederlanden haben nur wenige Gärtnereien eine Ausnahmegenehmigung. Entsprechend stolz ist Clark, dass sich die Herrenhäuser Gärten 500 der seltenen Exemplare in 20 verschiedenen Sorten sichern konnten.

Hochwertige Souvenirs: Das Sortiment im Infopavillon am Eingangsbereich zum Großen Garten wurde runderneuert. Handgeschmiedete Gartengeräte aus Holland, Rosenhandschuhe aus Schweden oder Zitronenmarmelade aus Italien gehören jetzt zum Angebot. Die meisten Produkte werden exklusiv in Herrenhausen vertrieben. Neu im Programm ist auch ein Gartenführer, der in sechs Sprachen erhältlich ist.

Öffnungszeiten: Die Herrenhäuser Gärten sind ab dem 28. März täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, von Mai bis August bis 20 Uhr. Die Wasserspiele laufen wochentags von 11 Uhr bis 12 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen schon ab 14 Uhr. Der Eintritt für den Großen Garten mit Grotte und Berggarten kostet 5 Euro, nur für den Berggarten sind 3,50 Euro zu zahlen. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.

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  • Kleingedrucktes Gartenfreund – 27.03.10
    Ob neben der Fontaine auch die Einnahmen kräftig sprudeln wird sich zeigen. Denn wie bereits angekündigt hat die Verwaltung den Eintrittspreis zum Saisonstart kräftig erhöht. Auch der Förderverein Freunde der Herrenhäuser Gärten e.V. wird seinen Mitgliedsbeitrag schnellstmöglich anpassen. Wer sich davon nicht abschrecken läßt wird statt dem erwarteten stillen Gartengenuß schon bald den Lärm der Schloßbaustelle zu spüren bekommen.

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