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Mittwoch ist Schluss mit komplett kostenfreiem DVB-T

Das müssen Sie wissen Mittwoch ist Schluss mit komplett kostenfreiem DVB-T

Wer bisher noch kostenloses Digitalfernsehen über eine Antenne empfängt und nicht nachgerüstet hat, muss sich jetzt sputen. Am Mittwoch werden alle Privatsender abgeschaltet, Ende Juni folgen die öffentlich-rechtlichen Sender. Im Fachhandel gibt es deshalb viele Kundenanfragen zum neuen DVB-T2.

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„Ich finde es ärgerlich, dass man für die privaten Programme noch einmal extra Geld ausgeben muss“: Ralf Klinner bei Saturn. Fotos: von Dithfurth (2)

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Der sogenannte DVBT-Standard wird durch ein neues System ersetzt (DVB-T2), die bisherigen Empfangsgeräte funktionieren nicht mehr - und für die Privatsender wie RTL, Pro-Sieben/Sat.1 und Co muss man künftig auch bezahlen. In den Elektronikgeschäften kommen jetzt immer mehr Kunden mit vielen Fragen.

„Ich glaube es wurde nicht genügend aufgeklärt“, sagt Christoph Komor vom Elektromarkt Expert in Laatzen. Die Mitarbeiter registrierten eine große Unsicherheit, wenn es um die Neuanschaffung des Receivers ginge. So wie etwa bei Kunde Stefan Klösel - er zeigt sich angesichts der großen Auswahl etwas überfordert. „Da ich nicht so viel fernsehe, reicht mir die Grundausstattung“, sagt der 39-Jährige. Eigentlich wollte er deshalb für seinen bisherigen Fernseher ein neues Empfangsgerät (Receiver) mit DVB-T2-Technik kaufen. Dass er aber, wenn er weiterhin auch Privatsender sehen will, jährlich noch eine Modulkarte dazukaufen muss, wusste er nicht. „Vielleicht bleib ich dann lieber bei Internet-Streamingdiensten“, überlegt Klösel.

Anlass für die Umstellung ist die Anpassung an heutige Flachbildschirme, die mit hochauflösenden Bildern werben, die das herkömmliche DVB-T aber nicht liefern kann. Mit dem neuen Format werden die Programme nun auch in High-Definition (HD) verbreitet.

Laut Freenet TV, das die Modulkarte für die Privatsender vermarktet, ist die Umstellung zur neuen Technologie in „drei schnellen Schritten“ vollzogen. Kunden empfinden dies allerdings anders. Etta Stephan etwa hat sich bereits Hilfe besorgt. „Das Seniorenbüro schickt mir jemanden, der alles für mich anschließt. Mich überfordert die Technik“, sagt die Kirchröderin. Sie müsse nun nur den Receiver - natürlich passend zum TV-Gerät in anthrazit - besorgen.

So gut aufgestellt wie Etta Stephan sind allerdings nicht alle Senioren. „Vor allem ältere Menschen kommen zu uns in den Laden, weil sie denken, dass sie demnächst nicht mehr fernsehen können“, sagt Leonard Köhrer von Saturn am Ernst-August-Platz. Dabei würden diese Kunden nicht einmal DVB-T empfangen, sondern über Satellit oder Kabel fernsehen - bei ihnen ändert sich überhaupt nichts.

Kunden wie Ralf Klinner sind da die Ausnahme. Da er selbst einmal Elektrogeräte verkauft hat, hat der 56-Jährige wenig Probleme mit der Technik, sagt aber: „Ich finde es ärgerlich, dass man für die privaten Programme noch einmal extra Geld ausgeben muss.“

Die Händler empfehlen vor allem, Zeit mitzubringen, sofern man noch neue Geräte für DVB-T2 anschaffen muss. „Wir müssen viel Aufklärungsarbeit leisten“, sagt Jürgen Thorenz, Inhaber des gleichnamigen Hifi-Geschäfts in der Karmarschstraße. Einige Händler glauben, dass auch nach dem 29. März die große Nachfrage nach dem neuen digitalen Fernsehen noch nicht vorbei sein wird.

Von Madeleine Buck

Das müssen Sie über DVB-T2 wissen

Wer Kabelfernsehen oder einen Satellitenanschluss hat, für den ändert sich überhaupt nichts.
Wer Digital-Terristrisches Antennenfernsehen empfangen will, benötigt entweder einen neuen Fernseher oder ein Empfangsgerät (Receiver)mit dem neuen DVB-T2-Standard. Achtung bei Internetkäufen: Geräte ohne den Code HEVC/H.265 sind in Deutschland nutzlos. Im Fachhandel gibt es nur Geräte mit diesem Code.

Bei neuen Fernsehern ist oft schon ein Triple-Tuner eingebaut, der sowohl Kabel- und Satellit- wie auch DVBT-Signale umrechnen kann. Wenn dieser Fernseher das DVB-T2-Signet und den richtigen Ländercode HEVC/H.265 hat, müssen Sie kein Zusatzgerät kaufen. Wenn Sie allerdings weiterhin Privatsender über DVB-T2 empfangen wollen, dann achten Sie unbedingt darauf, ob der Fernseher auch den notwendigen Einschub (Name: CI+) für die Modulkarte hat.

Wollen Sie Ihren alten Fernseher ohne DVB-T2-Technik weiternutzen, benötigen Sie nur einen separaten Receiver für DVB-T2. Die gibt es ab 40 Euro, in besserer Ausstattung kosten sie mehr als 100 Euro. Die alte Antenne können Sie weiterverwenden.
Für Privatsender benötigen Sie zusätzlich das Modul CI+ von Freenet TV. Es kostet einmalig 80 Euro, dann jährlich 69 Euro. Es muss freigeschaltet werden.

mab

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