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Aus der Stadt „Mobile Welten“ in Hannover wächst heran
Hannover Aus der Stadt „Mobile Welten“ in Hannover wächst heran
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20:40 15.02.2013
Von Conrad von Meding
Ganzer Stolz: Aus Stade ist auch ein Transport-Dreirad vom Typ „Tempo“ angekommen. Horst-Dieter Görg vom Förderverein zeigt den 1948 gebauten Lastesel der Wirtschaftswunderzeit. Quelle: Surrey
Hannover

Unerwartet schnell wächst das Ausstellungsprojekt „Mobile Welten“ im Norden Hannovers heran. Der Förderverein der Oldtimer- und Mobilitätsinitiative übernimmt derzeit überraschend fast 10000 Exponate vom aufgelösten Technik- und Verkehrsmuseum aus Stade, darunter Mopeds und Transportfahrzeuge, Lokomotiven und Leiterwagen. Mithilfe von Sponsoren und mit Privatwagen transportieren die Enthusiasten das historische Material nach Hannover. Am 4. Mai wird die Saisoneröffnung der „Mobilen Welten“ in der alten Louis-Eilers-Halle gefeiert, anschließend soll die wachsende Ausstellung regelmäßig zu sehen sein.

Etwa 75 Mitglieder hat der Förderverein derzeit, fast alles Oldtimer-Liebhaber und begeisterte Kfz-Schrauber. Ende 2011 haben sie sich gegründet, um in Hannover eine Mobilitätsausstellung aufzubauen. Drei von ihnen haben als Investoren dafür die Brache der Eilers-Werke gekauft. Noch ist das 15000 Quadratmeter große Areal weitgehend an Firmen vermietet, VW etwa hat dort ein Teilelager untergebracht. Doch das bisher etwa 600 Quadratmeter große Hallenstück, das der Verein selbst beansprucht, reicht schon bald nicht mehr aus. Fast täglich kommen jetzt neue Unikate aus dem nordniedersächsischen Stade an.

„Die Übernahme der Sammlung kam überraschend, ist aber sehr willkommen“, sagt Horst-Dieter Görg vom hannoverschen Arbeitskreis Technikgeschichte. In Stade, wo das Atomkraftwerk aus Sicherheitsgründen endgültig vom Netz gegangen ist und die Kommune daher um Steuereinnahmen bangt, ist dem 30 Jahre alten Trägerverein des dortigen Technikmuseums der Pachtvertrag für die Ausstellungsflächen gekündigt worden. Dem Vernehmen nach will die Stadt auf dem Areal Bau- und Supermärkte ansiedeln, eine Klage des Museumsvereins scheiterte endgültig. „Sechs Wochen haben wir jetzt noch Zeit für den Umzug“, sagt Bernd Lange. Der EU-Abgeordnete und Oldtimerfan ist Vorsitzender des hannoverschen Vereins, nun stellte er bei der Jahresversammlung den Mitstreitern den Stand des ambitionierten Projekts vor.

Schon jetzt steht in der Ledeburger Halle etwa ein Original-Fließband aus der Produktion des Hanomag-Kleinwagens Kommissbrot („Ein bisschen Blech, ein bisschen Lack, fertig ist der Hanomag“) neben einem urigen Feuerwehrwagen oder einem originalgetreuen Harley-Davidson-Schuppen von 1903. Harley-Händler Matthias Korte ist einer der drei Investoren in dem Projekt, zusammen mit Klaus Kirchheim (Autozulieferer Nass Magnet) und einem Hamburger Gastronomen. Aus Stade kommen jetzt etwa eine komplette Schmiede und eine Kfz-Werkstatt aus den fünfziger Jahren hinzu, eine Schreinerwerkstatt, in der der Bau von Segelflugzeugen präsentiert wird - auch eine „Rhön Lerche“ und ein weiterer Gleiter sind dabei, später soll ein Segelflugsimulator installiert werden. Eine seltene Diesellokomotive von 1916 kommt per Schwertransport nach Hannover, ebenso ein Güterwaggon und eine Dampflokomobile, also ein dampfgetriebenes Fahrzeug, das auch auf Feldern in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Einen „Brückenschlag zwischen gestern, heute und morgen“ solle das Museum bieten, sagen die Technikenthusiasten Görg und Lange. Am 4. Mai soll die Saisoneröffnung mit einem großen Fest gefeiert werden, dann den ganzen Sommer über sonnabends ein wöchentlicher Oldtimertreff mit Musik und Gastronomie angeboten werden. Die Ausstellung allerdings wird vorerst provisorisch sein, schließlich wird alles ehrenamtlich gemanagt. Bis die „Mobilen Welten“ komplett eröffnen, wird es wohl 2016 werden.

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