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Aus der Stadt Modedesign-Studentin entwirft ökologische Outfits
Hannover Aus der Stadt Modedesign-Studentin entwirft ökologische Outfits
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09:03 02.03.2016
Studentin Simone Austen (li.) produziert ökologisch korrekte Kleidung. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Ein paar Handgriffe noch, dann sitzt er perfekt: Luftig und grazil umfließt der Seidenoverall das Bein des Models und modelliert mit dem dünnen Gürtel aus dem eigentlich weiten Schnitt eine weibliche Silhouette. Simone Austen nickt zufrieden. Nein, das sieht wirklich nicht „öko“ aus – und das ist auch der Anspruch der Modedesign-Studentin der Fachhochschule Hannover (FHH): Ökologisch korrekte Kleidung, die aber ästhetisch wirkt. Der Overall ist aus nur einer einzigen Stoffbahn Bioseide gefertigt und so produziert, dass nicht ein Fetzen des teuren Stoffs im Abfall landet. Zero-Waste-Fashion nennt sich die Methode, Mode ohne Müll. Und wenn bei einem Schnittmuster doch Stoff übrig bleibt, verarbeitet die 24-Jährige die Reste zu einem Rock, einer Bluse oder einem Gürtel.

„Mit dieser Produktionsart können Zeit, Energie und vor allem Rohstoffe gespart werden“, sagt Austen. Ihre eigene Maxime: „Mode soll Spaß machen, aber man soll kein schlechtes Gewissen haben, weil man nicht weiß, wie dieses Fünf-Euro-T-Shirt aus der Modekette nun eigentlich entstanden ist.“ Damit greift Austen eine Diskussion auf, die derzeit aktuell ist: Faire, ökologische und nachhaltige Produktionsweise wird immer wichtiger – und erweist sich als neues lukratives Feld im Modebusiness.

Präsentation beim dritten Modepreis der Fachhochschule

Am 1. Juli werden Simone Austen und 17 weitere Absolventinnen des Studienganges ihre Abschlusskollektionen beim dritten Modepreis der FHH im Design Center auf der Expo Plaza präsentieren. „Wir lassen den Studierenden Freiraum für ihr eigenes Profil, und so sehen wir beim Modepreis sowohl experimentelles, als auch Kommerzielles“, sagt Martina Glomb, Professorin für Modedesign an der FHH. Und die Konzepte der Studentinnen sind durchaus unterschiedlich: von der Übersetzung der traditionellen Schwarzwälder Trachtenmode in die Moderne von Alexandra Weber über das Themenfeld „Digitale Welt“ von Marthe Eigenbrodt bis hin zur modischen Psychoanalyse des Klischees „Muttersöhnchen“ von der Absolventin Sina Hoppe.

Der von der Sparkasse Hannover gestiftete Modepreis wird bereits zum dritten Mal vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Eine neunköpfige Jury aus Designern, Journalisten und Modeexperten kürt die Gewinnerin – unter anderen ist HAZ-Kulturredakteurin Johanna di Blasi mit dabei. Parallel wird im Tschechischen Pavillon eine Street-Art-Jeans-Ausstellung gezeigt.

Nächtelanges Drapieren, Zuschneiden, Ideen entwickeln

Der Weg bis zur Modenschau hat für die Studentinnen viele Monate Vorbereitung bedeutet: nächtelanges Drapieren, Zurechtschneiden, Ideen entwickeln. Besonders Simone Austen hat sich selbst dabei strenge Regeln auferlegt: Die Stoffe dürfen keine Schadstoffe enthalten, sollen aus lokalen Manufakturen stammen und kompostierbar sein. „Und die Regeln, die sich Simone gestellt hat, hat sie auch nicht gebrochen“, sagt Martina Glomb anerkennend. Zum Thema „Zero-Waste-Fashion“ hätten sich schon viele Designer Gedanken gemacht: Unter anderen Alexander McQueen und Vivienne Westwood. Doch die Studentin hätte es in einer nie dagewesenen Konsequenz bearbeitet, sagt Glomb. Beste Voraussetzungen für den Wettbewerb.

Die Kollektionen zum dritten Modepreis werden am Freitag, 1. Juli, jeweils um 19 Uhr und um 22 Uhr im Design-Center, Expo Plaza 2, gezeigt. Die Karten kosten im Vorverkauf 7 Euro, an der Abendkasse 12 Euro. Weitere Informationen auf der Homepage des Modepreises Hannover.

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