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Modellbau-Geschäft in Vahrenwald schließt nach 105 Jahren

Traditionsladen Georg Brüdern Modellbau-Geschäft in Vahrenwald schließt nach 105 Jahren

Nach rund 105 Jahren ist das Fachgeschäft für Modellbau Georg Brüdern in Vahrenwald Geschichte. Mit dem Laden verschwindet das letzte Fachgeschäft für Modellbau, das sich nicht auf Autos oder Eisenbahnen spezialisiert, sondern sämtliche Modellbausätze im Sortiment hat. Am 1. Juni öffnet das Geschäft zum letzten Mal.

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„Jetzt habe ich keine Lust mehr“: Michael Davideit öffnet sein Modellbaufachgeschäft Georg Brüdern am Donnerstag zum letzten Mal.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Der Schriftzug mit den großen, gelben Lettern ist bereits abmontiert. Im Schaufenster stehen noch einige historische Schiffsmodelle, die vielen Regale im Innern des Ladens sind so gut wie leer. Nach rund 105 Jahren ist das Fachgeschäft für Modellbau Georg Brüdern Geschichte. Mit dem Laden an der Vahrenwalder Straße 38 verschwindet das letzte Fachgeschäft für Modellbau, dass sich nicht auf Autos oder Eisenbahnen spezialisiert, sondern sämtliche Modellbausätze im Sortiment hat.

Nach rund 105 Jahren ist das Fachgeschäft für Modellbau Georg Brüdern Geschichte. Mit dem Laden an der Vahrenwalder Straße 38 verschwindet das letzte Fachgeschäft für Modellbau, das sich nicht auf Autos oder Eisenbahnen spezialisiert, sondern sämtliche Modellbausätze im Sortiment hat.

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Michael Davideit hat das Traditionsgeschäft 1988 übernommen, damals noch an der Ecke zur Dragonerstraße. Der Kaufmann aus Bothfeld hat damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. „Mein Steckenpferd war der Hubschrauberbau - ungeheuer kompliziert, aber auch ungeheuer spannend“, erzählt Davideit. Nicht selten hat sein mühsam zusammengebauter Heli den Jungfernflug nicht überstanden. „Der war dann Schrott und es ging von vorne los.“ Modellbau sei einst eine schwierige Angelegenheit gewesen, „da waren Tüftler am Werk, die sich gerne 100 Stunden Zeit genommen und auch vierstellige Summen für den Bausatz bezahlt haben“, sagt der 65-Jährige.

Die Stammkundschaft stirbt

Mittlerweile gebe es kaum noch Tüftler - „die Kunden von heute wollen kaufen, auspacken und an den Start gehen“ - , und auch die Technik habe vieles vereinfacht, was in seiner Anfangszeit als Händler noch die große Herausforderung war. „Mittlerweile kann jeder eine Drohne oder einen Heli zum Fliegen bringen“, meint Davideit, der in seiner Freizeit hydraulik-betriebene kleine Bagger baut - nach Originalvorlage. Lange seien die Geschäfte gut gelaufen“, sagt der Modellbau-Experte. Er will sich nicht beklagen. „Aber jetzt habe ich keine Lust mehr. Die Leute lassen sich bei uns beraten, kaufen im Internet und die Stammkundschaft stirbt weg.“ 98 Prozent der Kunden in Vahrenwald sind Männer, Autos, Schiffe und Flugzeuge seien die beliebtesten Artikel gewesen, erzählt Davideit, der mit seinen selbstgebauten Hubschraubern nicht nur Wettbewerbe gewonnen hat sondern auch diverse Male im Fernsehen sowie im Schauspielhaus zum Einsatz gekommen ist.

In den vergangenen Jahren haben einige inhabergeführte Fachgeschäfte, die in Hannover eine lange Tradition haben, aufgegeben. Eine Übersicht.

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Mit echtem Kunden-Nachwuchs in der Branche rechnet er schon längst nicht mehr. „Die Jugend bevorzugt das Smartphone, und Drohnen darf man kaum noch abheben lassen“, meint Davideit. Wehmut empfindet der 65-Jährige nicht, „eigentlich bin ich froh, dass hier jetzt Schluss ist.“ Der Mietvertrag geht noch bis Ende September, letzter Tag ist trotzdem am 1. Juni, der Restbestand wird online verkauft.

„Die Firma Brüdern wird es im Internet allerdings weiterhin geben - mit meinen Baggern.“ Für den Namen habe er damals viel Geld bezahlt, gelohnt habe sich das Geschäft auch ziemlich lange. Die Wiedervereinigung habe in den Neunzigerjahren noch mal einen ordentlichen Modellbauer-Schub gebracht. Mittlerweile seien allerdings sämtliche deutsche Hersteller Pleite und 95 Prozent der Kunden wollten nur noch fertige Modelle. „Damit ist auch das Prinzip des Modellbaus Geschichte.“

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