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Aus der Stadt Sorgen "Knotenmanager" für mehr Pünktlichkeit?
Hannover Aus der Stadt Sorgen "Knotenmanager" für mehr Pünktlichkeit?
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20:26 26.07.2016
Die DB-Knotenkoordinatoren Florian Czeski und Kay Dörries (rechts) dokumentieren die Pünktlichkeit der IC und ICE-Züge in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

In Hannover und auf einigen anderen ausgewählten Bahnhöfen kümmern sich neuerdings „Knotenmanager“ um die Pünktlichkeit der startenden Züge. Die Experten sollen die Abläufe prüfen und an allerlei Details Verbesserungen vornehmen – manchmal geht es um Sekunden, die in einer Kettenreaktion sonst größere Verzögerungen auslösen. Offenbar ist Abhilfe zuweilen einfacher als gedacht.

Beispiel Bremszettel und Wagenliste. Beide Papiere werden ausgefüllt, wenn der Zug im Abstellbahnhof zusammenrangiert wird – wo aber findet der Zugchef sie, wenn sein IC an den Bahnsteig rollt? Unklare Absprachen, das fanden die Koordinatoren heraus, führten bislang zu unnützer Lauferei und verspäteter Abfahrt, jetzt liegen die Zettel immer im Abteil des Zugführers. Und auch wenn Getränke und Snacks nicht rechtzeitig verladen waren, kamen Züge nicht pünktlich los. Damit dies nicht mehr passiert, wird dem Caterer jetzt minutengenau gesagt, ab wann der Zug am Gleis steht und beladen werden kann. In der Industrie sind solche Abläufe seit Jahren Standard, die Bahn übt sie jetzt.

Als an diesem Tag der Intercity nach Stralsund an den Bahnsteig in Hannover rangiert wird, beobachten drei Eisenbahner die Abläufe genau: Von einem Elektrokarren aus wird der Speisewagen beladen, das Zugpersonal läuft an den Wagen vorbei, während Reisende ihr Gepäck durch die Türen wuchten. Stimmen die Anzeigen am Bahnsteig, welche Ansage läuft durch den Lautsprecher und was sagt die Uhr? „Das ist Teil der Maßnahmen, um insgesamt mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit herzustellen“, sagt Susanne Gieseler, die sich als Koordinatorin darum kümmert, Verspätungen zu verhindern.

Lob für die Aktion gibt es vom sonst kritischen Fahrgastverband Pro Bahn. „Das hätte man schon früher machen sollen, oft liegt es an Kleinigkeiten“, sagt Sprecher Karl-Peter Naumann. Statt stets computergesteuert aus einer Zentrale den Verkehr zu lenken, könnten Bahner am Ort oft mit einem kleinen Eingriff Verbesserungen bewirken. Beim IC 2086 nach Stralsund läuft diesmal in Hannover alles rund: Um 12.17 Uhr rollt der Zug los – so wie es der Fahrplan vorsieht.
Bahnchef Rüdiger Grube kann bessere Zahlenwerte gut gebrauchen. Wenn er heute die Halbjahresbilanz des Konzerns vorstellt, dürfte das Thema Pünktlichkeit keine unbedeutende Rolle spielen. Im Gegenteil: Von fahrplanmäßig fahrenden Zügen hängt nicht zuletzt seine berufliche Zukunft ab. Der 64-Jährige kämpft um die Verlängerung seines Vertrags über das Jahr 2017 hinaus. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat ihm zwar die Unterstützung des Bundes für seine angekündigte Strategie mit zusätzlichen Investitionen und einer Ausweitung des ICE-Netzes zugesagt – letztlich aber werde Grube am Erfolg gemessen.

Zu den Herausforderungen zählen mehr Pünktlichkeit bei ICE und Intercitys (IC), kostenloses WLAN auch in der 2.  Klasse der ICE und der Wettbewerb mit den Fernbussen. Probleme bereiten auch die vielen Baustellen im Schienennetz, verlorene Marktanteile im Regionalverkehr, der Preiskampf im Fernverkehr und das schwache Geschäft der Güterbahn. Nach zwei Sanierungsjahren soll es bei der Bahn erst von 2018 an wieder aufwärts gehen. In der Bilanz der ersten sechs Monate 2016 dürften damit im Fern-, Regional- und vor allem im Schienengüterverkehr weiter schwache Zahlen stehen. 

Gibt es weniger Verspätungen bei der Bahn?

 Früher kam die S-Bahn häufiger zu spät. Derzeit habe ich das Gefühl, dass  es deutlich besser wird. 

Fabian Gorek (21), Ricklingen

Mir als langjähriger Pendlerin ist noch keine Verbesserung aufgefallen.

Sarah Ostermann (36), Mellendorf

Von mehr Pünktlichkeit merke ich nichts. Meine Bahn hat immer Verspätung.

Nadia Kobeissi (28), Göttingen

Von Michael Evers, Sarah Lena Grahn und Tim Wegener

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