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Lob und Kritik für die neuen Elektrobusse

Modellprojekt in Hannover Lob und Kritik für die neuen Elektrobusse

Hannover hat einen Test mit Elektrobussen gestartet. Die zunächst drei Busse sind seit Dienstag auf einer 16 Kilometer langen Linie unterwegs und werden am Stromnetz der Stadtbahn wieder aufgeladen.

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Bürgerfest auf dem August-Holweg-Platz in Ricklingen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Das sind also die neuen Elektrobusse: Ingrid Grote steigt aus einem der neuen 600 000 Euro teuren Busse der Üstra, deren Start gestern am Ricklinger August-Holweg-Platz mit einem kleinen Fest gefeiert worden ist. Der Gesichtsausdruck der Ricklingerin verrät, dass sie nach der Jungfernfahrt ein wenig enttäuscht ist. „Für ältere Menschen ist es nach wie vor schwierig, die Sitzplätze zu erreichen, weil es davon zu wenige gibt“, sagt sie. Grote hat aber auch lobende Worte für die Busse übrig, die künftig auf einer 16 Kilometer langen Strecke auf der Linie 100/200 durch Hannover rollen: „Es ist sehr lobenswert, dass die Üstra auf den Elektroantrieb umstellt“ – bei zunächst allerdings nur drei Fahrzeugen.

In Hannover wurden die ersten Elektrobusse in Betrieb genommen. Beim Bürgerfest auf dem August-Holweg-Platz waren Politiker wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vertreten.

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Sichtbar wird diese Neuerung bei den Ladegeräten: Auf jedem Bus ist ein Lade­arm montiert, den der Fahrer unter der Station ausfahren und damit verbinden kann. Für eine Runde auf der Ringlinie dauert der Ladevorgang etwa vier bis sechs Minuten. Der Strom für die Busse kommt aus der Fahrleitung der Stadtbahn. Weil er aus erneuerbaren Energien wie aus Wasserkraft erzeugt wird, liegt der CO2-Ausstoß bei Null.

Die neuen Busse schonen also die Umwelt. Aber sie sind auch dreimal so teuer wie die alten Dieselbusse, räumt Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg ein. Das liegt an den hohen Kosten für die Batterien. „Ohne Zuschüsse könnten wir das Geschäft mit den Elektrobusse nicht wirtschaftlich betreiben“, sagt Lindenberg. Es sei jedoch vorausschauend, in diese Technologie zu investieren. In der Politik gebe es Überlegungen, die Anschaffung von Dieselbussen aufgrund ihres hohen Ausstoßes zu verbieten.
Für die Busfahrer haben die Fahrzeuge noch einen Vorteil, betont Üstra-Ausbilder Holger Jäckel: „Der Fahrspaß steigt.“ Konkret macht er das am ruckfreien Anfahren und am stufenlosen Beschleunigen fest – die Elektrobusse haben ein Einganggetriebe ohne Schaltung. Weiterer Vorteil: Eine Kamera am Außenspiegel des Busses sorgt dafür, dass es keinen toten Winkel mehr gibt.

Brigitte und Wilfried Börsting aus der Nordstadt sind an der Extraausstattung allerdings weniger interessiert, als Vielfahrer geht’s ihnen um Komfort. Und der passt, sagt Brigitte Börsting und fügt an:  „Die Sitze sind bequemer als in den neuen Straßenbahnen, weil man nicht so hin- und herrutscht.“ Siegfried Görlichaus Groß-Buchholz ist hingegen ein Mangel aufgefallen. „Die Sitze sind zu schmal. Wenn da zwei Füllige nebeneinander sitzen, wird es eng“, sagt er.

Von Gerko Naumann

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