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Sperrzone soll Elterntaxis stoppen

Modellversuch Sperrzone soll Elterntaxis stoppen

Wegen der Gefahr für Kinder vor Grundschulen planen Stadt und Polizei einen Modellversuch: Vor der Albert-Schweitzer-Grundschule in Limmer soll es nach den Sommerferien Straßensperrungen geben, um sogenannte Elterntaxis zu disziplinieren und den Kindern Gefahrensituationen zu ersparen. Grund sind die hohen Unfallzahlen.

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Enge Straße, hohe Gefahr: Vor der Albert-Schweitzer-Schule soll die Sperrzone testweise eingerichtet werden. 

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Vor der Albert-Schweitzer-Grundschule in Limmer soll es nach den Sommerferien Straßensperrungen geben, um sogenannte Elterntaxis zu disziplinieren und den Kindern daraus resultierende Gefahrensituationen zu ersparen. „Wir machen das als Modellversuch“, kündigten Stadtbaurat Uwe Bodemann und Polizeipräsident Volker Kluwe zum Auftakt der „Woche der Verkehrssicherheit“ an.

Familienfest für 
Schulanfänger

Am Sonntag, 6. August, lädt die HAZ die Schulanfänger zum großen Familienfest in den Maschpark ein. Gemeinsam mit Partnern wie Verkehrswacht, Polizei, Feuerwehr, GVH, GUVH und Volkswagen Nutzfahrzeuge erwartet die Besucher bei der Aktion Sicherer Schulweg ein umfangreiches Programm mit Live-Musik, Musical-Einlagen und Tipps zum Verhalten im Straßenverkehr. Los geht’s am Neuen Rathaus um 11 Uhr, der Eintritt ist natürlich frei.

In Hannover sind im vergangenen Jahr laut Polizeistatistik 208 Kinder in Unfälle verwickelt gewesen; etwa die Hälfte erlitt ernst zu nehmende bis schwere Verletzungen. Die Gesamtzahl ist gegenüber 2015 zwar leicht gesunken. „Das ist erfreulich, aber im Vergleich zu anderen Städten immer noch hoch. Wir brauchen einen spürbaren Rückgang“, fordert Bodemann.

Kinder seien im Straßenverkehr besonderen Risiken ausgesetzt, weil sie wegen ihrer Körpergröße manchmal schwer zu sehen sind, sich leichter ablenken ließen und noch nicht mit den Verkehrsregeln vertraut seien, erläutert Kluwe. „Ein entscheidendes Problem liegt aber auch im Verhalten vieler Eltern“, ergänzt Fritz Henze, Vorsitzender der Verkehrswacht in Hannover.

Eines dieser Probleme hört seit geraumer Zeit auf den Namen Elterntaxis. Viele Väter oder Mütter bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule - am liebsten direkt vor den Eingang und oft erst unmittelbar vor Schulbeginn. Nach Schulschluss holen sie sie dort auch wieder ab. „Durch die Ansammlung etlicher Fahrzeuge auf engstem Raum, das Ein- und Aussteigen sowie das Anfahren und Wenden entstehen chaotische Gefahrensituationen. Das ist den Eltern häufig gar nicht bewusst“, sagt Kluwe.

Mit dem Modellversuch wollen Stadt und Polizei in Limmer testen, ob sich das beheben lässt. Zu Stoßzeiten soll es Straßensperrungen um den Eingangsbereich der Albert-Schweitzer-Schule geben. Eltern dürfen nur noch an einem festgelegten Ausstiegspunkt halten. Polizisten sollen den Verkehr überwachen und auch steuern.

Die spezielle Verkehrslage vor Grundschulen hat fast jede deutsche Stadt. Schlagzeilen machte Osnabrück, als es hieß, die Stadt werde Bannmeilen einrichten. „So weit sind wir noch nicht. Weil vor jeder Schule die Situation anders ist, machen wir eine Bestandsaufnahme“, sagt der dortige Stadtsprecher Sven Jürgensen. Möglichst in diesem Jahr sollen erste Maßnahmen folgen.

In der Region Hannover beteiligen sich 21 Grundschulen und 23 Kindergärten am Projekt Bewegungs-Pass. Wenn ein Kind nicht mit dem Elterntaxi zur Schule unterwegs war, darf es sich das quittieren lassen. Wer fleißig sammelt und zusätzlich Stempel für Sport- oder Schwimmabzeichen erwirbt, kann Preise gewinnen.

Zum siebten Mal heißt es „Gib mir Acht!“

Noch bis einschließlich Mittwoch bitten Polizei, ADAC, Verkehrswacht, Gemeinde-Unfallversicherungsverband und Stadt Dritt- und Viertklässler hannoverscher Schulen zur Woche der Verkehrssicherheit auf den Trammplatz. Die Aktion findet zum siebten Mal statt, heißt aber trotzdem „Gibt mir Acht!“. „Solide Präventions- und Aufklärungsarbeit sind die unabdingbare, notwendige Basis der Unfallvermeidung“, sagt Fritz Henze, Vorsitzender der Verkehrswacht Hannover-Stadt. Ziel müsse es sein, Kinder zu sensibilisieren. Der Radverkehr ist aktuell Themenschwerpunkt. Auf dem Trammplatz können Kinder in einem Fahrradsimulator richtiges Verhalten auf zwei Rädern trainieren. Auf dem Fahrradparcours üben sie Geschicklichkeit und Koordinationsvermögen. In der Fahrerkabine eines Lastwagens dürfen sie nachvollziehen, was sich hinter dem Begriff „toter Winkel“ verbirgt – nämlich eine Gefahr. Insgesamt 750 Kinder wurden von den Organisatoren auf den Trammplatz eingeladen; damit ist die Veranstaltung ausgebucht. Um Breitenwirkung zu erzielen, setzt die Kampagne aber etwa auch auf eine Broschüre mit 3-D-Bildern und Rätseln sowie das Spiel „Verkehrsmonsterjagd“. Näheres auf www.gib-mir-acht.de im Internet. 

 

Kommentar von Bernd Haase

Lasst sie ihren
Weg machen!

Jahrelange Appelle und Kontrollen haben nichts gefruchtet – das Problem der Elterntaxis scheint kaum aus der Welt zu schaffen zu sein. Deshalb ist es folgerichtig, wenn Stadt und Polizei jetzt testen, ob Sperrzonen Abhilfe schaffen.

Keine Frage: Viele Eltern, zumal berufstätige, stehen morgens und mittags unter Stress. Andererseits betonen Pädagogen, wie wichtig es ist, dass Kinder den Schulweg alleine meistern. Sie lernen so, Gefahren einzuschätzen, vorsichtig zu agieren – und sie tun ihrer Gesundheit Gutes, wenn sie zu Fuß gehen. Werden sie im Auto kutschiert, entgeht ihnen das.

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