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Eine Schürze für die Spüli-Flasche

Designachten im SofaLoft Eine Schürze für die Spüli-Flasche

Im Möbelhaus SofaLoft findet zum sechsten Mal der Kunstgewerbemarkt Designachten statt. 70 Aussteller und Tausende von Besuchern freuen sich über die vorweihnachtliche Bescherung in der Südstadt.

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Alexander Ziegler und Dennis Fritz machen Wohnaccessoires aus Beton. Bei "Designachten" im Möbelhaus SofaLoft gibt es allerhand Kreatives zu kaufen.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Designachten. Der Kunstgewerbemarkt für Kreative. Hier findet man Dinge, von denen man bislang nicht ahnte, dass es sie überhaupt geben könnte. Die Schürze für die Spüli-Flasche. Die Umhängetasche im Badekappenlook. Die Vase aus Beton. Oder man stößt auf den Stand von „Stadtwald“, der „Heimat des stapelbaren Sechseckstempels“. Das Schöne ist – in der zweiten Etage des Möbelhauses SofaLoft in der Südstadt sind alle zufrieden. Die Aussteller, die hier beste Geschäfte machen. Und die Kunden, die in großer Zahl auf der Suche nach dem besonderen Weihnachtsgeschenk sind, und fast immer fündig werden. Bücher und Broschen, Kleidung und Keramik, Hüte und Holzfiguren, hier stammt nichts aus Massenproduktion. Mehr als 70 Künstler und Kunsthandwerker stellen an diesem Wochenende in der Jordanstraße aus – bei der sechsten Auflage von Designachten.

Im Möbelhaus SofaLoft findet zum sechsten Mal der Kunstgewerbemarkt Designachten statt. 70 Aussteller und Tausende von Besuchern freuen sich über die vorweihnachtliche Bescherung in der Südstadt.

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Michaela Klein verkauft Verpackungsmaterial. Nichts Profanes aus braunem Packpapier, sondern farbenfrohe Stoffhüllen für Milchtüten. Frischmilch – mit quadratischem Boden – braucht eine andere Form als der H-Milch-Quader. Auch Papiertaschentücher oder Sprühsahne tütet die 49-jährige Restaurantfachfrau ein. Sie hat sich diese Art der Verkleidung beim Patentamt als Geschmacksmuster schützen lassen. An ihrem Stand „Himmelrosa“ ist ein Satz zu lesen: „For someone who has everything.“ Die Frage ist, ob jemand, der schon alles hat, auch noch die H-Milch in der Hülle will.

Während Frau Klein schon seit Jahren über Messen und Märkte tingelt, sind Modedesignerin Edda Wielert und Goldschmiedin Denise Mitschke Newcomer. Echte Neulinge. Und weil ihre Turnbeutel, iPad-Taschen und Wimpel bei einer Vorab-Onlineabstimmung von Designachten-Fans die meisten Stimmen bekamen, hat ihnen Kunstmarktchefin Sandra Strüber einen Gratisstand spendiert. Die unbehandelten Produkte des Labels Schøn gründen auf Bio-Baumwolle und veganem Leder: Papier plus Silikon. Naturfarben, beige-braun, liegen voll im Trend. Im nächsten Jahr wollen sich die beiden 33-Jährigen im Onlinehandel versuchen. Für einen richtigen Laden ist die Zeit noch nicht reif.

Eigentlich ist Barbara Hermanowski Biologin. Eigentlich schreibt sie gerade an ihrer Doktorarbeit. Doch tatsächlich verkauft sie an diesem Wochenende Sechseckstempel. Die Größen? Midi, maxi, zack. Die Motive? Kirschblüte, Kleeblatt, Käfer. Die Holzklötzchen lässt sie im Erzgebirge fräsen, der vulkanisierte Kautschuk wird in Dresden gelasert. „Das Geschäft in Hannover läuft wie immer super, Designachten ist schon längst mehr als ein Geheimtipp“, weiß die 39-Jährige.

Lokalmatadore kommen hier natürlich besonders gut an. Etwa Shantala Gajek vom Lindener Design Zimmer, die einen Jonny-Cash-Film als Aufhänger genommen hat, um T-Shirts mit dem Aufdruck „Walk the Leine“ auf den Markt zu bringen. Ebenso wie Postkarten, Poster und Schlüsselanhänger mit Hannover-Motiven. Früher hatte 30-jährige Kommunikationsdesignerin einen Laden in der List. „Aber auf der Limmerstraße“, sagt sie, „ist einfach mehr los.“ Ein ähnlich großes Herz für die Landeshauptstadt schlägt auch bei Dorien Volbeda. Die gebürtige Holländerin lebt schon seit zehn Jahren in Hannover, und weil „Doro Illustrations“ so markante Stadtsilhouetten entwerfen kann, zeichnet die 29-Jährige für das diesjährige Werbeplakat von Designachten verantwortlich.

Männer? Machen sich rar an der Ausstellerfront. Doch es gibt sie. Zum Beispiel Fritz & Franz. Zwei echte Kerle. Mit all dem Verschnörkelten und Geblümten und Niedlichen rundherum haben Dennis Fritz und Alexander Ziegler nichts im Sinn. Sie verarbeiten Beton. Hochverdichteten Beton. Der 33-jährige Glasbläser und der 31-jährige Kommunikationsdesigner, die eine Werkstatt in Vahrenwald betreiben, lieben das Puristische. Ihre Lampenschirme, Kerzenständer und Vasen, innen sicherheitshalber kunststoffbeschichtet, zeichnen sich durch große Klarheit aus. Und eine gewisse Schwere.

Am 3. Advent gehen bei Designachten in der Jordanstraße 26 nochmals alle Lichter an. Von 11 bis 19 Uhr, für 5 Euro Eintritt.

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