Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 16 ° Sprühregen

Navigation:
Tote von Dedensen: Christian I. hat sich gestellt

Verdächtiger im Mordfall Jana W. Tote von Dedensen: Christian I. hat sich gestellt

Die Ermittlungen nach dem Mord an der 29-jährigen Jana W. aus Bad Nenndorf haben am Wochenende eine unerwartete Wendung genommen. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Tatverdächtige Christian I. stellte sich am Karsonnabend den Behörden in London.

Voriger Artikel
Lkw fährt in Stadtbahn der Linie 10
Nächster Artikel
Duo überfällt 48-Jährigen mit Messer

Nachdem die 29-jährige Jana W. tot in Dedensen aufgefunden worden war (Foto), stellte sich am Ostersonnabend der mutmaßliche Täter.

Quelle: Elsner/Archiv

I. steht im Verdacht, die 29-jährige Jana W. getötet zu haben, deren Leiche am 3. April in Seelze-Dedensen gefunden worden war. Seine Flucht vor der Polizei hatte I. bis nach London geführt. Dort erschien er am Ostersonnabend gegen 20.45 Uhr auf einer Wache der Metropolitan Police und erklärte, dass nach ihm gesucht werde. Derzeit sitzt der Krankenpfleger in England in Haft.

Einen grausigen Fund hat eine 49-Jährige in Seelze gemacht: Sie entdeckte eine Leiche in einem Wald bei Dedensen.

Zur Bildergalerie

Die deutschen Behörden hoffen jetzt darauf, den 41-Jährigen so bald wie möglich vernehmen zu können. „Wir wollen, dass er zeitnah nach Deutschland ausgeliefert wird“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Christian I. war nach der Tat untergetaucht. Fast zwei Wochen lang konnte er sich dem Zugriff der Behörden entziehen. Auch als die Ermittler den Druck erhöhten und am Montag vor einer Woche sein Passfoto und seinen vollständigen Namen veröffentlichten, führte das nicht unmittelbar zum gewünschten Erfolg. Warum sich der 41-Jährige ausgerechnet jetzt stellte, ist bislang unklar.

Die Kripo in Hannover vermutet hinter dem Gewaltverbrechen eine Beziehungstat. Christian I. und die 29-jährige Krankenkassenangestellte Jana W. sollen miteinander bekannt gewesen sein. Die Obduktion ergab, dass W. am 2. April erwürgt worden war.

Offenbar Übung im Untertauchen

Die weiteren Ermittlungen führten die Polizei schnell auf die Spur des Krankenpflegers. Wenige Tage nach der Tat durchsuchten Beamte die Wohnung des 41-Jährigen in der Oststadt und stellten dabei umfangreiches Material sicher. Die Beweise gegen I. müssen schließlich so erdrückend gewesen sein, dass ein Richter einen internationalen Haftbefehl ausstellte und der Veröffentlichung des Fotos und des vollständigen Namens des Verdächtigen zustimmte. Um was für Belege es sich dabei handelt, ist bislang nicht bekannt.

Fest steht allerdings, dass Christian I. offenbar eine gewisse Übung im Untertauchen hat. Ende Mai des vergangenen Jahres starteten Bekannte des Krankenpflegers eine groß angelegte Suchaktion nach I., weil er von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden war. Sie hängten in der Stadt Handzettel mit Bildern ihres Kollegen aus, nachdem er nicht zum Dienst auf der Station erschienen war. In dem Begleittext hieß es damals, man habe im Kreis von Freunden das Finale der Fußball-Champions League angesehen und sich anschließend „zur Nachtruhe begeben“. Seitdem gab es keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Krankenpflegers. Die Polizei nahm die Angelegenheit damals zwar zur Kenntnis, stellte aber keine Ermittlungen an. Denn zum einen gab es keinerlei Hinweise darauf, dass Christian I. einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Zum anderen war es nicht das erste Mal, dass der Pfleger für mehrere Tage abtauchte, sein Umfeld nicht einweihte und einige Zeit später wieder auf der Bildfläche erschien. So war es auch nach seinem Verschwinden im Mai 2016.

980 Kilometer nach Santiago de Compostela gepilgert

Unmittelbar vor dem Gewaltverbrechen an Jana W. hatte sich Christian I. auf Pilgerfahrt begeben. Nach eigenen Angaben von seiner Instagram-Seite war er 31 Tage lang auf dem Jakobsweg unterwegs und legte von Paris aus rund 980 Kilometer zurück, bevor er sein Ziel im spanischen Santiago de Compostela erreichte.

Trotz der enormen Anstrengung der Pilgerreise hat I. sich am Ende offenbar gut gefühlt. „Don’t stop me now, I’m having such a good time“, zitiert er in seinem Internet-Tagebuch nach 31 Tagen aus einem bekannten Song der Rockband Queen. Warum dieses gute Gefühl nach seiner Rückkehr so schnell in Aggressionen umgeschlagen ist, muss die Kripo jetzt in den anstehenden Vernehmungen herausfinden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Am 8. Juli wird Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva heiraten. Nicht auf der Marienburg in Pattensen, wo sein Vater 1981 geheiratet hat, sondern in der Marktkirche. Kenner gehen davon aus, dass sie voll sein wird mit Ehrengästen. Etliche gekrönte Häupter aus Europas Hochadel werden erwartet. Auf unserer Themenseite halten wir Sie stets auf dem Laufenden.

"Romantic meets Rock" im Großen Garten

Unter dem Titel "Romantic meets Rock" wurde der Große Garten illuminiert. Dazu gab es Klassiker aus Rock und Pop.