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Aus der Stadt Tote von Dedensen: Christian I. hat sich gestellt
Hannover Aus der Stadt Tote von Dedensen: Christian I. hat sich gestellt
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19:31 18.04.2017
Von Tobias Morchner
Nachdem die 29-jährige Jana W. tot in Dedensen aufgefunden worden war (Foto), stellte sich am Ostersonnabend der mutmaßliche Täter. Quelle: Elsner/Archiv
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I. steht im Verdacht, die 29-jährige Jana W. getötet zu haben, deren Leiche am 3. April in Seelze-Dedensen gefunden worden war. Seine Flucht vor der Polizei hatte I. bis nach London geführt. Dort erschien er am Ostersonnabend gegen 20.45 Uhr auf einer Wache der Metropolitan Police und erklärte, dass nach ihm gesucht werde. Derzeit sitzt der Krankenpfleger in England in Haft.

Einen grausigen Fund hat eine 49-Jährige in Seelze gemacht: Sie entdeckte eine Leiche in einem Wald bei Dedensen.

Die deutschen Behörden hoffen jetzt darauf, den 41-Jährigen so bald wie möglich vernehmen zu können. „Wir wollen, dass er zeitnah nach Deutschland ausgeliefert wird“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Christian I. war nach der Tat untergetaucht. Fast zwei Wochen lang konnte er sich dem Zugriff der Behörden entziehen. Auch als die Ermittler den Druck erhöhten und am Montag vor einer Woche sein Passfoto und seinen vollständigen Namen veröffentlichten, führte das nicht unmittelbar zum gewünschten Erfolg. Warum sich der 41-Jährige ausgerechnet jetzt stellte, ist bislang unklar.

Die Kripo in Hannover vermutet hinter dem Gewaltverbrechen eine Beziehungstat. Christian I. und die 29-jährige Krankenkassenangestellte Jana W. sollen miteinander bekannt gewesen sein. Die Obduktion ergab, dass W. am 2. April erwürgt worden war.

Offenbar Übung im Untertauchen

Die weiteren Ermittlungen führten die Polizei schnell auf die Spur des Krankenpflegers. Wenige Tage nach der Tat durchsuchten Beamte die Wohnung des 41-Jährigen in der Oststadt und stellten dabei umfangreiches Material sicher. Die Beweise gegen I. müssen schließlich so erdrückend gewesen sein, dass ein Richter einen internationalen Haftbefehl ausstellte und der Veröffentlichung des Fotos und des vollständigen Namens des Verdächtigen zustimmte. Um was für Belege es sich dabei handelt, ist bislang nicht bekannt.

Fest steht allerdings, dass Christian I. offenbar eine gewisse Übung im Untertauchen hat. Ende Mai des vergangenen Jahres starteten Bekannte des Krankenpflegers eine groß angelegte Suchaktion nach I., weil er von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden war. Sie hängten in der Stadt Handzettel mit Bildern ihres Kollegen aus, nachdem er nicht zum Dienst auf der Station erschienen war. In dem Begleittext hieß es damals, man habe im Kreis von Freunden das Finale der Fußball-Champions League angesehen und sich anschließend „zur Nachtruhe begeben“. Seitdem gab es keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Krankenpflegers. Die Polizei nahm die Angelegenheit damals zwar zur Kenntnis, stellte aber keine Ermittlungen an. Denn zum einen gab es keinerlei Hinweise darauf, dass Christian I. einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Zum anderen war es nicht das erste Mal, dass der Pfleger für mehrere Tage abtauchte, sein Umfeld nicht einweihte und einige Zeit später wieder auf der Bildfläche erschien. So war es auch nach seinem Verschwinden im Mai 2016.

980 Kilometer nach Santiago de Compostela gepilgert

Unmittelbar vor dem Gewaltverbrechen an Jana W. hatte sich Christian I. auf Pilgerfahrt begeben. Nach eigenen Angaben von seiner Instagram-Seite war er 31 Tage lang auf dem Jakobsweg unterwegs und legte von Paris aus rund 980 Kilometer zurück, bevor er sein Ziel im spanischen Santiago de Compostela erreichte.

Trotz der enormen Anstrengung der Pilgerreise hat I. sich am Ende offenbar gut gefühlt. „Don’t stop me now, I’m having such a good time“, zitiert er in seinem Internet-Tagebuch nach 31 Tagen aus einem bekannten Song der Rockband Queen. Warum dieses gute Gefühl nach seiner Rückkehr so schnell in Aggressionen umgeschlagen ist, muss die Kripo jetzt in den anstehenden Vernehmungen herausfinden.

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