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Aus der Stadt Fuhrberg-Mord: Schwester von Opfer sagt aus
Hannover Aus der Stadt Fuhrberg-Mord: Schwester von Opfer sagt aus
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18:59 08.03.2017
Der Angeklagte (links) mit seinem Anwalt zum Prozessauftakt vor zwei Wochen. Quelle: Holger Hollemann (Archiv)
Hannover

Die dritte Auflage des Prozesses um den Mord in Fuhrberg von 1995 ist am Mittwoch mit der Aussage der 39-Jährigen fortgesetzt worden, um die sich die Bluttat drehte. Mina U. ist die Cousine des Angeklagten Hassan K. und Schwester des getöteten Hers K. Ihr Name wurde geändert, sie befindet sich im Zeugenschutzprogramm. „Ich sollte aus dem Irak nach Deutschland kommen, damit ich ihn heirate“, sagte die 39-Jährige über ihren Cousin aus. Hassan Die Ehe sei zwischen ihren Brüdern, ihrem Vater und Hassan K. abgesprochen gewesen. K.s Erstfrau konnte keine Kinder kriegen, mit der damals 17-Jährigen sollte es anders werden. U. gab am Mittwoch an, zu dem Zeitpunkt in Wirklichkeit 13 oder 14 Jahre alt gewesen zu sein – Grund sei ein Fehler in den irakischen Geburtsunterlagen.

1997/1998 und 2009/2010 platzten Verfahren, weil Zeugen nicht erreichbar waren, zwei der drei Tatverdächtigen sind inzwischen tot. Nun versucht sich die Justiz erneut an dem Fall, dieses Mal nur mit dem 59-jährigen Hassan K. auf der Anklagebank.

22 Jahre nach einem Mord in einem Waldstück bei Fuhrberg hat das Landgericht Hannover einen dritten Anlauf zur Bestrafung des Verbrechens unternommen.

Seine Cousine und Nebenklägerin Mina U. sagte aus, sie habe damals gehört, dass das Trio ihren Bruder umgebracht habe. Außerdem sei ihr zugetragen worden, dass es Blutgeldverhandlungen mit ihrer Familie gegeben habe – als Entschädigung für den Tod des 24-Jährigen. „Ich erinnere mich aber nicht mehr daran, wer dabei war.“ Sie sei später zur PKK gegangen, um dem Angeklagten zu entkommen. Doch auch da soll Hassan K. versucht haben, sie in ein Kampfgebiet zu schicken. Mina U.: „Damit ich dort sterbe.“

Hassan K.s Anwalt Holger Nitz versuchte, Mina U.s seit 22 Jahren „ungenaue und widersprüchliche Angaben“ für die Verteidigung zu nutzen. Immer wieder habe sie ihre Aussagen „jeder Situation angepasst“, außerdem stütze sich alles aufs Hörensagen und sie wolle ihren Bruder rächen. Nitz beantragte deshalb, die Zeugin nicht aussagen zu lassen. Doch das Schwurgericht lehnte ab, Mina U. stand mehr als eine Stunde Rede und Antwort.     

pah

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