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Autos zu laut, aber Polizei greift nicht durch

Lärm in der City Autos zu laut, aber Polizei greift nicht durch

Lautstark röhrende Autos, knatternde Motorräder – immer mehr Fans schneller Fahrzeuge trimmen ihre Gefährte auf Krach, und immer häufiger leiden Anwohner in den Innenstädten darunter. Doch die Polizei in Hannover zieht die Fahrzeuge auch dann nicht aus dem Verkehr, wenn die Betriebserlaubnis wegen Umbauten erlischt.

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Kontrolle ja, Konsequenzen nein? Auch wenn manch getunter Auspuff die Betriebserlaubnis erlöschen lässt, Weiterfahrverbote gibt kaum.

Quelle: Uwe Anspach/dpa

Hannover. Bundesweit schulen deshalb Polizeidienststellen ihre Beamten vermehrt darin, illegale Umbauten an Fahrzeugen zu erkennen, um Lärmverursachern das Handwerk zu legen. Besonderes Druckmittel: Bei illegalen Umbauten erlischt die Betriebserlaubnis, Fahrzeuge dürfen nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. In Hannover aber teilt die Polizei auf Anfrage der SPD im Bezirk Mitte mit, dass sie Fahrzeuge auch dann nicht aus dem Verkehr zieht, wenn wegen Umbauten die Betriebserlaubnis erwiesenermaßen erloschen ist. In der Kommunalpolitik sorgt das für Verärgerung.

Im Mai hatte die SPD im Bezirk Mitte gefordert, dass Polizei und Staatsanwaltschaft schärfer gegen das illegale Aufröhren manipulierter Motoren vorgehen sollen. Die Lärmbelästigung schalle aus „teilweise bis zu acht Auspuffrohren“, hatte Bezirksbürgermeister Michael Sandow beobachtet. Vor allem im Umfeld von Wasserpfeifenbars (Shisha-Bars), aber auch vor den Cafés rund um die Oper oder in den beiden Unterführungen rechts und links vom Hauptbahnhof lassen Halbstarke gerne ihre frisierten Fahrzeuge aufheulen. Zwar wird derzeit am Opernplatz und in einem Bahnhofstunnel gebaut, „aber das Problem ist ja dadurch nicht weg, sondern verlagert sich nur“, sagt Sandow. Steintor und Nikolaiviertel, Brüderstraße und Celler Straße oder Weißekreuzplatz seien beliebte Orte für lautstarke Protzgeräusche.

Die Polizei beteuert in ihrer Stellungnahme, dass sie bereits „gesondert geschulte Mitarbeiter“ im Einsatz habe, die die getunten oder lärmverursachenden Fahrzeuge auf technische Veränderungen überprüfen könnten. Allerdings misst man bei illegalen technischen Veränderungen mit zweierlei Maß: Bei „Gefährdungen der Sicherheit des Straßenverkehrs“, etwa durch Eingriffe an Bremsen oder Fahrwerk, untersage man den Fahrern die Weiterfahrt in der Regel. „Änderungen, die die Geräuschentwicklung eines Fahrzeugs verändern, aber nicht unmittelbar die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden, führen in der Regel nicht zu einer Untersagung der Weiterfahrt“, heißt es in der Stellungnahme. Die Betroffenen müssten ihr Fahrzeug nur später ohne das illegale Lärmbauteil vorführen. Für technisch versierte Schrauber ist das ein Leichtes: Sie fahren nach Hause, schrauben den lauten Auspuff am nächsten Tag ab und den legalen Auspuff dran, führen ihr Motorrad bei der Polizei vor - und können kurz darauf den Krachmacher wieder montieren.

„Lärm macht krank“, sagt Sybille Maurer-Wohllatz von der hannoverschen Umweltorganisation BUND: „Gegen Lärmverursacher muss viel konsequenter vorgegangen werden.“ Ihr Verdacht: In Hannover verfolge man die Verursacher nicht besonders hart, „weil Hannover eine Autolobbystadt ist“. SPD-Bezirksbürgermeister Sandow will das Krachmacherproblem jetzt erneut im Bezirksrat thematisieren. „Niemand hat ein Anrecht auf Nachsicht, wenn er andere Menschen rücksichtslos mit Lärm belästigt“, sagt er: „Wir haben da ein massives Problem, das von der Polizei nicht geduldet werden darf.“

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