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Motorrad-Raser versteckt sich im Biergarten

Prozess am Amtsgericht Motorrad-Raser versteckt sich im Biergarten

Weil er seiner Freundin imponieren wollte, gab ein 23-jähriger Motorradfahrer in Hannover Vollgas. Als die Polizei die Verfolgung aufnimmt, flieht das Pärchen in den Biergarten am Lister Turm, dabei überfahren sie fast ein Kind und einen Hund. Nun wurde der Fahrer vor dem Amtsgericht Hannover verurteilt.

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Jan W. wollte der Freundin imponieren – jetzt gab er sich reumütig.

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. Ein junger Motorradfahrer, der mit waghalsigen Fahrmanövern um die Gunst seiner Freundin buhlte, ist vom Amtsgericht Hannover zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt worden. Außerdem bekam er ein einmonatiges Fahrverbot auferlegt. Auf der Flucht vor der Polizei war Jan W. mit seiner 750-Kubikzentimer-Maschine auf das Gelände des Biergartens am Lister Turm gerollt und dabei einem Kleinkind und einem Hund gefährlich nahe gekommen.

„Dreist, frech und gefährlich“

Amtsgerichts-Präsident Götz Wettich sprach den 23-Jährigen einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig. „Was Sie gemacht haben“, so der Richter, „war dreist, frech und gefährlich.“ Allerdings rechnete er es dem angehenden Mechatroniker hoch an, dass dieser ein ausführliches Geständnis ablegte und sich in sehr persönlicher Form bei allen beteiligten Polizisten und Biergartengästen entschuldigte.

Ausgangspunkt der Straftat war im August 2016 die Zookreuzung. W. stand auf der Adenauerallee vor einer roten Ampel, ihm gegenüber in der Bernadotteallee wartete die Besatzung eines Streifenwagens. Als die Ampel grün wurde, gab der Motorradfahrer Vollgas. Die Beziehung zu seiner Freundin, die auf dem Sozius saß, stand auf der Kippe, und das veranlasste den Heißsporn zu einem rasanten Start mit heulendem Motor. „Ich wollte ihr imponieren“, gab er zu - und die Polizisten provozieren. Das klappte: Die Beamten wendeten und nahmen die Verfolgung auf.

Doch Tempo 120 auf der Bernadotteallee reichte nicht aus, um den Raser zu stellen, er verschwand aus dem Blickfeld der Streife. Am Lister Turm bog W. nach rechts ab, fuhr mitten hinein in den Biergarten, der an jenem Sonntagnachmittag gut gefüllt war. Laut Schätzungen von Zeugen war er im Eingangsbereich noch an die 20 Stundenkilometer schnell. Ein 59-Jähriger riss seinen Hütehund im letzten Augenblick zur Seite, an einem auf dem Pflaster spielenden Zweijährigen rollte das schwere Motorrad in einem Abstand von knapp einem Meter vorbei. Hinter einer Bude stellte W. die Maschine ab, offenbar froh, die Polizei abgehängt zu haben. Allerdings musste er sich dort der Vorwürfe erzürnter Gäste erwehren. Doch als das Paar den Biergarten wieder verließ, kam ihm die Streife entgegen, die eine große Schleife gedreht hatte.

Jugendsünden unter Alkohol

W. war als Heranwachsender bereits dreimal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, hatte unter Alkoholeinfluss gestohlen und geschlagen. Nach Abitur und abgebrochenem Studium schien er sich gefangen zu haben - bis zur Aufschneidertour im Vorjahr. „Irgendwann“, mahnte ihn Richter Wettich, „müssen Sie mal erwachsen werden.“ Der junge Mann versprach, sein Möglichstes zu tun.

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