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Aus der Stadt Mountainbike-Parcours soll ausgeweitet werden
Hannover Aus der Stadt Mountainbike-Parcours soll ausgeweitet werden
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00:33 09.07.2015
Von Andreas Schinkel
Der bestehende Parcour in der Eilenriede soll ausgedehnt werden. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

„Dirtline“ bezeichnet eine Strecke mit aufgeschütteten Rampen, auf denen spektakuläre Sprünge mit besonders stabilen Rädern möglich sind. 10 000 Euro lässt sich die Stadt den Bau der Geländestrecke kosten, die Pflege schätzt sie auf 4000 Euro jährlich. „Damit haben wir eine logische Erweiterung der bestehenden Strecke“, sagt SPD-Umweltpolitiker Jürgen Mineur. Ein attraktiver Parcours diene letztlich dem Schutz des Waldes, sagt er.

Bei Naturschützern stößt diese Sicht auf Ablehnung. Dem Eilenriedebeirat, der sich als Hüter des Stadtwalds versteht, missfiel bereits der Bau des ersten Rundkurses am Rodelberg. Über die Ergänzungsstrecke wollte das Gremium gar nicht erst beraten. Der Naturschutzbund Nabu kritisierte, dass schon für die erste Geländestrecke mehr Bäume als geplant gefällt werden mussten. Und jetzt solle die „Beschädigung des Walds“ noch ausgeweitet werden, entrüsteten sich die Umweltschützer.

Die Ratspolitik steht zusammen mit der Stadtverwaltung auf dem Standpunkt, dass ein einziger attraktiver Parcours den Rest des Waldes vor den dicken Profilreifen der Mountainbiker schützt. „Zuvor haben sich die Biker Strecken an Orten gegraben, die ökologisch wertvoller waren als der Standort am Rodelberg“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Das meint auch sein Kollege von der CDU, Hannes Hellmann. „An dem einen Standort können wir die Mountainbiker konzentrieren“, sagt er. SPD-Mann Mineur kann sich einen Seitenhieb auf den Eilenriedebeirat nicht verkneifen. „Der Beirat ist übers Ziel hinausgeschossen. Man muss sich nicht vor jeden Baum stellen.“

Erst ein paar Monate ist es her, seit der erste Abschnitt des Mountainbike-Kurses fertiggestellt wurde. Er hat ebenfalls 10 000 Euro gekostet. An den Plänen haben Vertreter der Bikerszene mitgearbeitet, weil die Stadt sichergehen wollte, dass die Strecke angenommen wird.

Die neue „Dirtline“ soll vier Sprunghügel umfassen. Start ist auf halber Höhe des Rodelbergs. Die Biker jagen auf die „Dirtline“ zu und können sich für einen von zwei Wegen entscheiden - eine einfache Variante mit kleinen Hügeln und einen Parcours für Fortgeschrittene mit höheren Erdwällen. Stimmen die weiteren Ratsgremien zu, könnte der Bau noch im Sommer beginnen.

Stadt lässt Moor befeuchten: Seit zwei Jahren bemüht sich die Stadt Hannover, das trockene Altwarmbüchener Moor wieder zu befeuchten. Ziel sei es, hieß es gestern im Umweltausschuss des Rates, die „moortypischen Wasserverhältnisse“ wiederherzustellen. Damit gebe man nicht nur einer vielfältigen Flora und Fauna ein Zuhause, Moore binden auch das klimaschädliche Kohlendioxid. Jedoch will es mit der „Wiedervernässung“ nicht so recht klappen. Die Stadt muss immer neue Torfwälle auftürmen und ramponierte Spundwände erneuern, um das Wasser in den Gräben und Teichen zu halten. „Der Altwarmbüchener See zieht viel Wasser ab“, sagt eine Umweltplanerin aus der Stadtverwaltung. Man versuche, den Wasserstand im Moor anzuheben. Sorge bereitet den Moorschützern auch ein übermütiger Geländefahrer, der mit seinem Quad durch das Naturschutzgebiet rast.

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