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Mountainbiker verwüsten Teile der Eilenriede

Permanente Schäden Mountainbiker verwüsten Teile der Eilenriede

Mountainbiker haben an drei Orten in der Eilenriede Fahrbahnen in den Wald geschlagen und Rampen aufgeschüttet. Die Stadt will die dadurch verursachten Waldschäden nicht länger hinnehmen.

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Mountainbiker haben sich in der Eilenriede nahe des Eilenriedestadions eine Huckelpiste angelegt.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die Forstverwaltung Hannovers schlägt Alarm und sucht nach Unterstützung im Konflikt mit Mountainbikern in der Eilenriede. „Inzwischen werden wir von den Radlern angepöbelt, wenn wir darauf hinweisen, dass das Fahren außerhalb der Wege nicht erlaubt ist“, sagte der städtische Forstamtsleiter Gerd Garnatz am Montag im Eilenriedebeirat.

Die Geländeradler haben inzwischen an drei Orten Fahrbahnen in den Wald geschlagen und Rampen aufgeschüttet: hinter dem Eilenriedestadion, nahe der Mainzer Straße und nicht weit vom Lister Turm. „Dadurch entstehen permanente Schäden am Wald, die wir nicht mehr beheben können“, sagte Garnatz. Doch nicht nur die Natur wird in Mitleidenschaft gezogen. Die Mountainbiker haben auch Teile der mittelalterlichen Landwehr beschädigt, als sie ihre Erdhügel anlegten. „Jetzt ist ein historisches Erbe der Eilenriede bedroht“, sagte Hans-Peter Fuchs, Vorsitzender des Beirats.

Die Stadt hat bereits mehrmals versucht, die Geländestrecken wieder zurückzubauen. Erst kürzlich habe man an der Landwehr einen „Großeinsatz“ gefahren, sagt Förster Garnatz, und die Bahnen dem Waldboden gleichgemacht. Doch die emsigen Radler richteten sich ihren Parcours wieder her. „Vor allem sonnabends, wenn kein Förster im Wald zugegen ist, bauen die Mountainbiker ihre Anlagen wieder auf“, weiß ein Anwohner zu berichten. Er habe schon versucht, mit den Radsportlern zu reden, erntete aber nur unflätige Drohungen. „In Hessen haben Bürger schließlich Drähte über die Fahrbahnen gespannt“, sagt der Anwohner.

So weit will der für maßvolle Töne bekannte Eilenriedebeirat freilich nicht gehen. „Eigentlich bleiben nur zwei Alternativen: Entweder hart durchgreifen oder die Strecken zum offiziellen Mountainbike-Platz erklären“, sagt der Vorsitzende des Gremiums. Das mit dem Durchgreifen sieht das Forstamt als schwierig an, denn man habe weder genügend Personal, um an allen Orten nach dem Rechten zu sehen, noch seien die Mitarbeiter genügend für Ordnungsaufgaben geschult. „Nur die Polizei kann ein Verbot aussprechen“, betont Garnatz. Anzeige wegen Verstoßes gegen das sogenannte Waldgesetz könnten aber auch die Forstmitarbeiter erstatten. „Davon haben wir bisher abgesehen“, sagt Garnatz.

Kurzfristig schlägt die stellvertretende Vorsitzende des Beirats, Reinhild Muschter, vor, Parkranger durch die Eilenriede zu schicken, um die wilden Radler ins Gebet nehmen. Sie habe bei einem Rundgang durchaus bemerkt, dass die Radler für Ansprachen zugänglich seien. „Es dürfte nicht schwierig sein, sich die Ranger vom Grünflächenamt ,auszuleihen‘“, meint Muschter. Da der Eilenriedebeirat nur ein beratendes Gremium für Stadt und Politik ist, bleibt es zunächst bei dieser Empfehlung. Entscheiden müsste die Ratspolitik.

Dort fällt die Reaktion zwiegespalten aus. Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert hält nichts davon, mit der Faust auf den Tisch zu hauen. „Wir sollten die Mountainbiker zum runden Tisch laden und nach Alternativflächen Ausschau halten“, schlägt er vor. Das habe schließlich auch bei den Skateboardfahrern gut funktioniert, die zuvor frisch sanierte Plätze in der City mit ihren Brettern ramponierten und jetzt auf dem Welfenplatz einen eigenen Parcours haben.

Ähnlich argumentiert sein Kollege von der CDU. „Wir müssen den Radlern etwas anbieten und zugleich ihrem Freiheitsdrang Rechnung tragen“, sagt Dieter Küßner. SPD-Sportexpertin Peggy Keller hält nichts von Geländerennen in der Eilenriede. „Es gibt doch genug Angebote, etwa im Harz“, sagt sie.

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