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Aus der Stadt Müll aus Lahe soll Wohnungen heizen
Hannover Aus der Stadt Müll aus Lahe soll Wohnungen heizen
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00:15 13.05.2017
Von Jens Heitmann
Die Müllverbrennungsanlage in Lahe soll nach den Vorstellungen aha ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Quelle: Steiner (Archiv)
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Hannover

Darüber hinaus ist dort der Bau einer Anlage zur Verbrennung von Klärschlamm vorgesehen, die wegen einer Gesetzesnovelle nötig wird. „Mit der neuen Strategie wird die Fernwärme in Hannover grüner“, sagte Vorstandschefin Susanna Zapreva am Dienstag.

Aktuell sind etwa 30.000 Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen, hinzu kommen Großkunden wie die Nord/LB, der NDR oder die HDI-Arena für die Rasenheizung im Stadion. Die Idee für den Bau einer Leitung zur MVA ist nicht neu – akut wird sie durch die Schließung eines Werkes des Reifenrußherstellers Columbian Carbon in Misburg, das bis vor einem Jahr Fernwärme ins Netz einspeiste. Seither müssen die Enercity-Kraftwerke in Linden und Stöcken diesen Ausfall kompensieren – für die Stadtwerke rechnet sich deren Betrieb zu Zeiten niedriger Preise an der Strombörse aber nicht immer.

Für die Anbindung der Laher MVA sei der Bau einer bis zu sechs Kilometer langen Leitung nötig, erklärten die Stadtwerke. Die Anlage könne rund 300 Gigawattstunden Wärmeenergie liefern – das entspreche etwa einem Viertel der in Hannover benötigten Menge. Weitere 60 Gigawattstunden ließen sich aus der Verbrennung von Klärschlamm gewinnen.

Wegen der Verschärfung der Umweltvorschriften darf künftig immer weniger Klärschlamm zur Düngung landwirtschaftlicher Flächen ausgebracht werden. Von 2029 an ist die Rückgewinnung von Phosphor aus Kläranlagen für mehr als 100?000 Einwohner vorgeschrieben – die thermische Behandlung von Klärschlamm sei eine dafür geeignete Technik, erklärte Enercity: „Eine besonders gut geeignete Fläche ist der Standort der Deponie der Abfallwirtschaft Region Hannover in Lahe.“

Die Verhandlungen mit den MVA-Betreibern laufen bereits, die Anlage gehört zu 85 Prozent der Helmstedter Energy from Waste (EEW) und zu 15 Prozent der Papenburg-Gruppe. Bei EEW begrüßt man die Pläne, weil sich mit der Auskopplung von Fernwärme höhere Preise erzielen lassen als mit dem Absatz von Strom. „Wir prüfen eine Anbindung“, sagte Geschäftsführer Guido Lücker.

Unterstützung kommt auch aus der Kommunalpolitik. Die Anbindung der MVA könne dazu beitragen, die Fernwärmeversorgung zu sichern, sagte Philipp Kreisz (SPD). Nun gelte es, die Anwohner möglichst schnell über mögliche Trassen für die Leitungen und die Dimension der Klärschlammverbrennungsanlage zu informieren.

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