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Müssen Blinde den Kot ihrer Hunde entsorgen?

Diskussion um Pflichten Müssen Blinde den Kot ihrer Hunde entsorgen?

7,5 Tonnen Hundekot fallen nach Angaben von Aha jährlich in Hannover an. Einige Häufchen stammen von Hunden blinder Menschen. Aber müssen diese den Kot ihrer Hunde entfernen? In Potsdam gibt es darüber Streit. In Hannover sind solche Streitfälle zwar nicht bekannt. Das Problem gibt es aber auch hier.

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Den Kot ihrer Hunde aufzusammeln ist für Hundehalter in Hannover Pflicht. Aber auch für Blinde?

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover. Achtlos liegen gelassener Hundekot ist immer wieder ein Konfliktthema – in Potsdam entbrennt er jetzt an einer besonderen Fragestellung. Dort hatte eine blinde Frau moniert, dass sie häufig von Passanten angesprochen werde, wenn  ihr Blindenhund sich erleichtert, sie aber den Kot nicht entfernen kann. Sie hatte daraufhin beim Ordnungsamt eine Freistellung von der Pflicht erbeten, war aber brüsk zurückgewiesen worden mit der Begründung, damit würden Präzedenzfälle geschaffen. Der Tipp vom Amt: Sie könne doch mit der Hand am Rücken des Hundes ertasten, wo er sich erleichtert, und dann mit Hilfsmitteln das Vermächtnis entsorgen. In Hannover sind beim Blindenverband solche Fälle nicht bekannt – gleichwohl wird es das Problem auch hier geben.

"Eltern ist es egal, ob Kinder in Haufen von Blinden oder Sehenden stapfen"

„Das Problem ist größer als der Einzelfall aus Potsdam“, sagt Gerd Schwesig vom Blinden- und Sehbehindertenverband. Der Staat setze zunehmend auf Gleichbehandlung bei Menschen mit Behinderung, „aber das setzt das Wahrnehmen von Rechten wie das von Pflichten gleichermaßen voraus“. In Hannover sind etwa 1000 der rund 5000 Sehbehinderten vollständig blind. Wie viele von ihnen einen Hund haben, ist nicht bekannt, es dürfte aber wohl eine dreistellige Zahl sein. Dabei geht es nicht nur um Blinden- und Assistenzhunde: „Wenn jemand im Alter erblindet, will man ihm ja nicht seinen Hund wegnehmen“, sagt Schwesig.

Im Internet wird das Thema kontrovers diskutiert. Eltern sei es egal, ob ihre Kinder in die Haufen von Hunden Blinder oder sehender Menschen stapfen, argumentieren die einen – eine Lösung müsse her. Andere wiederum schreiben, dass Sehbehinderte ohnehin schon genug zu leiden haben: Sie erkennen die Hundehaufen auf den Gehwegen nicht und laufen häufig Gefahr hineinzutreten.

In Hannover gibt es 15.000 registrierte Hunde. Aha gibt die Menge des Hundekots in Hannover mit jährlich 7,5 Tonnen an. So viel steht fest: Der Großteil dürfte nicht von den Hunden Blinder stammen.

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