Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt „Wie es euch gefällt“ wird im Theater am Aegi gespielt
Hannover Aus der Stadt „Wie es euch gefällt“ wird im Theater am Aegi gespielt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:38 20.04.2018
Musikalisch zu Tisch: Heiner Lürig, Julia Steingaß, Andreas Unsicher, Merle Hoch (v. l.) Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

 Zwei Männer, zwei Frauen, eine Gitarre, ein Klavier und viele Zettel mit Texten und Noten auf dem Tisch. Durch die großen Fenster fällt viel Licht in das geräumige Wohnzimmer unweit des Großen Gartens in Herrenhausen. Sieht aus wie Hausmusik, ist es irgendwie auch. Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt. Im August sollen diese Melodien auf der noch geräumigeren Bühne des Theaters am Aegi ertönen, sie sollen dem Shakespeare-Musical „Wie es euch gefällt“ ein Alleinstellungsmerkmal verleihen. Wieder mal. 

Einer der Männer am Tisch, der mit der Gitarre, ist Heiner Lürig. Er weiß, wie es geht, Shakespeare-Stücke mit Pop zu peppen, dreimal hat er das zusammen mit Heinz Rudolf Kunze schon gemacht. Für „Was ihr wollt“, für den „Sturm“ und vor allem für den über viele Jahre gespielten „Sommernachtstraum“, der 2003 Premiere hatte und so perfekt in die Kulisse des Herrenhäuser Gartentheaters passte. 

Beim vierten Anlauf ist nun erstmals ein Dach drüber. Im Gartentheater haben andere Produktionen den Vorrang bekommen. Das ist einerseits bedauerlich, schließlich spielt auch „Wie es euch gefällt“ in einem Wald, dessen künstlerische Indoor-Umsetzung nun den Bühnenbildnern obliegt. Andererseits ist es diesmal wettersicher. Aber Location und Bühnenbau sind an diesem Tag noch kein Thema. Hier geht es um die Musik, und die hat Lürig waldgerecht folkloristisch angelegt, „mit Akkordeon“, was auch optisch zum Tragen kommt, weil die sechsköpfige Band auf der Bühne sitzt und auch in die Handlung einbezogen werden soll. 

Neben Lürig ist der musikalische Leiter Andreas Unsicker bei der ersten Besprechung dabei – und zwei Schauspielerinnen. Merle Hoch, die bereits in Herrenhausen in kleineren Rollen oder als Zweitbesetzung agiert hat, wird die Hauptrolle der Rosalinde übernehmen, die gebürtige Hannoveranerin war Lürigs absolute Wunschkandidatin. Mit Musical-Hauptrollen kennt sie sich aus, rund 1000-mal stand sie als Jane im Musical „Tarzan“ auf der Bühne. 

Neu im Ensemble ist Julia Steingaß, in Goslar geboren und derzeit am Meininger Staatstheater engagiert. „Sie hat uns im Casting sofort überzeugt“, sagt Lürig. Steingaß war vor vielen Jahren auch schon im „Sommernachtstraum“ - als Zuschauerin. „Ich hatte sofort Lust, da mal mitzuarbeiten. Hat dann ein paar Jahre gedauert, aber als jetzt die Ausschreibung kam, musste ich reagieren.“

Als die beiden Frauen dann ein Lied ansingen, Text Kunze, Musik Lürig, ahnt man, warum sie unter den vielen Bewerberinnen ausgewählt worden sind. Die Frauen harmonieren gesanglich sofort, obwohl sie sich erst seit heute kennen. Zwischendurch wird immer wieder mal unterbrochen, ein einzelner Ton diskutiert oder auch mal geändert. Das Quartett wirkt konzentriert, fast ein bisschen aufgekratzt, weil die Chemie stimmt. 

Bei den Schauspielerinnen entstehen hier auch erste Ideen im Kopf, wie sie ihre Rolle anlegen wollen, die Proben beginnen im Juli. Während Hoch, die derzeit in Lüneburg die Marylin Monroe in „Sugar“ gibt, sich auch moderat an anderen Rollenbildern, „vor allem aber am Original“ orientiert, versucht Steingaß die Rolle frei anzulegen und erst hinterher zu gucken, wie es andere machen. „Sonst bekomme ich das nicht mehr aus dem Kopf.“ 

Das Stück unter der Regie von Renate Rochell noch eine Hannoveranerin – soll mit Anleihen aus der Shakespeare-Zeit spielen, aber kein Historienstück sein. Allein schon der Musik wegen. Folkpop mit Akkordeon. Einen solchen Sound mit dem „speziellen Shakespeare-Stil“ zu verbinden, findet Merle Hoch, „das gibt es sonst nirgends. Das ist schon echt was Besonderes“. 

„Wie es euch gefällt“ - vom 2. bis 25. August in 15 Vorstellungen im Theater am Aegi. Karten gibt es an allen HAZ-Ticketshops. 

Von Uwe Janssen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hannovers älteste Ganztagsschule in Linden-Nord versteht sich als Erfolgsmodell und will auch in Zukunft so weiter machen.

20.04.2018

Die Staatsanwaltschaft Hannover interessiert sich detailliert für Chicos Verletzungen. Sie prüft auch, ob bei der Stadt Versäumnisse vorlagen – womöglich auch in der Betreuung der Opfer.

20.04.2018

Die Bundespolizei Hannover will sich besser auf mögliche Mobs vorbereiten. Am Sonnabend hatte eine Meute im Hauptbahnhof mehrere Angreifer angefeuert. Minister Boris Pistorius fordert „klare Grenzen“.

20.04.2018
Anzeige