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Aus der Stadt Musik und Mode beim Masala-Festival
Hannover Aus der Stadt Musik und Mode beim Masala-Festival
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06:15 11.07.2012
Die Pinkspots singen beim Masala-Festival. Quelle: Gabriel Poblete Young
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Hannover

Diese Begegnung war ein Glücksfall, und das war kaum vorherzusehen. Denn die Band Rosario Smowing war noch nie in Europa und daher auch nicht in Niedersachsen, wo man die Pinkspots seit knapp zehn Jahren gern und immer wieder hört. Das Projekt „Niedersachsen im Dialog“ hat in seinem dritten Jahr beim Masala-Weltbeat-Festival die beiden Gruppen nun zusammengeführt. Nachdem sich die Ensembles musikalisch bis drei Tage vor ihrem Auftritt nur übers Internet verständigen konnten, war ihr persönliches Zusammentreffen zu gemeinsamen Proben so fruchtbar, dass für den Auftritt am ersten Festival-Wochenende im Pavillon gleich mehr als zehn Kooperationssongs herauskamen. 500 Zuhörer belohnten den hinreißenden Auftritt im hannoverschen Pavillon am Ende mit Ovationen im Stehen.

Rosario Smowing aus Argentinien und die Pinkspots aus Niedersachsen haben am Donnerstag beim Masala-Festival in Hannover ein gemeinsames Konzert gegeben.

Es waren nicht nur die Musikstile der beiden Gruppierungen, die die große gemeinsame Teilmenge ermöglichten. Es war mehr die Chemie, die von Anfang an stimmte. Da ist auf der einen Seite ungeheuer viel Machismo bei den achtköpfigen Rosario Smowing aus der argentinischen Großstadt Rosario – und auf der anderen Seite eine große Portion frech-geschmeidige Weiblichkeit, für welche die Pinkspots bekannt sind.

Binnen kurzer Zeit haben sie ihren jeweiligen Mix aus Elektroswing mit Elementen aus vielen Musikstilen der vierziger, fünfziger und sechziger Jahre mit Ska, Jazz, Dixie, Mambo, Bolero und Rockabilly zusammengetüftelt. Daraus ist eine amüsante Musikshow geworden, bei der sich Rosario-Sänger Diego Casanova nicht zu schade war, den drei Pinkspots-Sängerinnen Ann Kathrin Blohmer, Mirle Köhler und Wiebke Eymess sowie Kristina van de Sand an der Geige auf dem Bühnenboden liegend seinen selbst gedichteten Herzschmerzcocktail darzubieten. Ein Grund zum Dahinschmelzen – auch vor der Bühne.

Großes Kino ganz anderer Art erwartete die Masala-Besucher am Sonnabend. Dieser Abend war Äthiopien gewidmet, begann mit einer Modenschau und endete mit einem Weltmusikkonzert der besonderen Art. Mittelpunkt des Konzerts mit dem Trio Krar Collective war die traditionelle äthiopische Leier Krar, deren sechs Saiten an mehreren Stellen über dem Steg und dem Klangkörper angeschlagen werden können. Temesgen Tarakan versteht sich aufs Beste darauf, dieses seit mehr als 4000 Jahren gespielte Instrument zum Rocken und Klingen zu bringen. Mit Robert Taye an vier Trommeln und der Sängerin Genet Asefa brachte das Krar Collective eine für nur zwei Instrumentalisten ungewöhnlich voll klingende Musik mit. Sehr rhythmisch, dabei gleichzeitig mitreißend und doch monoton. Nicht leicht verdaulich, ein Leckerbissen für fortgeschrittene Weltmusikkenner.

Neun bildschöne Models führten bei der Salomonic Fashion Show die Kreationen der jungen Modedesignerin Meron Biruk vor.

Ungleich süffiger war zuvor die Modenschau Salomonic Fashion Show, zu der 300 Zuschauer gekommen waren. Ein Abend wie gemalt: Neun bildschöne Models führten die Kreationen der jungen Modedesignerin Meron Biruk vor, die ausschließlich mit direkt aus ihrer Heimat importierten Stoffen arbeitet, wobei sie traditionelle Embleme wie das christliche Kreuz und handgewebte Bordüren auf weite afrikanische Gewänder ebenso aufbringt wie auf moderne, europäisch beeinflusste Kleidung. Ein Augenschmaus, dem mit dem Krar Collective eine besondere musikalische Herausforderung folgte, der sich leider deutlich weniger Besucher aussetzen wollten.

Masala geht an diesem Montag, 20 Uhr, in Bennigsen in der St.-Martins-Kirche weiter mit MoZuluArt aus Simbabwe und Österreich. Das Konzert von Cécile Corbel, die am Dienstag auf Schloss Landestrost spielt, ist ausverkauft.

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