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Aus der Stadt Das ist der Erfinder des Musik-Gullys
Hannover Aus der Stadt Das ist der Erfinder des Musik-Gullys
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00:16 06.03.2017
Von Uwe Kranz
Treffen anlässlich der 50. Musikgully-CD: Ernst-August-Platz-Gestalter Timm Ohrt und seine Frau Prof. Hille von Seggern. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

„Schön“, sagt Timm Ohrt. Sein Blick schweift über den Ernst-August-Platz, sein Werk. Jedenfalls zum Teil. Hier aus der oberen Etage des Eiscafés vorn im Bahnhof kann man gut erkennen, was der Stadtplaner wollte, damals, Ende der Neunziger, als sich Hannover schick machte für die Weltausstellung. Die um 45 Grad gedrehte Pflasterzeichnung und das Beleuchtungsnetz nehmen die schräg abführende Luisenstraße links und die Schillerstraße rechts auf. Leider werde das nicht aufgegriffen, wenn Buden vor dem Bahnhof aufgestellt würden, sagt Ohrt und lächelt milde. Der 81-Jährige ist mit seiner Frau Hille von Seggern, die lange an der Leibniz-Uni als Professorin für Freiraumplanung gelehrt hat, zu Besuch in der Stadt.

Ohrt freut sich, dass der Platz lebt und ein Ort zum Verweilen geworden ist. Wenn das Paar, das ein Planungsbüro in Hamburg betreibt, in Hannover ist, lauscht es immer auch einem verborgenen Schatz. Denn der Musikgully am anderen Ende des Platzes ist ebenfalls Ohrts Werk. Eine spielerische Idee, ein Stück unerwartete Kunst im öffentlichen Raum, das auch von den Reaktionen der Passanten lebt. Seit 17 Jahren dudelt nun Musik aus dem Untergrund, gerade ist die 50. CD eingelegt worden, die in Dauerschleife abgespielt wird - von 6 bis 21 Uhr Tagmusik, von 21 bis 6 Uhr Nachtmusik. Von Kurt Schwitters’ „Ursonate“ über Fury in the Slaughterhouse bis zu Weltmusik war schon alles dabei. „Einmal habe ich beobachtet, wie ein Paar an einem lauen Sommerabend zu Tango aus dem Gully getanzt hat“, sagt Ohrt, und die Erinnerung scheint ihm noch immer das Herz zu wärmen.

Der Gully sieht zwar aus wie ein Abfluss und hat auch Löcher. Allerdings nur, damit von unten Musik raus kommt. Wasser fließt bis auf Regentropfen nicht ein, weil der Gully nicht in einer Senke liegt, sondern leicht erhöht. Dass er im Tagesgetöse der Innenstadt nicht jedem auffällt, gehört zum Konzept. Es ist Kunst zum Entdecken. Aber wo ist das Herzstück der „kleinsten Disco der Stadt“? Den steilen Treppenabstieg in den Technikraum, der über die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade zu erreichen ist, meistert der topfitte Senior mühelos. Unten stehen zwei CD-Player, ein kleiner Verstärker und eine Zeitschalteinheit, die zwischen Tag- und Nachtsound wechselt. Lange Kabel führen etwa fünf Meter hoch zu Boxen, die wassergeschützt das Fußvolk beschallen.

„Das sind aber richtig alte Kabel“, sagt Ohrt, und Uwe Kalwar nickt. Der Kulturmanager, damals Raschplatz-Pavillon, heute Region Hannover, stellt die CDs für den Untergrund zusammen und wechselt sie regelmäßig. Nun sind es also 50, und das Jubiläumsexemplar ist ein ganz besonderes: In einem achtminütigen Kurzhörspiel, das sich Kinder ausgedacht haben, wird erklärt, wer der ominöse „Gullyman“ wirklich ist. Die Musik dazu hat unter anderem Timm Ohrt mit eingespielt. Seit 27 Jahren lernt er Schlagzeug, nun kann er sein eigenes Werk mitbestücken. Damit ist er wohl Deutschlands ältester Undergroundmusiker.

8219 bestellte Karten an zwei Tagen. Der Vorverkauf für das nunmehr 32. Kleine Fest im Großen Garten vom 12. bis zum 30. Juli ist diese Woche mit der erwartet großen Nachfrage gestartet. Bis zum 31. März läuft nun das Bestellverfahren für die insgesamt 53.000 Eintrittskarten.

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