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Aus der Stadt Wie moderne Technik Senioren helfen kann
Hannover Aus der Stadt Wie moderne Technik Senioren helfen kann
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00:16 18.11.2017
Einfach zu bedienen: In der Musterwohnung kann vieles mit Handy oder Digitaluhr gesteuert werden. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Ein Festnetztelefon mit großen Tasten, eine ebenerdige Dusche und ein Hausnotruf: Das sind die unscheinbaren Helfer in der ersten barrierefreien Musterwohnung, die die Stadt für die Öffentlichkeit eingerichtet hat. Aber die kleine Wohnung im Roderbruch kommt nicht nur ohne Stolperfallen daher, sondern auch smart - also technisch intelligent: Per Sprachsteuerung können beispielsweise Licht, Fernsehgerät und Musik gesteuert werden. Nimmt der Bewohner seine Tabletten nicht, bekommen die Kinder auf Wunsch eine Mitteilung aufs Handy. Und im Notfall ruft die Wohnung dank Alarmsystem auch selbst um Hilfe.

Elektronik, die per Sprachsteuerung bedient werden kann, ein automatisches Alarmsystem für Notfälle, eine intelligente Tablettenbox – wie moderne Technik das Wohnen für Senioren angenehmer und sicherer machen kann, können interessierte nun in einer Musterwohnung in Roderbruch erleben.

Am Mittwochnachmittag führte Sozial­dezernentin Konstanze Beckedorf durch die 34 Quadratmeter große Einzimmerwohnung an der Buchnerstraße 15. Das Wohnungsunternehmen Gundlach, das in dem Gebäude Seniorenwohnungen vorhält, stellt der Stadt die Räume mietfrei zur Verfügung. Stadt, Region, Senioren- und Behindertenbeirat entwickelten gemeinsam das Konzept - zahlreiche Firmen zeigen vor Ort jetzt, wie mit ihrer Technik das Leben im Alter oder mit Behinderung selbstbestimmt gemeistert werden kann.

„Viele Menschen wollen trotz Einschränkungen zu Hause wohnen bleiben“, betonte Beckedorf. Doch was braucht es dafür an baulichen Veränderungen? Welche technischen Raffinessen sind wirkliche Hilfen oder doch nur überfordernd? Meist reicht der Blick in den Katalog nicht aus. In der Musterwohnung kann daher jeder 40 bauliche Lösungen - von der schwellenfreien Balkontür bis zum tiefen Spiegel im Bad - testen. 30 technische Hilfen, darunter auch eine Armbanduhr, die fast alles im Zimmer regeln kann, gibt es obendrein zu erleben.

„Es braucht nicht alles“

„Es braucht nicht alles“, sagte Gundlach-Geschäftsführer Frank Eretge. Seiner 94-jährigen Großmutter beispielsweise habe er in der dritten Etage eines Altbaus mit einfachen Mitteln das Leben leichter machen können: Dank eines Tablet-Computers liest sie ihre Zeitung jetzt online und muss keine Treppen mehr steigen, um sie aus dem Briefkasten zu holen.

Wer mehr verändern möchte, wird in der Musterwohnung fündig: Ein Tremorlöffel hilft beim Essen mit der zittrigen Hand. Herunterfahrbare Gardinenstangen und Schrankböden machen die Bedienung aus dem Sitzen heraus möglich. Assistenzsysteme lesen Dokumente vor - Herd und Bügeleisen schalten sich automatisch bei Überhitzung ab. „Wichtig ist, dass Technik als Ergänzung verstanden wird, aber nie den menschlichen Kontakt ersetzt“, sagte Beckedorf.

Info: Termine für eine kostenlose Besichtigung der Musterwohnung können unter Telefon (05 11) 16 84 23 45 vereinbart werden – oder nach einer E-Mail an 57-infothek@hannover-stadt.de.

Von Carina Bahl

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