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Mutmaßlicher Islamist aus Hannover festgenommen

Polizeieinsatz in Griechenland Mutmaßlicher Islamist aus Hannover festgenommen

Panne im Antiterrorkampf: Kurz vor seinem Prozess hat sich ein IS-Sympathisant aus Hannover ins Ausland abgesetzt - jetzt konnte er in Griechenland festgenommen werden. Das Landeskriminalamt Niedersachsen bestätigte am Freitag die Festnahme des Deutsch-Syrers. Er soll mit der Terrordrohung beim Länderspiel in Hannover zu tun haben.

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November 2015: Spezialkräfte der Polizei sicherten den Bereich rund um die HDI-Arena nach der Terrorwarnung in Hannover. Der jetzt Festgenommene soll mit dem Vorfall zu tun gehabt haben.

Quelle: dpa

Hannover. Das Landeskriminalamt geht davon aus, dass er nach Syrien ausreisen wollte, nachdem er erfahren hat, dass er hier vor Gericht gestellt werden soll. Der 20-jährige Berufsschüler Mohamed Hasan K. war vom Generalbundesanwalt angeklagt worden, weil er vom Angriff der Schülerin Safia S. auf einen Polizisten im Hauptbahnhof von Hannover vorab wusste. Safia soll ihm gegenüber in Chats die Tat angekündigt haben, doch der 20-Jährige hatte sich gegenüber den Behörden nicht geäußert.  Die Tat ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eine "Märtyreroperation" für die Terrormiliz Islamischer Staat gewesen. Der Prozess beginnt am 20. Oktober.

Eine 15-Jährige hat im Hauptbahnhof einen Beamten der Bundespolizei mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

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Außerdem wird gegen Mohamed Hasan K. im Zuge der Länderspielabsage in Hannover im November 2015 ermittelt. Er war damals als Ordner im Stadion. Weil Beamte auch bei Hausdurchsuchungen im vergangenen Jahr keinerlei Anzeichen einer Flucht entdeckten, sei auf eine Untersuchungshaft verzichtet worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Das Länderspiel Deutschland-Niederlande ist abgesagt. Für die ganze Stadt wurden schärfere Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

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Doch offenbar nutzte Mohamed Hasan K. diesen Umstand, um seine Flucht zu planen. Am 29. August wurde vom Generalbundesanwalt Anklage gegen ihn erhoben. Zwei Wochen später, am 16. September habe man  noch Hinweise gehabt, dass er sich in Niedersachsen aufhalte, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts der HAZ. Doch bereits am nächsten Tag gab es den Hinweis, dass der 20-Jährige geflohen sei. Daraufhin wurde er zur Fahndung ausgeschrieben und am 27. September in Griechenland festgenommen. "Wir gehen davon aus, dass der zeitnah ausgeliefert wird", sagte der LKA-Sprecher. Der Prozess am 20. Oktober könne wie vorgesehen starten, selbst wenn der Mitangeklagte bis dahin noch nicht ausgeliefert sein sollte, betonte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Mohamed Hasan K. ist nicht der erste aus dem hannoverschen Extremisten-Netzwerk, der den Sicherheitsbehörden als Gefährder bekannt war und dann untergetaucht ist. Bereits im Juli war bekannt geworden, dass Ahmed A, der im vergangenen Jahr seinen Pass abgeben musste, weil er nach Kabul reisen wollte, um dort einen Terroranschlag zu verüben, untergetaucht. A. war während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama sogar dauerhaft beobachtet worden.

Mit der Terrorabwehr in Niedersachsen beschäftigt sich derzeit ein Untersuchungsausschuss des Landtages. Dabei kam es am vergangen Mittwoch zu einem Eklat, als die Zeugenaussage eines Kriminalbeamten zum Fall Mohamad Hasan K. von einem Referatsleiter des Innenministeriums abgebrochen wurde. Der Polizist habe sich zu Dingen geäußert, zu denen er sich nicht äußern dürfe, hieß es zur Begründung.

Das ist Hannovers Terror-Netzwerk

Sie sind jung, sie sind radikale Islamisten, sie sind offenbar gewaltbereit – und sie kennen sich gut: Hannover ist die Heimat einer Terrorzelle, die der Polizei große Schwierigkeiten macht. Fest steht: Es gibt derzeit mindestens eine Frau und vier Männer aus Hannover, die im Verdacht stehen, Terroranschläge verübt oder geplant zu haben. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

(mit:dpa)

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Wegen versuchten Mordes an einem Bundespolizisten im Hauptbahnhof Hannover und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung muss sich die 16-jährige Safia S. ab 20. Oktober vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten.

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