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Mutmaßlicher Mörder in Flüchtlingsheim gefasst

International gesuchter Verbrecher Mutmaßlicher Mörder in Flüchtlingsheim gefasst

Die Polizei hat am Donnerstag einen international gesuchten Verdächtigen in einem Flüchtlingswohnheim in Kleefeld festgenommen. Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten die Fahnder nach Hannover geführt, wo sich Loran Guy M. offenbar versteckte. Der 23 Jahre alte Kongolese steht unter dem Verdacht, seine ehemalige Lebensgefährtin getötet zu haben.

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Hannover. Um 10.10 Uhr schlug das Mobile Einsatzkommando (MEK) des Bundeskriminalamtes am Donnerstag zu. Gemeinsam mit Beamten der Polizeidirektion Hannover und in Begleitung eines schwedischen Polizisten griffen sie Loran Guy M. auf, der sich widerstandslos festnehmen ließ. Der 23-Jährige ist seit etwa zwei Wochen auf der Flucht, nachdem er Mitte August seine gleichaltrige Ex-Freundin getötet haben soll.

Die Polizei hatte den Leichnam der jungen Frau in der Wohnung des Verdächtigen in Vargarda in der schwedischen Provinz Gotland gefunden, nachdem sie nicht zu einem Termin auf der Wache erschienen war. Kurz zuvor hatte die 23-Jährige ihren ehemaligen Lebensgefährten wegen Körperverletzung angezeigt. Dieser erschlug sie kurz darauf offenbar in seiner Wohnung. Nach Berichten der Polizei führte „exzessive Gewalt gegen Kopf und Körper“ zu ihrem Tod.

Da M. sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgesetzt hatte, schrieb die schwedische Staatsanwaltschaft ihn zur internationalen Fahndung aus. Trotz aller Bemühungen fehlte dennoch zwei Wochen lang jede Spur von dem mutmaßlichen Mörder. Bis das Bundeskriminalamt ihn in Hannover orten konnte, wo er sich in dem Kleefelder Flüchtlingsheim am Annateich versteckte.

„In Rahmen der internationalen Kooperation nahmen die schwedischen Behörden Kontakt zu uns auf“, sagt eine BKA-Sprecherin. Die skandinavischen Ermittler hatten offenbar Hinweise darauf, dass sich M. in Hannover aufhielt. Als der Verdächtige sich dann mit einem Computer oder Telefon ins Internet einwählte, hatten die Fahnder Sicherheit. Bereits kurz nach seiner Verhaftung wurde M. in die Justizvollzugsanstalt gebracht, wo er auf seine Übergabe an die schwedische Polizei wartet.

Die Flüchtlingsunterkunft hatte der 23-Jährige offenbar gezielt ausgesucht, um dort unterzutauchen. „An jedem Wohnheim gibt es zwar einen Pförtner, der nach dem Rechten sieht, aber natürlich wird nicht der Ausweis jedes Bewohners kontrolliert, wenn er die Unterkunft betritt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Schließlich sollten sich die Flüchtlinge in den Wohnheimen möglichst normal und frei bewegen können. „Dass sich ein Krimineller dort versteckt, werten wir auch als Einzelfall“, sagt Dix.

Ähnlich sieht man es bei Polizei und Landeskriminalamt. Da es in den Flüchtlingsunterkünften der Landeshauptstadt anders als rund um die Landesaufnahmebehörde für Flüchtlinge in Braunschweig keinen Anstieg der Kriminalität gebe, müssten auch keine besonderen Maßnahmen getroffen werden. Die Polizei in Braunschweig hat mittlerweile die Sonderkommission eingerichtet, in der sich zwölf Beamte ausschließlich um Verbrechen kümmern, deren Täter Verbindungen zu dem Erstaufnahmelager haben. „Es gab Gespräche, solche Gruppen auch in anderen Städten zu etablieren“, sagt eine Sprecherin des Landeskriminalamtes.

Diese Pläne seien aber wieder verworfen worden. „Wenn so etwas nötig ist, kann das die Polizei vor Ort entscheiden“, so die Sprecherin. Bei der Polizeidirektion Hannover zieht man die Bildung einer Soko bisher jedoch nicht in Erwägung. „Auch bei dem jetzt Festgenommenen handelt es sich ja nicht um einen Flüchtling“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg.     

 

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