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Mutter kämpft um Sorgerecht für Tochter

Nach fragwürdigem Gutachten Mutter kämpft um Sorgerecht für Tochter

Ein Sorgerechtsstreit aus Langenhagen beschäftigt jetzt das Bundesverfassungsgericht. Die 44-jährige Linda N. hat über ihren Rechtsanwalt Beschwerde in Karlsruhe eingelegt, nachdem der Mutter vom Amtsgericht Hannover das Sorgerecht für ihre 14 Jahre alte Tocher Anna entzogen worden war.

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Anwalt Pajam Rokni-Yazdi kämpft für Linda N. um das Sorgerecht für deren Tochter Anna.

Quelle: Holland

Hannover . Als Grundlage für diese Entscheidung diente dem Familienrichter das Gutachten einer Sachverständigen, das zumindest von den Beschwerdeführern als „unvollständig“, und „mangelhaft“ eingestuft wird. Der Vater der 14-Jährigen hatte geltend gemacht, dass seine bei der Mutter lebende Tochter, die mehrfach in psychiatrischer Behandlung war, nicht mehr adäquat ärztlich versorgt werde. Eine vom Gericht bestellte Gutachterin setzte sich daraufhin eine Stunde lang mit der Jugendlichen zusammen.

Als Treffpunkt wählte die Familientherapeutin ein belebtes Café in der Fußgängerzone. Aus diesem Gespräch heraus und aus je zwei Treffen mit der Mutter und dem Vater erstellte sie ihre 17-seitige Expertise. In dem Schreiben, das der HAZ vorliegt, kommt die Gutachterin zu dem Schluss, dass Mutter Linda N. „die äußere Versorgung von Anna sicherstellen kann“, dass „die Kindesmutter zweifellos bemüht ist, sich gut um Anna zu kümmern“, auch von Annas „sehr guten schulischen Leistungen“ ist die Rede. Doch sei das Mädchen „aus Sachverständigensicht völlig mit der Mutter solidarisiert und habe noch keinen angemessenen Weg gefunden, einerseits mit der Mutter verbunden zu bleiben, andererseits ganz eigene Schritte zu gehen“. Belege für diese These liefert das Gutachten nicht. Auch zu den möglichen Folgen dieses Verhaltens äußert sich die Gutachterin nicht. Dennoch kommt sie zu der Überlegung, „ob Gesundheitsfürsorge und Aufenthaltsbestimmungsrecht im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge einer außenstehenden Person übertragen werden sollten“.

Sowohl das Amtsgericht Hannover als auch das Oberlandesgericht in Celle folgten der Einschätzung der Gutachterin, ohne weitere Zeugen zu befragen. Ende Oktober holten drei Mitarbeiter des Jugendamts in Langenhagen Anna aus dem Unterricht im Gymnasium ab und brachten sie in eine betreute Wohngruppe in Gifhorn. „Die Sorgfaltspflicht, die Gerichte bei einer derartigen Entscheidung an den Tag legen müssen, wurde in diesem Fall eklatant missachtet“, sagt Pajam Rokni-Yazdi, der Rechtsanwalt der Mutter des Mädchens. Denn selbst wenn das Sachverständigengutachten den Tatsachen entsprechen würde, wäre aus Sicht des Juristen damit das Entziehen des Sorgerechts nicht zu begründen.

„Ein solcher Schritt ist das letzte Mittel, wenn Erziehungsberechtigte versagt haben“, sagt Rokni-Yazdi. Aus Sicht des Rechtsanwalts verstoßen die beiden Gerichtsentscheidungen gegen Artikel 6 Absatz 3 des Grundgesetzes. Die Stadt Langenhagen wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

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