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Mutter unterstützt Söhne beim Drogenhandel

Plantage im Einfamilienhaus Mutter unterstützt Söhne beim Drogenhandel

Dass eine Mutter ihre schützende Hand über Kinder hält, um sie vor Gefahren zu bewahren, ist normal. Dass eine Einfamilienhausbewohnerin aus Bemerode ihre zwei Söhne bei Hanfanbau und Drogenhandel unterstützt, ist weniger normal. Jetzt bekam das ungewöhnliche Familienunternehmen die Quittung.

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Ins Visier der Fahnder geraten waren die drei, weil sie in einem sogenannten Growshop Zubehör für ihr privates Drogenanbaugebiet eingekauft hatten.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Ein Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichterin Brigitte Bader verurteilte die drei Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Handels mit Drogen in nicht geringer Menge zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung. Außerdem müssen Mutter und Söhne je 1000 Euro an eine Drogenberatungsstelle zahlen.

Die jungen Männer, berufstätig im sozialen und pflegerischen Bereich, waren dem Marihuana-Genuss schon länger zugetan. 2013 entschlossen sie sich, Eigenkonsum und Erwerbsstreben unter einen Hut zu bringen. Zunächst zogen sie inmitten des Bemeroder Eigenheimidylls zwei Pflänzchen im Garten groß, dann bauten sie unter der Obhut ihrer 64-jährigen Mutter den Keller aus. Bei einer Hausdurchsuchung im Juli 2014 stieß die Polizei auf einen aluverkleideten Raum, ausgestattet mit Wärmelampen, Ventilatoren und Filteranlage. In der Kellerplantage grünten gut 50 ausgewachsene Hanfpflanzen und 76 Setzlinge. Die Ermittler errechneten, dass im Pflanzzeitraum von einem Jahr 5,4 Kilogramm Cannabis produziert wurden oder vor der Ernte standen; der Gewinn lag im oberen fünfstelligen Bereich.

Verdächtiger Einkauf im Growshop

Ins Visier der Fahnder geraten waren die drei, weil sie in einem sogenannten Growshop Zubehör für ihr privates Drogenanbaugebiet eingekauft hatten. Der  Laden für Treibhaustechnik in der Südstadt wurde observiert, weil die Polizei hier Drogengeschäften größeren Ausmaßes nachspürte; in diesem Zusammenhang liefen oder laufen bereits einige Strafverfahren am Landgericht. Auf der Suche nach den großen Fischen gingen die Bemeroder den Fahndern gewissermaßen als Beifang ins Netz.

Vor Gericht gab Verteidiger Matthias Doehring eine längere Erklärung für die Angeklagten ab. Die Mitglieder des „Familienbetriebs in Sachen Betäubungsmittel“ seien voll geständig und würden ihre Taten zutiefst bereuen. Sie hätten das Marihuana in erster Linie für den Eigenverbrauch und die Versorgung des erweiterten Freundeskreises angebaut. Und die Mutter habe sich nur aus Sorge um ihre Söhne in die Thematik eingearbeitet und sie unterstützt. Sie selbst, versicherte die Rentnerin auf Nachfrage, habe in ihrem Leben noch nie einen einzigen Joint geraucht.

"Urteil hätte auch härter ausfallen können"

Das Schöffengericht folgte beim Strafmaß dem Antrag von Staatsanwältin Andrea Weinhold. Die Taten hätten sich in einem „bürgerlichen, kriminalitätsfernen Umfeld“ abgespielt, so Richterin Bader in ihrer Urteilsbegründung; auch die Mutter habe schließlich jahrelang einen ordentlichen Beruf ausgeübt. Die Kammer habe aber den Eindruck gewonnen, dass die drei klar erkannt hätten, welch schwerwiegende Fehler sie begangen hätten. Auch glaube das Gericht den Söhnen, dass sie dem Cannabis-Konsum abgeschworen hätten. Anwalt Doehring zeigte sich letztendlich zufrieden: „Ohne die umfassenden Geständnisse und ohne Berücksichtigung der Lebenssituation hätte das Urteil auch wesentlich härter ausfallen können.“

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