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Welfen lassen ihre Historie untersuchen

Nach Dokumentation über Nazi-Verstrickungen Welfen lassen ihre Historie untersuchen

Die Welfen haben auf die Fernsehdokumentation „Adel ohne Skupel“ reagiert und lassen jetzt ihre Familiengeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich aufarbeiten. Das kündigte der 31-jährige Ernst August von Hannover junior an.

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Die Welfen – hier die Marienburg in Pattensen – wollen die Familiengeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich untersuchen lassen.

Quelle: dpa

Hannover. Ernst August Prinz von Hannover hat angekündigt, die Rolle seiner Familie in der Zeit von 1933 bis 1945 wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde die Öffentlichkeit informiert, erklärte der 31-Jährige am Dienstag.

Ernst August junior reagierte damit auf eine am Montag ausgestrahlte ARD-Dokumentation mit dem Titel "Adel ohne Skrupel. Die dunklen Geschäfte der Welfen". Darin geht es unter anderem um Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in einer Rüstungsfirma der Welfen während der NS-Zeit. Ernst August junior hat vor zehn Jahren die Besitztümer seines gleichnamigen Vaters in Deutschland und Österreich übernommen, darunter auch Schloss Marienburg in Pattensen.

"Ich betrachte die historisch exakte Erforschung aller angesprochenen Probleme als eine moralische Verpflichtung", heißt es in der Mitteilung des 31-Jährigen. Deshalb werde er unabhängige Experten beauftragen, die jetzt thematisierten Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 umfassend und unbeeinflusst aufzuarbeiten.

In dem 60-minütigen Film von Michael Wech und Thomas Schuhbauer wird unter anderem die Geschichte des jüdischen Unternehmers Lothar Elbogen erzählt, der 1939 seine Firma unter Zwang weit unter Wert an die Welfen verkaufte. Eine Wiener Historikerin hatte im Auftrag des NDR für den Film recherchiert und bisher nicht beachtete Dokumente ausfindig gemacht.

Der Historiker Wolfgang Benz sagte dem Radiosender "NDR Kultur", es sei nicht überraschend, dass die geschäftstüchtigen Welfen in der NS-Zeit Geschäfte mit dem Staat gemacht hätten. Schon vor Jahrzehnten habe das Adelshaus eine Aufarbeitung angekündigt, aber keine Taten folgen lassen. Nun ist Ernst August junior am Zug. Ihm seien die Geschehnisse bis jetzt fast ausnahmslos unbekannt gewesen, ließ der 31-Jährige erklären.

Der Sohn aus erster Ehe des Welfen-Oberhauptes lebt überwiegend in London. In jüngster Zeit engagiert er sich verstärkt persönlich in Niedersachsen. So wird auf Schloss Marienburg erstmals eine Sonderausstellung mit Schätzen aus dem Privatbesitz der Welfen präsentiert. Sie läuft parallel zur großen Jubiläumsausstellung "Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837".

lni

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