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Aus der Stadt Hitlergruß-Aufforderung: Ermittlungen gegen Lehrer
Hannover Aus der Stadt Hitlergruß-Aufforderung: Ermittlungen gegen Lehrer
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06:59 08.11.2017
Vorwürfe an der BBS 3: Ein Fall für die Staatsanwälte. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die Behörde habe von sich aus den Fall aufgegriffen, nachdem man aus der Zeitung davon erfahren habe, sagte Klinge.

Wegen des angeblich den Schülern abverlangten Hitlergrußes kommen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nicht in Betracht. „Dazu hätte das alles in der Öffentlichkeit stattfinden müssen“, sagte Klinge. Es könnte aber möglicherweise als Nötigung gewertet werden, wenn alle, die sich dem Gruß verweigerten, damit rechnen mussten, vom Lehrer nicht drangenommen zu werden, sodass sie am Ende des Schuljahres schlechte Noten im Zeugnis hätten. „Das alles ist Teil unserer Prüfung“, sagt Klinge.

Trotz der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gibt der betroffene Lehrer weiterhin Unterricht an der BBS. Die Prüfung des Falls durch die Landesschulbehörde läuft noch. „Bis das Verfahren abgeschlossen ist, gilt die Unschuldsvermutung“, teilte die Landesschulbehörde auf Anfrage mit. Bisher gebe es keine konkreten Anhaltspunkte, dass sich der beschuldigte Lehrer tatsächlich rassistisch geäußert oder die Schüler zu einem strafbaren Verhalten aufgefordert habe, heißt es in der Mitteilung weiter. Man sei weiter im Dialog mit der betroffenen Schule, der Innung und der Handwerkskammer.

Schüler und Ausbilder hatten schwere Vorwürfe gegen den Lehrer erhoben. Er soll Jugendliche mit Migrationshintergrund beleidigt haben. So sollen im Unterricht Sätze wie „Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen“ oder „Pass auf deine Kopftuch-Schlampe auf“ gefallen sein.

Dem Vernehmen nach ist der Lehrer als Quereinsteiger an die BBS 3 an der Ohestraße (Calenberger Neustadt) gekommen. Dort lernen Azubis aus der Baubranche. Der Lehrer habe dort sein Referendariat absolviert. Nach Aussagen mehrerer Azubis, die aus Angst vor schlechten Bewertungen anonym bleiben wollen, verhält sich der Lehrer bereits seit mehreren Jahren so. Ausbilder in den Fachbetrieben der Azubis berichten, dass sie wiederholt mit dem betreffenden Lehrer gesprochen und den Abteilungsleiter der BBS 3 - er ist Mitglied der Schulleitung - auf die Missstände hingewiesen hätten. Von ihm seien sie aber abgebügelt worden.

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