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Aus der Stadt Brutaler Angriff nach HoGeSa-Demo
Hannover Aus der Stadt Brutaler Angriff nach HoGeSa-Demo
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06:53 26.11.2015
Von Tobias Morchner
Am Rande der Gegenveranstaltung zur HogeSa-Demo kam es auch zu Ausschreitungen. Zwei Männer sind dabei am Postkamp schwer verletzt worden. Quelle: HAZ/Symbolbild
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Hannover

Die Ereignisse rund um die Hooligan-Demo am Sonnabend auf dem ZOB sind offenbar doch nicht so friedlich verlaufen, wie bislang angenommen. Wie die Polizei erst jetzt mitteilt, hat es nach dem offiziellen Ende der HoGeSa-Veranstaltung einen brutalen Angriff auf vier Teilnehmer der Versammlung durch eine Gruppe vermummter Linksautonomer gegeben. Alle vier Männer trugen Verletzungen davon. Zwei der vier Opfer, ein 42-Jähriger und ein 45-Jähriger, wurden offenbar so massiv geschlagen, getreten und möglicherweise auch mit einem Messer oder einem Schraubendreher verletzt, dass sie umgehend in Krankenhäusern behandelt werden mussten. Die Polizei ermittelt in einem Fall sogar wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Es gebe Anhaltspunkte dafür, „dass die Täter den Tod des 45-Jährigen mindestens billigend in Kauf genommen haben“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Die Opfer Peter M., Zoltan S., Oliver K. und ihr Kumpel Peter H. kennen sich seit 20 Jahren aus der Fußballszene von Arminia Bielefeld. Am Sonnabend waren sie zu viert mit dem Auto nach Hannover gekommen, um an der HoGeSa-Demo teilzunehmen. „Wir haben früher das eine oder andere Mal schon was mit der Polizei zu tun gehabt, aber wir sind keine Nazis“, sagt Peter M. im Gespräch mit der HAZ. Gegen 15.30 Uhr wollten die Bielefelder gerade in ihr Auto steigen, das sie an der Ecke Postkamp/Striehlstraße abgestellt hatten, um die Rückreise anzutreten. „Plötzlich rannten die Vermummten auf uns zu, einige schrien: ,Da sind welche. Scheiß Nazis’ – und dann hatte ich auch schon eine Ladung Pfefferspray in den Augen“, sagt der 42-jährige Lagerist. Obwohl er wegen der Attacke nicht gut sehen konnte, gelang es Peter M., so schildert er es, vor den Angreifern zu flüchten. „Ich wollte mich in einem nahe gelegenen Hotel in Sicherheit bringen. Die Tür war verschlossen. Bestimmt zehn Minuten lang musste ich klingeln und an die Glasscheibe hämmern, bis man mir aufgemacht hat“, sagt M.

Nachdem er sich die Augen ausgewaschen und sich etwas beruhigt hatte, verließ er das Hotel wieder, um nach seinen drei Freunden zu sehen. „Die Polizei war schon vor Ort. Einer der beiden Schwerverletzten wurde gerade zu einem Krankenwagen gebracht“, sagt der 42-Jährige. In der Klinik in Hannover sollen die Ärzte später bei Zoltan S. eine zweifache Schädelfraktur, mehrere Rippenbrüche, einen Nasenbeinbruch und Einstiche im Bereich des Rückens diagnostiziert haben. S. soll zunächst auf der Intensivstation gelegen haben, weil bei ihm zudem eine Hirnblutung festgestellt worden war. Inzwischen wurde er bereits wieder verlegt. Oliver K. hat bei dem Angriff eine Gehirnerschütterung und einen Augenhöhleneinriss davongetragen. Nach Angaben von Peter M. wird er am Mittwoch in Bielefeld operiert. Das vierte Opfer wurde bei der Attacke nur leicht verletzt.

Die beiden schwer verletzten Männer konnten bislang noch nicht von der Polizei vernommen werden. Es soll aber ein Video existieren, dass die Attacke auf die vier Bielefelder zeigt. Bei der Polizei haben sich dem Vernehmen nach darüberhinaus Zeugen gemeldet, die den Angriff gesehen haben.

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Die Polizei begleitet 120 linke Demonstranten durch die Passaralle zum Bahnhof.

 

Hinweise schon im Internet

Erste Hinweise auf den brutalen Übergriff auf die Bielefelder gab es bereits am Sonntag. Im Internet tauchten am Vormittag Meldungen dazu auf. Zunächst hieß es, auf einem Parkplatz am Stadion sei es zu einem Zwischenfall gekommen. Dann meldete sich eine Frau zu Wort, die ziemlich genau über die Attacke auf die vier Männer Bescheid wusste. Sie konnte die Zahl der Angreifer ziemlich genau wiedergeben und wusste auch über die Verletzungen der Opfer zu berichten. Wie Peter M., einer der vier Opfer, der HAZ berichtet, seien die beiden leichter verletzten Bielefelder unmittelbar nach dem Angriff auf die nahe gelegene Wache in der Herschelstraße gebracht worden, um dort Strafanzeige zu stellen. Bei der Pressekonferenz der Polizeidirektion am Nachmittag kam der Übergriff nicht zur Sprache. Auch auf Nachfragen von Journalisten erklärte die Behördenleitung, ein solcher Fall sei derzeit nicht bekannt. Nachdem der Übergriff jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, ändert sich auch die Gesamtbilanz zum HoGeSa-Einsatz. Insgesamt wurden bei den verschiedenen Veranstaltungen nicht sechs, sondern zehn Menschen verletzt.

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