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Aus der Stadt Es geht wieder auf Klassenfahrt
Hannover Aus der Stadt Es geht wieder auf Klassenfahrt
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00:15 14.09.2015
Von Saskia Döhner
Bald geht es wieder los: Nachdem die Mehrarbeitszeit von Lehrern zurückgenommen wurde, soll es auch wieder Klassenfahrten geben. Quelle: dpa, Symbolbild
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Hannover

Um sich gegen die Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung von 23,5 auf 24,5 Stunden zu wehren, hatten drei Viertel der Gymnasien landesweit ihre Fahrten im vergangenen Schuljahr gestrichen. Die Personalräte an Hannovers Schulen gehörten zur Speerspitze der Bewegung, weil sie keine andere Möglichkeit sahen, ihren Protest auszudrücken. Klassenfahrten sind freiwillig, generell kann kein Pädagoge dazu gezwungen werden.

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Mehrarbeit Anfang Juni gekippt hatte, lenkten die Gymnasien wieder ein. Im Frühjahr stellte das Kultusministerium einen neuen Schulfahrtenerlass vor, der für die Lehrer eine höhere Kostenerstattung und mehr Ausgleichsstunden vorsieht. Dies seien nur „bescheidene Verbesserungen“, sagt der Philologenverband. Eine Ausgleichsstunde pro Tag sei angesichts eines nahezu Rund-um-die-Uhr-Dienstes vollkommen unzureichend, genauso wie die geplante Nebenkostenpauschale von maximal 30 Euro pro Woche. Bei Studienfahrten mit hohen Eintrittspreisen für Museen, Ausstellungen und antike Stätten decke dies keinesfalls die tatsächlichen Kosten, sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, gestern. Er fordert wie Eberhard Brandt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Lehrer die volle Kostenerstattung wie für andere Landesbedienstete auch.

Vier Leiter von hannoverschen Schulen blicken unterschiedlich auf künftige Klassenfahrten. Oft scheitern Ausflüge am Geld.

Lehrerverbände und Opposition im Landtag kritisieren zudem, dass die Schulen die Übernachtungskosten aus ihrem Budget erstatten müssen. Wenn einerseits die Kostenpauschale für Lehrer erhöht werde, aber nicht das Schulbudget, müssten Klassenfahrten gestrichen werden. „Vermutlich betrifft das im nächsten Schuljahr etwa ein Drittel der sonst üblichen Fahrten“, sagt Wilhelm Bredthauer, Leiter der Goetheschule. „Die Schule kann nur die Fahrten genehmigen, die sie auch bezahlen kann.“ Gerade für Gymnasien, die viele oder kostspielige Austauschfahrten machen, könnte dies zum Problem werden.

Das Kultusministerium weist die Kritik zurück. Das Budget sei deutlich erhöht worden, sagt ein Sprecher. Im Haushaltsjahr 2015 stehen für das Basisbudget landesweit 11,7 Millionen Euro zur Verfügung, 2014 waren es 11,2 Millionen Euro. Kurt Veith von der Humboldtschule sagt, im Grunde sei der Erlass nichts weiter als eine Kostenverschiebung. „Wenn das Budget nicht erhöht wird, heißt das automatisch: Es gibt weniger Fahrten“, meint auch Beate Günther von der Schillerschule. Martin Thunich, Direktor der Wilhelm-Raabe-Schule, bemängelt, dass Fahrten und schulinterne Fortbildung aus einem Topf bezahlt werden müssen. Brigitte Helm von der Sophienschule sagt jedoch, sie sei bislang mit ihrem Etat ausgekommen.

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Mehr Geld und mehr Zeitausgleich: Der neue Schulfahrtenerlass, den das Kultusministerium im April vorgestellt hat, sieht eine höhere Kostenerstattung für Lehrer vor. Waren es bislang maximal 11 Euro pro Nacht, mit Nachweis 16,50 Euro, sind es jetzt pauschal 20 und mit Nachweis 30 Euro. Für Nebenkosten soll es künftig 10 statt 5 Euro am Tag geben, höchstens jedoch 30 Euro in der Woche. Durften bislang keine Freifahrten angenommen werden, können sie nun auf die gesamte Gruppe umgelegt werden. Die Obergrenze für Ausgleichsstunden lag bisher bei vier pro Woche, jetzt dürfen sich Pädagogen für jeden Tag einer Fahrt eine Unterrichtsstunde gutschreiben lassen. Das bedeutet nicht, dass sie dann einfach einen Tag zu Hause bleiben können. Diese „Gut-Stunden“ werden mit „Minus-Stunden“ verrechnet, etwa wenn ein Fachlehrer in einer Klasse an einem Tag nicht unterrichten kann, weil diese einen Ausflug macht.

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